Hessens Innenminister Peter Beuth hat anlässlich des Festakts „1250 Jahre Erbach“ die Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde an die Stadt Bad Camberg verliehen und die Bedeutung eines lebendigen Geschichtsbewusstseins hervorgehoben. „Der Bad Camberger Stadtteil Erbach gehört zu den ältesten in unserem Land. Die Bad Camberger können Stolz auf die jahrhundertealte Geschichte ihrer Heimatstadt sein. Heimat braucht Geschichte und Menschen, die die Erinnerung an die Ursprünge und Wurzeln ihrer Heimat lebendig halten. Das geschieht in Bad Camberg durch zahlreiche Ehrenamtliche, denen mein besonderer Dank für ihr Engagement gebührt. Mit der Verleihung der Freiherr-vom-Stein-Ehrenurkunde würdigt die Hessische Landesregierung die Erinnerung an die oft wechselhafte Geschichte unserer Kommunen. Sie dient damit auch der Pflege des historischen Bewusstseins unserer Gemeinden und trägt somit dazu bei, das Geschichtsbewusstsein für unsere Heimat wach zu halten“, sagte Innenminister Peter Beuth.
Nach Feststellung des Hessischen Hauptstaatsarchiv gründet das 1.250-jährige Jubiläum von Erbach auf einer erstmaligen urkundlichen Erwähnung im Jahre 768 im Lorscher Codex. Danach nahmen die beiden Orte Arilbach (das heutige Erbach) und Widergisa (heute Würges) gemeinsam eine Schenkung an das Kloster Lorsch vor. Grabfunde lassen auf einen fränkischen Ursprung der Siedlung schließen, die vermutlich im 6. oder 7. Jahrhundert gegründet wurde. Heute wohnen in Bad Camberg rund 14.000 Personen und davon rund 2.700 in Erbach. Die hohe Lebens- und Wohnqualität wird durch ein reges Vereinsleben, lebendige Traditionen und die hervorragende Infrastruktur ergänzt.

Ehrenamtsförderung ist Schwerpunkt der hessischen Landespolitik

Wer sich freiwillig für das Gemeinwohl einsetzt, hat jegliche Anerkennung durch Staat und Gesellschaft verdient: Die Hessische Landesregierung setzt sich daher für eine Stärkung des Ehrenamts und eine umfangreiche Förderung ehrenamtlichen Engagements ein. Seit 2012 wurden beispielsweise rund 80 bürgerschaftliche Projekte durch die Landesstiftung gefördert (allein 2016 wurden für bestehende und neue Projekte 630.000 Euro ausgeschüttet), zudem wurde 2016 das Stiftungskapital um 1,7 Millionen Euro auf insgesamt fast 20 Millionen Euro erhöht. „Wir unterstützen die Bürgerinnen und Bürger dabei, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen. Bürgerschaftliches Engagement ist der Schlüssel für ein lebendiges Gemeinwesen – ob in der Stadt oder auf dem Land. Die vielen Ehrenamtlichen sorgen für ein vitales Vereinsleben in unseren Gemeinden. Dort wird deutlich, dass das Ehrenamt das schlagende Herz unserer Demokratie und der Baustein für ein lebendiges Gemeinwesen ist, sagte der Minister.“

Heimat hat Zukunft

Die Hessische Landesregierung fördert gezielt die Strukturen im ländlichen Raum mit einer 1,8 Milliarden Euro schweren Offensive. Damit werden verschiedene Maßnahmen finanziert: So beispielsweise das Leasing von Bürgerbussen für 1,25 Millionen Euro pro Jahr, 1.000 neue WLAN-Hotspots für rund eine Million Euro pro Jahr, etwa eine Million Euro für die Auslagerung von Arbeitsplätzen in den ländlichen Raum, der Ausbau digitaler Servicepoints der Justiz, Finanzierung von mehr als 50 Gemeindeschwestern mit 3,7 Millionen Euro und eine Million Euro an Fördergeldern für die Fortführung von Landarztpraxen (= je 500.000 Euro in 2018 und 2019). Mit 30 zusätzlichen Stellen für das erfolgreiche Konzept „Schutzmann vor Ort“, wird die Polizei künftig noch präsenter auf dem Land sein.

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