„Wir reformieren unsere Steuerverwaltung, um sie noch besser aufzustellen für die Zukunft. Dadurch stärken wir auch den ländlichen Raum, indem wir die Arbeit in die Heimat und zu den Menschen bringen. Wir möchten unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und denen, die es noch werden möchten, sichere und attraktive Arbeitsplätze auch jenseits der großen Zentren anbieten. Von der von mir angestoßenen Strukturreform der Hessischen Steuerverwaltung profitiert spürbar auch das Finanzamt Bensheim, denn hier werden rund 36 zusätzliche Dienstposten geschaffen. Derzeit wird das Amt auf die personelle Verstärkung vorbereitet“, erklärte Hessens Finanzminister Thomas Schäfer heute. Bereits im März hatte der Minister das Gesamtkonzept zum Ausbau und zur Stärkung von Finanzämtern in kleineren Städten und im ländlichen Raum präsentiert.

Vorbereitungen am Finanzamt Bensheim

Und das ändert sich ab Januar 2018: Die zusätzlichen Kolleginnen und Kollegen im Finanzamt Bensheim werden im Rahmen eines Pilotprojekts die Bearbeitung der Körperschaftsteuer und die Betriebsprüfung Bensheimer Fälle vom Finanzamt Darmstadt übernehmen. „Damit schaffen wir zusätzliche attraktive Arbeitsmöglichkeiten vor Ort. Für viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verkürzen sich dadurch die täglichen Arbeitswege – ein klarer Gewinn für alle, die etwa im Odenwald oder an der Bergstraße wohnen und bisher nach Darmstadt pendeln mussten“, erläuterte Schäfer. Ein 15-köpfiger Aufbaustab kümmere sich um eine reibungslose Verlagerung der Aufgaben in das Finanzamt Bensheim: „Das Team leistet wertvolle Unterstützungsarbeit. Alle technischen, organisatorischen und fachlichen Fragestellungen werden fortlaufend geklärt, so dass eine zügige Übertragung der Aufgaben sichergestellt ist.“

Viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, das bedeutet auch: Das Bensheimer Finanzamt muss sich räumlich vergrößern. Die derzeitige Liegenschaft des Finanzamts am Berliner Ring 35 ist ein langfristig durch das Land angemietetes Objekt. In diesen Tagen haben Land und Eigentümer einen Vertrag unterzeichnet, der vorsieht, dass der Anbau des Dienstgebäudes um zwei weitere Stockwerke ergänzt und das Land auch in den dann erweiterten Räumlichkeiten Mieter wird. Die bauliche Aufstockung soll bis zum Herbst des kommenden Jahres erfolgen. Den Beschäftigten wird dadurch eine zusätzliche Fläche von rund 700m² zur Verfügung stehen.

Stärkung der ländlichen Regionen und der Steuerverwaltung

„Die Stärkung des ländlichen Raums ist natürlich nicht Kernaufgabe der Steuerverwaltung. Sie lässt sich aber erreichen mit einer Reform, die auch die Steuerverwaltung weiter stärkt“, erklärte Finanzminister Schäfer. „Aufgaben werden gebündelt und gezielt an Ämter abseits der Zentren vergeben. Die Verwaltung gewinnt durch die Zentralisierung der Bearbeitung bestimmter Sachverhalte an einzelnen Orten weiter an Effektivität, die auch den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt. Und andere das Fürchten weiter lehren wird. So passt eins zum anderen.“

Durch die umzusetzenden Strukturveränderungen werden rund 150 Dienstposten in die Regionen verlagert. Da die Steuerverwaltung flexible Arbeits- und Teilzeitmodelle ermöglicht, mit denen sie insbesondere auch dem Aspekt der Vereinbarkeit von Familie und Beruf Rechnung trägt, stehen dem rund 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegenüber.

Arbeitsplätze in ländlichen Regionen

„Viele Hessinnen und Hessen möchten in ihrer Heimat an der Bergstraße, im Vogelsberg oder in der Schwalm arbeiten. Viele müssen aber weite Wege in Kauf nehmen, um zur Arbeit zu kommen oder sie kehren dem ländlichen Raum ganz den Rücken, um in den Städten zu arbeiten und zu wohnen. Das soll jeder machen, wie er möchte. Dazu gehört aber auch, dass der Staat Angebote macht, damit etwa junge Familien sich auch für ländliche Regionen entscheiden können. Krisensichere, verlässliche Arbeitsplätze gehören dazu. Arbeitsplätze mit Perspektive. Diese Angebote schaffen wir: zur Stärkung auch kleinerer Städte und vermeintlich abgelegener Regionen“, so der Finanzminister.

„Verlagerung heißt natürlich auch, dass Ämter Dienstposten abgeben. Die abgebenden Ämter bleiben aber nach wie vor die großen unter den hessischen Finanzämtern“, so Finanzminister Schäfer. „Hessinnen und Hessen haben überall im Land sichere, attraktive und hochwertige Arbeitsplätze verdient. Mit der Reform der Steuerverwaltung möchte ich dieses Angebot an möglichst vielen Orten in und vor allem auf unserem Land verbessern. Gleichzeitig stellt sich die Steuerverwaltung damit noch besser und effektiver auf. Das kommt allen Bürgerinnen und Bürgern zugute.“

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