Gleich drei Friedensnobelpreisträger haben heute die Stadt Darmstadt besucht. Auf Einladung der Tibet Initiative Deutschland e.V. sprach seine Heiligkeit, der 14. Dalai Lama, im Wissenschafts- und Kongresszentrum darmstadtium zum Thema „Gewaltlosigkeit ist der Weg – Der Dalai Lama im Gespräch“, unter anderem mit den beiden Friedensnobelpreisträgern, dem früheren polnischen Staatspräsidenten und Gewerkschaftsführer Lech Walesa und mit Rebecca Johnson von der Internationalen Kampagne zur Abschaffung von Atomwaffen (ICAN). Im Zentrum stand die Frage: Wie lassen sich Konflikte auf gewaltlose Weise lösen? 

Für den Frieden, die Freiheit und den gewaltlosen Konflikt

Finanzminister Dr. Thomas Schäfer begrüßte stellvertretend für die Hessische Landesregierung die drei Friedensnobelpreisträger: „Heute haben wir gleich drei Friedensnobelpreisträger in unserer Runde und alle drei heiße ich aufs Herzlichste willkommen! Drei Menschen, die auf ganz unterschiedliche Art und Weise sich für den Frieden, die Freiheit und den gewaltlosen Konflikt in der Welt eingesetzt haben und dies auch weiterhin tun. So unterschiedlich die drei Biographien auch sind, so einzigartig und beeindruckend sind sie zugleich. Wir Gäste sollten heute also vor allen Dingen eines tun: Sehr gut zuhören. Eine Eigenschaft, die im Übrigen im Alltag vielen Missverständnissen vorbeugen und damit auch zur Gewaltfreiheit beitragen kann.“  
An den 14. Dalai Lama gerichtet, sagte Hessens Finanzminister: „Es ist der erste Darmstadt-Besuch seiner Heiligkeit, aber beileibe nicht der erste Besuch in Hessen. Jeder Besuch ist aufs Neue eine Ehre für unser Bundesland. Wir heißen Sie wieder mit offenen Armen willkommen und freuen uns sehr, Sie in unserer Mitte haben zu dürfen. So wie man es eben macht, wenn Freunde nach Hause kommen!“

Zum Inhalt der Veranstaltung

Dr. Thomas Schäfer äußerte sich auch zum Inhalt der Veranstaltung: „Die Frage, wie sich Konflikte möglichst oder gar ganz gewaltfrei beenden lassen, ist fast so alt wie die Menschheit selbst. Wir werden wahrscheinlich nie eine allgemeingültige Antwort erhalten, die jeden Konflikt im Keim erstickt. Aber genau deshalb ist es unsere wichtige Aufgabe nicht zu verzagen und unser Leben lang nach Lösungen zu suchen, um möglichst viele Konflikte zu beenden und dadurch mehr Menschlichkeit in die Welt zu bringen.“
Schäfer weiter: „Die Welt verändert sich. Informations- und Kommunikationstechnologien etwa können binnen Sekunden selbst die entlegensten Dörfer vernetzen, Menschen vor dem Bildschirm zusammenbringen und Wissen teilen. Zugleich sind die Neuen Medien aber für viele Menschen auch ein Instrument, um Hass zu schüren und Menschen einzuschüchtern. Wir müssen im Alltag sorgsamer mit den Instrumenten umgehen, die uns der Fortschritt bereithält. Wir müssen die Schwachen vor den rücksichtslosen Starken beschützen und aus rücksichtslosen Starken schützende Starke machen. Das alles geht nur, wenn jeder Mensch seine Mitmenschen mit Respekt und Toleranz betrachtet und in ihnen nicht bloß Konkurrenten oder Widersacher sieht. Das was die Welt braucht, ist mit Sicherheit etwas mehr Empathie und kluge Ratgeber, wie die drei Nobelpreisträger, die heute gekommen sind, um ihre Vorstellungen von einem gewaltfreien Leben zu teilen.“
Hessens Finanzminister betonte auch in seiner Rede: „Seit vielen Jahren pflegt die Hessische Landesregierung einen im wahrsten Sinne des Wortes freundschaftlichen Kontakt zum geistigen Oberhaupt der Tibeter. Dazu gehört auch, dass beide Seiten die Entwicklung in den jeweiligen Ländern mit großem Interesse verfolgen und diese auch zum Gegenstand intensiver Gespräche machen. Die Lage der Menschen in Tibet war und ist dieser Landesregierung stets ein wichtiges Anliegen und daran halten wir auch engagiert fest.“

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