Hessen stellt sich mit großem Engagement der Herausforderung, die medizinische Versorgung, insbesondere im ländlichen Raum, weiterhin sicher- und zukunftsfest aufzustellen. Auf seiner dreitägigen Rundreise durch Hessen besucht Gesundheitsminister Stefan Grüttner deshalb gute Beispiele der gesundheitlichen Versorgung auf dem Land um sich über innovative Modelle zu informieren. „Eine zukunftsfeste und weiterhin wohnortnahe, qualitativ hochwertige Versorgung ist eine der großen Zukunftsaufgaben. Zum einen werden die Menschen älter und es wird immer mehr medizinische Versorgung nachgefragt. Gleichzeitig geben viele Allgemeinmediziner ihre Praxen altersbedingt auf und nun gilt es, neue Wege zur Sicherstellung einer hochwertigen medizinischen Versorgung zu beschreiten“, betonte der Gesundheitsminister. Beim Besuch des Medi-Centers ‚Falkeneck‘ in Braunfels stand heute die sektorenübergreifende Versorgung im Mittelpunkt. Ein gutes, tragfähiges Beispiel ist die seit Jahren bestehende enge Kooperation der Lahn-Dill-Kliniken mit dem Arztnetz A.N.R. für die Region Lahn-Dill. Beide gründeten 2011 die Gesellschaft zur Förderung der Gesundheitsregion Lahn-Dill (GFG) und 2014 das Landarztnetz Lahn-Dill. Ziel ist, die landärztliche Versorgung im Lahn-Dill-Kreis für die Zukunft sicherzustellen.

Langfristige Sicherstellung der ambulanten hausärztlichen Versorgung

Entscheidend für die langfristige Sicherstellung der ambulanten hausärztlichen Versorgung ist die Frage des vorhandenen Personals und der Möglichkeiten, Ärztinnen und Ärzte flexibel an verschiedenen Standorten einzusetzen. Aus Sicht des Landkreises würde ein flexiblerer Personaleinsatz hier ebenfalls zur Sicherstellung der Versorgung beitragen, wie der Landrat des Lahn-Dill-Kreises Wolfgang Schuster betonte: „Wir haben hier im Kreis beispielsweise viele Ärzte im Rentenalter, die sich vorstellen können, flexibel auf Stundenbasis zu arbeiten.“
Weiterhin wird eine enge Zusammenarbeit zwischen den Notaufnahmen des Kreises, dem Ärztlichen Bereitschaftsdienst (ÄBD) und den Rettungsdiensten bereits gelebt. Zu dieser sektorenübergreifenden Notfallversorgung sagte der Klinik-Geschäftsführer Richard Kreutzer: „Auf dem Land könnten zukünftig regionale Gesundheitszentren, die direkt an Kliniken angeschlossen sind, als zentrale Anlaufstelle für Patienten dienen und so zu einer Entlastung der Notaufnahmen führen.“

In den bisherigen Strukturen und Sektorengrenzen umdenken

„Unter den sich verändernden Rahmenbedingungen ist ein Umdenken in den bisherigen Strukturen und Sektorengrenzen – auch im Hinblick auf den Einsatz von Fachpersonal – erforderlich“, betonte Grüttner bei seinem Besuch. Auch im Gespräch mit einer Patientin zeigte sich, dass eine enge Zusammenarbeit zwischen den Sektoren von großem Vorteil für die Patientinnen und Patienten ist. „Der Therapieerfolg einer stationären Behandlung verfestigt sich, wenn zum Beispiel eine weiterverordnete Physiotherapie die Sturzgefährdung eines älteren Menschen reduziert“, so der Gesundheitsminister.
Im ländlichen Raum leben besonders viele ältere Menschen, die auf medizinische Versorgung angewiesen sind, daher hat das Hessische Ministerium für Soziales und Integration bereits seit 2011 über den Hessischen Gesundheitspakt Initiativen zur Stärkung der hausärztlichen und grundversorgenden fachärztlichen Versorgung gestartet hat. „Wir brauchen in den ländlichen Regionen zudem verstärkt integrierte Versorgungsformen, die Leistungen aus den Bereichen Medizin, Pflege und soziale Betreuung vernetzt anbieten.“ Das Land unterstützt solche innovativen Ansätze über das Landesprogramm „Regionale Gesundheitsnetze“ und die Initiative „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“. Bei allen Bestrebungen zur Sicherung der wohnortnahen Versorgung steht das Wohl der Bürgerinnen und Bürger immer an oberster Stelle. Dafür treten wir zuverlässig ein“, so der Gesundheitsminister abschließend.

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