Hessens Innenminister Peter Beuth hat auf dem Stiftungstag 2018 des Regierungspräsidium Kassel das gesellschaftliche Engagement der Stiftungen hervorgehoben. „Das Stiftungswesen ist aus der Wirklichkeit unseres Landes nicht mehr wegzudenken. Viele Initiativen wären ohne die ideelle und finanzielle Unterstützung von Stiftungen nicht umsetzbar. Stiftungen ermöglichen es den Bürgerinnen und Bürgern, die Dinge selbst in die Hand zu nehmen und unabhängig vom Staat Freiheit in Eigenverantwortung zu leben. Das Stiftungswesen ist so über die Jahrhunderte zum Inbegriff des bürgerschaftlichen Engagements geworden“, sagte Innenminister Peter Beuth.
2017 war Hessen einmal mehr das Flächenland mit den meisten Stiftungen in der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt gibt es in Hessen 2.029 rechtsfähige Stiftungen des bürgerlichen Rechts. Das sind 33 Stiftungen pro 100.000 Einwohner – das ist ein Spitzenwert unter den deutschen Flächenländern. „Das kommt nicht von ungefähr. Die Landesregierung steht hinter der Idee von Stiftungen und macht das nicht nur durch Förderung guter Rahmenbedingungen und einen sehr intensiven Austausch mit den Stiftungen deutlich. Wir bieten darüber hinaus ein unmittelbares Gründungsengagement und unterstützen Bürgerstiftungen etwa durch Anschubfinanzierungen auch materiell. Dank der Landesstiftung ‚Miteinander in Hessen‘ wurden so seit dem Jahr 2012 über 80 Projekte gefördert, mit denen sich bürgerschaftliches Engagement in unserem Land erfolgreich nachhaltig entfalten konnte“, so Innenminister Peter Beuth.

Reform des Stiftungsrechts angestoßen

Der Stiftungsgedanke wird von der Hessischen Landesregierung auch durch seine politischen Initiativen auf Bundesebene gestärkt. Auf Antrag Hessens in der Innenministerkonferenz vom 11. bis 13. Juni 2014 in Bonn haben die Länder den Bund gebeten, mit den Vorarbeiten einer großen Reform des Stiftungsrechts zu beginnen. Das Hessische Innenministerium hat sich maßgeblich bei den Reformüberlegungen beteiligt. „Damit soll das Stiftungsrecht den Anforderungen unserer heutigen Zeit gerecht werden. Zukunftsfähige Stiftungen brauchen auch einen zukunftsfähigen Rechtsrahmen. Wir setzen uns auch weiterhin dafür ein, dass der Gedanke, der Gesellschaft durch Großzügigkeit etwas zurückzugeben und durch Stiftungen dem Wohl der Allgemeinheit zu dienen, auch in Zukunft Früchte tragen kann“, so Innenminister Peter Beuth.

Partner der Stiftungen

Die hessischen Stiftungsaufsichten bei den Regierungspräsidien betreuen derzeit über 2000 Stiftungen. Allein das Regierungspräsidium Kassel übt aktuell die Aufsicht über 290 Stiftungen aus. Ihre Tätigkeit erschöpft sich nicht in der Anerkennung der Stiftungen und der Kontrolle ihrer Jahresabrechnungen. Die Regierungspräsidien verstehen sich selbst als erste Anlaufstelle und als Partner der Stiftungen. Diese Funktion wird auch durch das Hessische Stiftungsgesetz vorgegeben, wobei die Aufsicht mit der gebotenen Zurückhaltung erfolgen soll, damit Stiftungen ohne unnötige, bürokratische Hemmnisse arbeiten können. „Die Landesregierung und die Regierungspräsidien unterstützen die Stiftungen in Hessen, damit sie auch weiterhin erfolgreich entfalten können. Das blühende, vielfältige Stiftungswesen ist eine Wohltat für unser Land und für die Menschen in den Städten und Gemeinden. Unser Land profitiert nicht nur durch die finanziellen Stiftungsleistungen, sondern auch von ihrem kreativen Potential, das sich in dieser Rechtsform weitgehend frei entfalten kann. Das ist gut so, denn wir brauchen stifterisches Engagement“, so der Minister.

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