Die Bedeutung der Filmbildung für die Herausbildung von Medienkompetenz in den Schulen betonte der Hessische Kultusminister Prof. Dr. Alexander Lorz. Er ermutigte die hessischen Lehrkräfte aller Schulformen, sich zu einem Kinobesuch anzumelden. Zudem verweist er auf die Inklusionsleistung des Bildungsprogramms insbesondere für Förderschulen: „Für viele geistig und körperlich behinderte Schülerinnen und Schüler bietet sich hier alljährlich die Möglichkeit zu einem gemeinsamen Kinobesuch, der sonst häufig an äußeren Umständen scheitert. Das Team der SchulKinoWochen stimmt nicht nur ein individuelles Programm mit den Lehrkräften und Betreuern ab, sondern kümmert sich auch nach Kräften um die möglichen
logistischen Herausforderungen im Kino vor Ort.“

Ellen M. Harrington freut sich auf ihre ersten SchulKinoWochen als Direktorin des Deutschen Filminstituts: „Es ist großartig, wie viele Schülerinnen und Schüler das Projekt jedes Jahr in allen Landesteilen erreicht – mehr als 70.000 allein im vergangenen Jahr. Wir freuen uns, wenn wir die junge Generation für den Film begeistern, und es macht uns stolz, Kinder und Jugendliche mit Instrumenten auszustatten, die es ihnen ermöglichen, sich bewegte Bilder und Filme mit kritischem Blick in unserer sich stetig wandelnden Gesellschaft zu erschließen.“

Die besondere Bedeutung des gemeinsamen Kinobesuchs hob Michael Jahn, bei VISION KINO Projektleiter für alle SchulKinoWochen in der Bundesrepublik, hervor: „Das Erleben eines Films im Kino mit der Klasse bietet hervorragende Zugänge für interkulturelles Lernen. Das Angebot der SchulKinoWochen erweitert nicht nur Lernhorizonte, sondern fördert auch den Dialog und das Verständnis zwischen Kindern und Jugendlichen unterschiedlicher Herkunft.“

Caroline Fuchs, Projektleiterin der SchulKinoWochen Hessen, sieht in der Filmbildung eine wichtige und wirksame Bereicherung des Schulunterrichts: „Filme können in hervorragender Weise die ästhetische Wahrnehmung schulen. Durch einen zunächst intuitiven Zugang und dann methodisch angeleitet, werden Schülerinnen und Schüler gerade durch die bewegten Bilder sensibilisiert für Erzählstrukturen, die auch in anderen Unterrichtsfächern relevant sind.“ Besonders freut sie sich mit ihrem Team daher auf den diesjährigen Fokus „FilmGenre: von Western bis Science-Fiction“.

Neue Besuchergruppen erhofft sich Christopher Bausch, Geschäftsführer der Frankfurter Arthouse Kinos Harmonie und Cinema, durch den direkten Kontakt zu den Schulen zu erschließen: „Die Schulkinowochen sind für uns auch deshalb alljährlich von so großer
Bedeutung, weil wir den Austausch mit den Lehrkräften nochmals intensivieren können. Das Projekt bietet uns die Chance, den ‚Lernort Kino‘ vorzustellen und eine auch unterjährige Zusammenarbeit mit den Pädagogen/-innen aufzubauen.“

Auftakt, Themen, pädagogische Angebote

Die SchulKinoWochen Hessen starten am Montag, 26. Februar 2018, mit einem bunten Kurzfilmprogramm im Kino des Deutschen Filmmuseums. Die Kurzfilmrolle FILMGENRE – AUF EINEN STREICH! zeigt eine Auswahl verschiedener Genres, von der Komödie, über Western und Agentenfilm bis Science Fiction, und führt – moderiert und begleitet von Diskussionen mit den Schülerinnen und Schülern – in den diesjährigen Fokus „FilmGenre“ ein. Im Programm „17 Ziele – EINE Zukunft“ widmen sich ausgewählte Filme den Zielen für nachhaltige Entwicklung, wie sie in der Agenda 2030 der Vereinten Nationen stehen. Das Wissenschaftsjahr zeigt in Filmen mögliche „Arbeitswelten der Zukunft“ – die so zukünftig gar nicht sind. „Konflikten in der offenen Gesellschaft“ stellen sich die Filme im gemeinsamen Sonderprogramm von VISION KINO und der Bundeszentrale für politische Bildung. Wie gehen wir damit um, wenn jemand anders ist als wir selbst? Dieser Frage widmet sich der Themenschwerpunkt „Umdenken angesagt!“ Die Filmreihe „Film: Language without borders“
lädt zum gemeinsamen Filmerleben und interkulturellem Lernen auch über Sprachgrenzen hinweg ein. Auch dieses Jahr können zahlreiche Filme in der Originalfassung erlebt werden. Im Programm sind spanische, französische und englische Titel. Pädagogisches Begleitmaterial, Filmgespräche, Kinoseminare, Workshops und Fortbildungen für Lehrkräfte unterstützen das Anliegen der SchulKinoWochen, Filmwissen im Schulunterricht zu verankern.

Weitere Informationen

Verbindliche Anmeldungen für Kinobesuche und Veranstaltungen des Begleitprogramms sowie den alljährlichen Trailerwettbewerb sind noch bis Freitag, 9. Februar 2018, möglich. Restplätze können jeweils auch noch bis zum Tag der Vorstellung gebucht werden. Die Spielorte der ersten Programmwoche von Montag, 26. Februar, bis Freitag, 2. März, liegen in Nordhessen und im Rhein-Main-Gebiet, von Montag, 5., bis Freitag, 9. März, gastieren die SchulKinoWochen in Süd- und Mittelhessen. Der Eintritt pro Schüler/in und Vorstellung kostet 3,50 Euro. Informationen zu allen Filmen und Begleitveranstaltungen liefert das umfangreiche Programmheft, fortlaufend aktualisierte Informationen zu Programm und Gästen die Webseite oder das Projektteam persönlich unter 069/961220-681.

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