„Das Erfolgsmodell der Häuser des Jugendrechts macht weiter Schule. Wir sind sehr froh, dass es uns innerhalb kürzester Zeit gelungen ist, in Hanau die Grundlagen für das insgesamt vierte Haus des Jugendrechts in Hessen zu legen“, sagten die hessische Justizministerin, Eva Kühne-Hörmann, der Polizeipräsident Südosthessen, Roland Ullmann, der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz, die Leitende Oberstaatsanwältin Elisabeth Opitz sowie der Oberbürgermeister der Stadt Hanau, Claus Kaminsky, anlässlich der Pressekonferenz zur Vorstellung des Projektes in Hanau.

„Wir können hier und heute den Startschuss für das Haus des Jugendrechts in Hanau verkünden. In intensiver und konstruktiver Zusammenarbeit haben wir ein passendes Modell für Hanau gefunden, das den Ansprüchen an die Zusammenarbeit entspricht, aber dennoch Raum für Hanauer Gegebenheiten lässt“, so die Justizministerin.

Haus des Jugendrechts verbessert Sicherheit der Bürger

„Aus den Erfahrungen anderer Polizeipräsidien wissen wir, dass das Haus des Jugendrechts – gerade auch wegen der engagierten Zusammenarbeit der beteiligten Institutionen – ein effektives Mittel ist, um Jugenddelinquenz erfolgreich zu bekämpfen. Ich freue mich deshalb, dass nun nach den Planungen in Offenbach auch die Vorbereitungen für ein Haus des Jugendrechts in Hanau voranschreiten. Die Menschen leben bei uns in einer sicheren Region. Das Haus des Jugendrechts wird die Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger weiter verbessern“, so Polizeipräsident Roland Ullmann.

Auch Hanaus Oberbürgermeister, Claus Kaminsky, hob die Bedeutung eines Hauses des Jugendrechts für die Sicherheit in Hanau hervor. „Wir als Stadt Hanau sind mit ganzem Herzen bei diesem Projekt dabei, denn das Haus des Jugendrechts trägt dazu bei, dass das subjektive Sicherheitsgefühl in unserer Stadt steigt und sie damit lebenswerter wird“, so der Oberbürgermeister, der fortfuhr: „Jugendkriminalität und vor allem Jugendgewalt sind Delikte, die sich schnell in der Stadt herumsprechen. Das schafft ein Klima der Unsicherheit. Das Haus des Jugendrechts wird uns dabei helfen, solche Entwicklungen schon in einem sehr frühen Stadium aktiv anzugehen und abzuwenden.“

Vernetzung der zuständigen Stellen dient der präventiven Arbeit

„Erstmals in Hessen wird eine Stadt mit der Funktion eines Oberzentrums gemeinsam mit einem Landkreis ein Haus des Jugendrechts aus der Taufe heben. Hier können alle durch Schule und Freizeit nach Hanau orientierten Jugendlichen und Heranwachsenden aus Stadt und Altkreis, die sich strafbar machen, gemeinsam betreut werden. Hierfür sollen zunächst alle Mittel der Prävention wie beispielsweise Schuldnerberatung, Drogentherapie, Täter-Opfer-Ausgleich und Anti-Gewalt-Training ausgeschöpft werden. Wenn dies nicht ausreicht, die straffälligen Jugendlichen auf den rechten Weg zu bringen, sind jedoch auch schnelle repressive Reaktionen wie Warnschussarrest und gegebenenfalls Haftstrafen geboten, um kriminelle Karrieren frühzeitig zu unterbinden“, so die Leitende Oberstaatsanwältin in Hanau, Elisabeth Opitz, die von einem jährlichen Fallaufkommen von ca. 2.200 Verfahren im Haus des Jugendrechts Hanau ausgeht.

„Gerade bei sehr jungen Straftätern können schon wenige Monate ausreichen, um kriminelle Karrieren zu festigen. Dem wollen wir durch ein intensives Eingehen auf die Täter, gute Informationsarbeit zwischen den unterschiedlichen Trägern und schnelle Entscheidungen entgegenwirken. Denn oftmals ist es nicht die Strafe selbst, sondern der Umstand, dass die gesellschaftliche Reaktion auf dem Fuße folgt, der junge Menschen zum Umdenken bewegt“, so Hessens Justizministerin Eva Kühne-Hörmann.

Die Häuser des Jugendrechts sind nicht nur dazu da, möglichst schnell Ermittlungsverfahren abzuschließen, sondern die Vernetzung der zuständigen Stellen dient auch dazu, die präventive Arbeit im Bereich der Bekämpfung der Jugendkriminalität weiter zu verbessern, etwa durch eine verstärkte Kooperation mit dem Präventionsrat der Stadt, des Landkreises und den freien Trägern“, so der Landrat des Main-Kinzig-Kreises, Thorsten Stolz.

‚Schule des Respekts‘ als Pilotprojekt

Die Justizministerin nutzte die Gelegenheit der Pressekonferenz auch dazu, ein neues Projekt anzukündigen. „Ab dem nächsten Jahr startet mit der ‚Schule des Respekts‘ ein Pilotprojekt der hessischen Justiz in Frankfurt am Main. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Vereins für Kinder- und Jugendhilfe Frankfurt am Main e.V., der Staatsanwaltschaft im Haus des Jugendrechts Frankfurt am Main-Höchst und des Hessischen Ministeriums der Justiz haben ein Konzept für einen sozialen Trainingskurs ‚Schule des Respekts‘ entwickelt. Dieser richtet sich als erzieherische Maßnahme im Jugendstrafverfahren insbesondere an Jugendliche und Heranwachsende, die durch Gewalt- und Ehrverletzungsdelikte oder Straftaten gegen die persönliche Freiheit im Zusammenhang mit einem fragwürdigen Ehrbegriff aufgefallen sind. Mit diesen Trainingskursen wollen wir jungen Straftätern eine klare Ansage machen, die aufrüttelt und zum Umdenken anregt“, so Kühne-Hörmann

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