Anlässlich des Internationalen Tags des Ehrenamts am 5. Dezember würdigt der Chef der Staatskanzlei, Staatsminister Axel Wintermeyer, den für die Gesellschaft unverzichtbaren Beitrag, den viele Bürgerinnen und Bürger in Hessen für das Gemeinwohl leisten. „Nach den Ergebnissen des jüngsten bundesweiten Freiwilligensurveys engagieren sich mehr als 44 Prozent der hessischen Bevölkerung ab 14 Jahren ehrenamtlich. Die meisten Freiwilligen betätigen sich im Sport, gefolgt von den Bereichen Kultur, Soziales und Kirchen“, erläutert Wintermeyer. Vor allem das Engagement älterer Menschen ab 65 Jahren habe in den vergangenen Jahren kontinuierlich zugenommen und liege deutlich über dem Bundesdurchschnitt. Rund ein Drittel der Hessinnen und Hessen sei zudem bereits länger als zehn Jahre kontinuierlich ehrenamtlich tätig.

LandesEhrenamtsagentur bundesweit beispielgebend
Mit der landesweiten Kampagne „Gemeinsam aktiv – Bürgerengagement in Hessen“ habe die Landesregierung in den vergangenen Jahren eine Vielzahl von Maßnahmen und Projekten zur Stärkung des Ehrenamts initiiert und durchgeführt. Mit der Einrichtung der LandesEhrenamtsagentur im Jahr 2001 etwa habe man eine Einrichtung geschaffen, die bis heute bundesweit beispielgebend sei. „Die Angebote der LandesEhrenamtsagentur tragen dazu bei, dass vor Ort neue Projekte entstehen, vorhandenes Engagement gestärkt wird und Ehrenamtliche und ihre Organisationen eine wirkungsvolle Unterstützung erfahren. Zusammen mit Kommunen, Verbänden und Freiwilligenagenturen werden aktuelle Themen der Engagementförderung erörtert und Lösungen für die sich ständig wandelnden Anforderungen an die ehrenamtliche Arbeit entwickelt. Als Impulsgeber hat die LandesEhrenamtsagentur wesentlich zum Aufbau der mehr als 50 hessischen Freiwilligenagenturen und -zentren beigetragen. Für Kommunen, Verbände und Ehrenamtsorganisationen ist sie wichtiger Ratgeber und Unterstützer“, sagt der Chef der Staatskanzlei.

„Menschen, die ihre Zeit und ihre Begeisterung freiwillig für ein Vorhaben zur Verfügung stellen, sind das Herz jedes Vereins“, so Wintermeyer. Sie zu gewinnen und ihnen mit Rat und Tat zur Seite zu stehen, sei eine zentrale Aufgabe des Freiwilligenmanagements und der Freiwilligenkoordination. Deshalb biete die LandesEhrenamtsagentur seit 2003 eine umfangreiche Weiterqualifizierung an. Fast 300 ausgebildete Freiwilligenkoordinatorinnen und –koordinatoren seien mittlerweile in Hessen aktiv. „Viele Bürgerinnen und Bürger sind bereit, ihre Ideen und ihre Zeit für die Gemeinschaft einzubringen. Die Hessische Landesregierung unterstützt sie dabei, indem sie für gute und angemessene Rahmenbedingungen sorgt“, betont der Chef der Staatskanzlei.

Engagement-Lotsen fördern Ehrenamt
Viele Menschen würden inzwischen sehr genau abwägen, warum und in welchem Umfang sie sich ehrenamtlich einsetzen wollen. „Um dieser Entwicklung gerecht zu werden, braucht es eine bedarfsgerechte Förderung“, erklärt Wintermeyer und verweist auf das „Engagement-Lotsen-Programm“ der Landesregierung, bei dem man ganz bewusst auf der kommunalen Ebene ansetze. Dabei werden in den teilnehmenden Kommunen Engagement-Lotsen zu Teams aufgebaut und qualifiziert. In enger Zusammenarbeit mit der Kommune begleiten diese dann Vereine, Initiativen und Einzelpersonen. Sie helfen, Projekte ins Leben zu rufen und vor Ort umzusetzen.

„Mit der Einrichtung des „Engagement-Lotsen-Programms“ im Jahr 2004 haben wir die Grundlagen für ein außerordentlich erfolgreiches Miteinander von Bürgerschaft und Verwaltung geschaffen. Über 600 Engagement-Lotsen in bisher 96 Kommunen sind heute das Gesicht der Ehrenamtsförderung in den Städten und Gemeinden. Ihre Aktivitäten sind so vielfältig wie die Menschen selbst und haben doch eines gemeinsam: Sie schaffen Gelegenheiten für andere, sich ebenfalls zu engagieren“, so der Chef der Staatskanzlei.

Bedarfsgerechte Förderung unterstützt Engagement
Auch im Hinblick auf die vielen Bürgerinnen und Bürger, die sich in der Flüchtlingsarbeit einsetzen, habe die Landesregierung Fördermaßnahmen ergriffen, beispielsweise mit der Fachtagungsreihe „Aktiv vor Ort“. Unter der Leitung der LandesEhrenamtsagentur wurden in drei hessischen Regionen Veranstaltungen zur Vernetzung von haupt- und ehrenamtlicher Arbeit durchgeführt. „Diese Veranstaltungsreihe haben wir inzwischen dem veränderten Bedarf angepasst: In diesem und im nächsten Jahr werden wir gemeinsam mit den Kommunalen Spitzenverbänden zwölf weitere Fachtagungen für Begleiter und Unterstützer der zahlreichen Ehrenamtlichen und ihrer Helferkreise durchführen, um die Zusammenarbeit zwischen Haupt- und Ehrenamt zu stärken. Dabei werden nicht nur aktuelle Themen der ehrenamtlichen Flüchtlingsarbeit behandelt, sondern auch die sich stetig wandelnde Anforderungen an die Arbeit der Ehrenamtlichen erörtert. Zum Ende dieses Jahres werden rund 600 Fachkräfte diese Veranstaltungsreihe besucht haben“, sagt Wintermeyer.

Der Chef der Staatskanzlei macht deutlich, dass die Landesregierung die Belange des Ehrenamts auch außerhalb der Flüchtlingshilfe nicht vergessen werde. „Das großartige Engagement der Bürgerinnen und Bürger in all seiner Vielfalt von der Nachbarschaftshilfe im Stadtviertel über den Heimatverein oder die Hospizarbeit bis hin zu international tätigen Stiftungen wird auch weiterhin gefördert und gewürdigt“, betont Wintermeyer.

Ehrenamtssuchmaschine weiterhin stark genutzt
Die Internetplattform „Ehrenamtssuchmaschine“ zur Vermittlung von ehrenamtlichem Engagement in Hessen sei seit ihrer Einführung im Jahr 2010 nicht mehr wegzudenken. Das Interesse sei mit durchschnittlich mehr als 500.000 Seitenaufrufen pro Jahr ungebrochen. „Ehrenamtlich Engagierte können hier gezielt nach bestimmten Tätigkeitsbereichen suchen, den Ort der Tätigkeit eingrenzen und mit wenigen Mausklicks ein für sie passendes Ehrenamt finden“, erläutert der Chef der Staatskanzlei.

Die Förderung des ehrenamtlichen Engagements, so Wintermeyer abschließend, bleibe weiterhin Chefsache. Es sei eine unverzichtbare Stütze der Gesellschaft. „Dass viele Menschen sich tagtäglich für andere einsetzen, entlässt den Staat nicht aus seiner Verantwortung. Die Landesregierung wird mit vielfältigen Maßnahmen weiterhin für vorbildliche Rahmenbedingungen sorgen und ehrenamtliches Engagement unterstützen.“

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