„Über 11.000 Menschen in Deutschland warten derzeit auf ein Spenderorgan, das ihnen das Leben retten kann. Für diese Menschen müssen wir uns engagieren, denn hinter jeder Person auf einer Warteliste steckt ein Schicksal“, betonte Grüttner. Deshalb werde sich die Hessische Landesregierung weiterhin engagieren, um aufzuklären und zu informieren, damit die Zahl der Menschen, die bereit sind, ein Organ zu spenden, steigen könne.
Im Zeitraum von Januar bis März 2018 wurden in Hessen 26 Organe gespendet, im gleichen Zeitraum 2017 waren es 17. In Hessen lag die Zahl der Organspender im Jahr 2017 insgesamt bei 65, 2015 und 2016 waren es jeweils 56 Organspender. Diese leichte Steigerung der Organspendenbereitschaft sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, dürfe aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass nach wie vor bundesweit ein erheblicher Bedarf an Spenderorganen bestehe, so der Gesundheitsminister.
Grüttner betonte, dass es wichtig sei, das Thema immer wieder in der Öffentlichkeit ins Bewusstsein zu rücken. In Kooperation mit dem Hessischen Fußball-Verband veranstaltete das Hessische Gesundheitsministerium vom 11. bis 13.05.2018 in allen Amateurligen Hessens, von der Kreisklasse bis zur LOTTO Hessenliga, einen Aktionsspieltag zum Thema ‚Organspende‘. Auch Sportfeste oder andere Veranstaltungen der Vereine wurden dafür genutzt. An der Aktion beteiligten sich etwa 100 Vereine. „Mit unserem Aktionstag haben wir den ersten Schritt gemacht und auf dieses wichtige Thema hingewiesen. Wir freuen uns, dass der Aktionstag eine große positive Resonanz hervorgerufen hat. Nun hoffen wir darauf, dass sich viele Menschen intensiv mit diesem Thema auseinandersetzen und für eine Organspende entscheiden“, erklärte Stefan Reuß, Präsident des Hessischen Fußball-Verbandes.

„Informieren Sie sich, setzen Sie sich mit dem Thema auseinander"

„Ich werbe daher mit großem Nachdruck dafür, die eigene Entscheidung zur Organspende in einem Organspendenausweis festzuhalten“, so Grüttner. Dies entlaste auch die Angehörigen. „Es ist für die Angehörigen eine riesige Belastung, gleichzeitig einen Todesfall zu verarbeiten und zugleich eine Entscheidung zur Organspende im Sinne des Verstorbenen zu treffen.“ Dies führe in den meisten Fällen dazu, dass die Angehörigen eine Organspende ablehnen. Schon vor einigen Jahren wurde unter der Schirmherrschaft der Landesregierung die Initiative Organspende Hessen (IOH) gegründet, um umfassend über die Organspende aufzuklären. „Informieren Sie sich, setzen Sie sich mit dem Thema auseinander und ich würde mich freuen, wenn mehr Hessinnen und Hessen ihren Entschluss für die Organspende in einem Ausweis dokumentieren“, so der Gesundheitsminister abschließend.
„Es ist auch dem großen Engagement der Selbsthilfegruppen, Initiativen und Verbänden zu verdanken, dass die meisten Menschen der Organspende durchaus positiv gegenüberstehen“, so der Minister. So sei auch der Tag der Organspende auf Initiative der Patientenverbände entstanden und finde seit mehr als 30 Jahren traditionell am ersten Samstag im Juni statt.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag