„Gegen Trickser, gegen Betrüger: Das trieb uns auch 2017 wieder an. Die Fahnder und Prüfer unserer Steuerverwaltung haben über 2,3 Milliarden Euro für uns Hessen reingeholt. Das finde ich #EinfachGerecht!“, sagte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute in Wiesbaden. Er stellte gemeinsam mit Oberfinanzpräsident Jürgen Roßberg den Jahresbericht 2017 der Oberfinanzdirektion Frankfurt am Main (OFD) vor.
„Mein Dank geht an unsere über 11.000 Beschäftigten, die sich auch im vergangenen Jahr wieder bürgernah und vor Ort in ganz Hessen für die ehrlichen Bürgerinnen und Bürger und für noch mehr Steuergerechtigkeit eingesetzt und beherzt gegen Steuerkriminalität gekämpft haben", sagte Finanzminister Schäfer. „Mein Dank gilt aber auch den vielen ehrlich Steuer zahlenden Hessinnen und Hessen. 2017 haben wir so viele Steuern eingenommen wie nie zuvor: Das haben Sie uns Tag für Tag erarbeitet! Ich setze mich weiterhin dafür ein, dass Hessen mit diesem Geld sorgsam umgeht, keine neuen Schulden macht und wichtige Investitionen vorantreibt. Das finde ich #EinfachGerecht.“
„Hessische Betriebsprüfer und Betriebsprüferinnen haben auch im vergangenen Jahr wieder konsequent und fair Betriebe geprüft. Unsere Prüfer achten darauf, dass Recht und Gesetz eingehalten werden. Ein Mehrergebnis dieser Arbeit von rund 1,7 Milliarden Euro kann sich sehen lassen“, sagte Schäfer. „Im Vergleich zum Vorjahr ist das Ergebnis zwar zurückgegangen. Es sind oft aber nur wenige, dafür sehr bedeutende Einzelfälle, die von Jahr zu Jahr zu Schwankungen in den Ergebnissen führen können, je nachdem, in welches Jahr der Abschluss der Prüfung fällt.“
Der Streitwert von aufgedeckten potentiellen Betrugsfällen, die noch in Bearbeitung sind, liegt bei rund 800 Millionen Euro.

Steuerfahndung im Überblick   

„Die Steuerfahndung hat auch im vergangenen Jahr mit vorläufigen Mehrsteuern in Höhe von rund 674 Millionen Euro viel für die Steuergerechtigkeit in unserem Land getan. Wir tragen dadurch auch in beträchtlichem Maß zum gesellschaftlichen Zusammenhalt bei, indem wir es Kriminellen eben nicht durchgehen lassen, sich auf Kosten der Gemeinschaft zu bereichern“, sagte der Finanzminister.

Hessen sichtet Panama Papers

„2017 war ein gutes Jahr im Kampf gegen Steuerkriminalität. Auch durch unsere Beteiligung an Ankauf und Auswertung der Panama Papers haben wir Hessen den Druck nochmals erhöht“, betonte Schäfer. „Unsere Beschäftigten können stolz darauf sein, dass das Bundeskriminalamt mit der Bitte um Unterstützung auf uns zugekommen ist, da wir über die Fachleute und die technischen Möglichkeiten verfügen, das mehrere Millionen Dateien umfassende Datenpaket auszuwerten.“
„Die Auswertung ist mühsam, langwierig und zählbare Ergebnisse werden nicht schnell greifbar sein. Was nach Sisyphusarbeit klingt, ist aber keine, denn irgendwann gelingt es unseren Leuten, einen Felsblock oben auf dem Berg zu halten, irgendwann kommen Ergebnisse. Dazu ist Teamarbeit gefragt: Wir liefern Daten aus den Panama Papers an Steuerbehörden im In- und Ausland, die dann die eigentliche Ermittlungsarbeit machen“, erklärte Finanzminister Schäfer. „Auch an unsere hessischen Fahndungsstellen hat das Auswertungsteam in Kassel die ersten Fälle abgegeben.“
Bisher wurden Daten zu über 800 Offshore-Gesellschaften an inländische und zu rund 30 Offshore-Gesellschaften an internationale Steuerbehörden weitergeleitet. „Dabei haben wir insgesamt über 140.000 Dokumente weitergegeben. Eine beeindruckende Zahl, die zeigt, wie viel Arbeit wir und andere investieren und weiter investieren werden“, betonte der Finanzminister. „Unabhängig von den zählbaren Ergebnissen ist mir auch das Zeichen, das wir mit dem Ankauf und der Auswertung setzen, wichtig: Wir verfolgen Steuerkriminalität konsequent! Wer in Panama nur am Strand liegt, dem sei’s gegönnt. Wer sein Geld über Panama an unseren Gesetzen vorbei anlegt, der sollte nicht nur ein schlechtes Gewissen haben, sondern zu Recht fürchten, dass die weltweite Gemeinschaft der Fahnder und Ermittler ihn stellt.“

Innendienst im Überblick    

Oberfinanzpräsident Jürgen Roßberg stellte die Zahlen des Innendienstes vor: „Auch im Geschäftsjahr 2017 haben wir aus meiner Sicht unsere Hausaufgaben sehr gut erledigt: Wir haben weiter an unserer IT-Kompetenz gearbeitet und uns als serviceorientierter, zuverlässiger und bürgernaher Ansprechpartner erwiesen. Über 1,6 Millionen bearbeitete Anrufe und über 800.000 Besucher in den Finanzservicestellen der hessischen Finanzämter zeigen gut auf, dass wir uns hier im guten Dialog mit den Bürgerinnen und Bürgern befinden.“
„Das zeigt sich auch an der Leistungsfähigkeit der Kolleginnen und Kollegen des Innendienstes: über 1,5 Millionen veranlagte Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, 771.000 bearbeitete Betriebe – das sind sehr gute Zahlen“, so der Oberfinanzpräsident.
„Damit das auch in Zukunft gut bei uns läuft, haben wir rekordträchtige Einstellungen von 650 Anwärterinnen und Anwärtern unternommen und wollen dies in den Jahren 2018 und 2019 weiter forcieren. Ein gut ausgesuchter und gut ausgebildeter Nachwuchs ist ein wichtiger Garant für unsere Zukunftssicherheit“, resümierte Roßberg.

Arbeit zu den Menschen und in die Heimat bringen

„Arbeit in die Heimat und zu den Menschen bringen: Das möchte ich mit der Reform unserer Steuerverwaltung erreichen, mit deren Umsetzung wir 2017 begonnen haben. Finanzämter im ländlichen Raum sollen gestärkt und aufgewertet werden – mit 500 Arbeitsplätzen. Wir bündeln Aufgaben und vergeben sie gezielt an Ämter abseits der Zentren. Die Verwaltung gewinnt durch die Zentralisierung weiter an Effektivität, die den Bürgerinnen und Bürgern zugutekommt. Für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entstehen neue Beschäftigungs- und Karrieremöglichkeiten. Ganz praktisch heißt das auch: Beschäftigte können oft näher am Wohnort einen attraktiven Arbeitsplatz finden und müssen weniger weit pendeln. Und das 500-mal in ganz Hessen“, sagte Finanzminister Schäfer. „Die Verlagerung von 200 Arbeitsplätzen haben wir bereits im vergangenen Jahr auf den Weg gebracht. Ab diesem Jahr folgen 300 weitere. Viele Rückmeldungen unserer Beschäftigten zeigen, dass sie auf solch ein Zeichen nur gewartet haben. Es gelingt bestens, die Arbeitsplätze in der Region zu besetzen.“
Aus der Praxis konnte dazu Rolf Gerber, Vorsteher des Finanzamts Bensheim, berichten. Arbeit zu den Menschen und in die Heimat bringen heißt für Bensheim: 36 zusätzliche Dienstposten mit attraktiven Vergütungen. Das Finanzamt übernahm im Rahmen eines Pilotprojekts zum 1. Januar 2018 die Bearbeitung der Körperschaftsteuer und die Betriebsprüfung Bensheimer Fälle vom Finanzamt Darmstadt.

Gute Zusammenarbeit, erfreulicher Zwischenstand

„Ich kann voller Überzeugung sagen: Wir haben alle zusammen zum Jahresbeginn einen erfolgreichen Start hingelegt. Die finanzamtsinterne Teamleistung und die enge Zusammenarbeit mit dem abgebenden Finanzamt Darmstadt und der Oberfinanzdirektion waren dafür ausschlaggebend. Die Zusammenarbeit klappte bemerkenswert gut“, sagte Finanzamtsvorsteher Gerber.
„Der Zwischenstand nach nun knapp vier Monaten ist ebenfalls erfreulich. Wir haben weiterhin zufriedene und hoch motivierte neue Kolleginnen und Kollegen. ‚Die Verlagerung war ein Glücksfall für mich‘, sagen mir viele von ihnen. Durch die wohnortnahe Arbeitsstelle haben sie deutlich mehr Zeit und damit mehr Lebensqualität gewonnen, erklärte Gerber.
Eine Präsentation zur Pressekonferenz und den vollständigen Jahresbericht finden Sie bei uns online.

Downloads:
OFD-Jahresbericht 2017 - Präsentation Pressekonferenz am 27. April 2018 (PDF / 2 MB)
OFD-Jahresbericht 2017 (PDF / 2 MB)

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag