Der Hessische Minister des Innern und für Sport, Peter Beuth, hat der Stadt Frankenberg (Eder) vor dem Historischen Rathaus eine Urkunde verliehen, die es ihr erlaubt, ab sofort den Namenszusatz „Philipp-Soldan-Stadt“ zu führen.

„Auszeichnung für eine geschichtsbewusste Stadtgesellschaft.“

„Philipp Soldan schuf als einer der bedeutendsten Bildhauer der Reformation zahlreiche Werke für die Stadt Frankenberg und ihre Kirchengemeinde. Der Namenszusatz ‚Philipp-Soldan-Stadt‘ ist nicht nur Auszeichnung für den wohl bekanntesten Sohn der Stadt, sondern auch für eine gelebte geschichtsbewusste Stadtgesellschaft. Fortan erhält Frankenberg mit dem Namenszusatz ein Alleinstellungsmerkmal. Die Verleihung als ‚Philipp-Soldan-Stadt‘ ist ein weiterer Meilenstein für die Stadt, der sich nachhaltig auswirken wird“, sagte Innenminister Peter Beuth.
Der Frankenberger Bildhauer Philipp Soldan (1500 – 1570) ist in der gesamten Stadt durch seine zahlreichen Werke allgegenwärtig. So schuf er beispielsweise für das zehntürmige Frankenberger Rathaus die Balkenköpfe und den gusseisernen Ofen. Weiterhin befinden sich 30 von insgesamt 32 Balkenköpfen, die von Philipp Soldan für die Frankenberger Liebfrauenkirche geschaffen wurden, im Museum Kloster St. Georgenberg. Auch außerhalb von Frankenberg sind die Werke des Reformationskünstlers präsent. Holzarbeiten und zahlreiche gusseiserne Ofenplatten befinden sich zahlreiche Museen und Schlössern beispielsweise in Marburg und Kassel, aber auch außerhalb Hessens in Kopenhagen, Nürnberg und Metz. Die enge Verbindung der Frankenberger zu Phillip Soldan wird von den Bürgerinnen und Bürgern gelebt. Im vergangenen Jahr würdigten die Frankenberger ihren Stadtsohn mit einer eigenen Ausstellung

Hintergrund

Von den aktuell 423 Städten und Gemeinden in Hessen sind nur wenige Gemeinden befugt, ihrem eigentlichen Gemeindenamen eine Zusatzbezeichnung gemäß Paragraph 13 Absatz 2 Hessische Gemeindeordnung beizufügen, die auf ihrer geschichtlichen Vergangenheit, ihrer Eigenart oder ihrer Bedeutung beruht. Bei der Verleihung werden strenge Kriterien angelegt. Der Namenszusatz soll keinen Reklamezweck oder die Stärkung eines vor Ort besonders stark vertretenen Wirtschaftszweiges dienen, sondern hat sich auf ein besonderes Charakteristikum der Stadt zu beziehen. 

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