Mit dem Ziel insbesondere reisende Tätergruppen auf überregionalen Verkehrswegen aufzuhalten, führte Hessen zum dritten Mal seit Bestehen der länderübergreifenden Kooperation mit den Polizeien aus Bayern, Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz Fahndungs- und Kontrollaktionen zur Bekämpfung des Wohnungseinbruchsdiebstahls (WED) durch. Dabei kontrollierten insgesamt 600 hessische Polizeibeamtinnen und -beamte 2.036 Personen und 1.008 Fahrzeuge. 131 Verstöße zu unterschiedlichen Delikten konnten festgestellt werden. 22 Personen wurden vorläufig festgenommen.
„Trotz eines deutlichen Rückgangs beim Wohnungseinbruchsdiebstahl um 20 Prozent im vergangenen Jahr, lässt die Hessische Polizei nicht locker und macht Wohnungseinbrechern auch weiterhin das Leben schwer. Mit dem länderübergreifenden Großeinsatz hat die hessische Polizei einmal mehr klar aufgezeigt, dass die Bekämpfung dieses Deliktbereichs weiter höchste Priorität genießt. Mein Dank gilt den eingesetzten Polizistinnen und Polizisten, die durch ihren Einsatz maßgeblich für den Erfolg dieser länderübergreifenden Aktion verantwortlich waren“, so Innenminister Peter Beuth.

Software prognostiziert Verhaltensmuster

Neben der Erhöhung des Fahndungsdrucks auf Einbrecherbanden, achten die Sicherheitsbehörden auch besonders auf Kraftfahrzeugdiebstähle und Rauschgiftkriminalität. Die Kontrollen fanden vom 14. bis zum 17. März statt. 22 Personen vorläufig festgenommen, zwei Personen gingen unmittelbar in Haft. Dabei handelte es sich um einen per Haftbefehl gesuchten Wohnungseinbrecher im mittelhessischen Lollar sowie eine per Haftbefehl gesuchte Mehrfachintensivtäterin in Gießen. Sichergestellt werden konnten u.a. Betäubungsmittel, Waffen sowie Diebesgut aus einem Wohnungseinbruchdiebstahl. Es wurden zwölf Ermittlungsverfahren wegen des Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz eingeleitet, drei wegen des Verstoßes gegen das Waffengesetz und eines wegen eines Eigentumsdeliktes. Darüber hinaus wurden für die wirksame Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls wichtige Ermittlungserkenntnisse hinzugewonnen.
Das Land Hessen setzt neben großräumig angelegten Kontrollaktionen und kriminalpolizeiliche Beratungsangebote für Bürgerinnen und Bürger auf eine bundesweit einzigartige Prognosesoftware mit dem Namen KLB-operativ. Die Software leitet aus polizeilichen Datenbeständen räumliche und zeitliche Schwerpunkte im Bereich WED ab und erkennt damit Verhaltensmuster von reisenden Tätergruppen.

Statistik 2017

In Hessen sanken die Fallzahlen im Bereich des Wohnungseinbruchdiebstahls im Jahr 2017 mit insgesamt 8.287 Fällen um 20,4 Prozent (-2.118 Fälle). Die Anzahl der vollendeten Wohnungseinbrüche nahm um 3,2 % ab. Damit scheitert mittlerweile jeder zweite Versuchseinbruch in Hessen.

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