Der Hessische Arbeits- und Gesundheitsminister Stefan Grüttner hat sich heute bei einer Betriebsbesichtigung über die Arbeit der Grillo-Werke, insbesondere über die Produktion von Dimethylsulfat, informiert. „Dieser Betrieb ist ein gutes Beispiel, dass auch im Industriealltag Tätigkeiten mit hoch gefährlichen und krebserzeugenden Gefahrstoffen mit Hilfe einer wirksamen betrieblichen Arbeitsschutzorganisation und der Nutzung der geeigneten technischen Maßnahmen durchgeführt werden können. Dadurch werden die Beschäftigten nicht der Gefährdung durch eine Exposition ausgesetzt und konsequent vor krebserzeugenden Gefahrstoffen geschützt“, teilte Grüttner heute mit. Die Substanz Dimethylsulfat ist eine wichtige Industriechemikalie, die für die Produktion von Weichspülern, Pharmazeutika und Pflanzenschutzmittel verwendet wird. Es handelt sich hierbei um eine farblose und schwerflüchtige, aber auch krebserzeugende Flüssigkeit. Herstellung und Umgang mit dieser Substanz erfordern ein hohes betriebliches Schutzniveau.
Die Grillo-Werke auf dem Gelände des Industrieparks Höchst in Frankfurt ist ein Teil der Grillo-Werke AG. Hauptsitz des Unternehmens ist Duisburg. Der Grillo-Konzern ist in die vier Geschäftsbereiche „Metall“, „Chemie“, „Zinkoxid“ und „Rheinzink“ gegliedert. Das Unternehmen ist einer der bedeutendsten Verarbeiter von Zink und zugleich Hersteller von Schwefelchemikalien.

In den letzten 40 Jahren keinen Unfall mit Stoffkontakt zu verzeichnen

„Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz haben eine hohe Priorität bei uns. Dank der technischen und organisatorischen Maßnahmen zur Erhöhung der betrieblichen Sicherheit, sowie dem umsichtigen Handeln unserer Mitarbeiter bei der täglichen Arbeit, haben die Grillo-Werke im Dimethylsulfatbetrieb in den letzten 40 Jahren keinen Unfall mit Stoffkontakt zu verzeichnen, auch berufsbedingte Krebserkrankungen sind nicht aufgetreten“, sagte Dr. Christian Ohm, für Arbeitsschutz und Chemie zuständiges Vorstandsmitglied der Grillo-Werke AG.
Nach den Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist Krebs die zweithäufigste Todesursache in Hessen. Der Verhinderung dieser Krankheit durch gezielte Präventionsmaßnahmen kommt deshalb in der gesundheitspolitischen Zielsetzung der Hessischen Landesregierung eine besondere Priorität zu. Mehr als 55 Prozent aller tödlich verlaufenden Berufskrankheiten sind in einer Krebserkrankung begründet. Hauptursache für den Berufskrebs sind krebserzeugende Gefahrstoffe, denen Beschäftigte an ihren Arbeitsplätzen ausgesetzt sind. „Deshalb ist Schutz und Prävention so wichtig. Dafür setzen wir uns als Ministerium für einen vorsorgenden Arbeitsschutz ein, aber auch der Grillo-Konzern nimmt das Ernst und schützt seine Mitarbeiter“, lobte Grüttner.

Gezielte Präventionsstrategie zur Bekämpfung berufsbedingter Krebserkrankungen

„Mit dem fachpolitischen Schwerpunkt „Kampf dem Krebs am Arbeitsplatz“ verfolgt das Hessische Ministerium für Soziales und Integration eine gezielte Präventionsstrategie zur Bekämpfung berufsbedingter Krebserkrankungen. Hierzu werden Arbeitsplätze in Hessen, an denen Beschäftigte mit krebserzeugenden Gefahrstoffen tätig sind, stichprobenartig überprüft“, so Grüttner weiter. Seit 2015 überprüfen die hessischen Aufsichtsbehörden für Arbeitsschutz und Produktsicherheit gezielt die Expositionssituation an Arbeitsplätzen, an den Tätigkeiten mit krebserzeugenden Gefahrstoffen ausgeführt werden. Gleichzeitig wird durch eine spezifische Information von Kooperationspartnern, wie den Sozialpartnern, Fachverbänden oder den Unfallversicherungsträgern eine breite Sensibilisierung für das Thema „Kampf dem Krebs am Arbeitsplatz“ angestrebt. 

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