Karl Brunner aus Biedenkopf ist seit heute Träger des Bundesverdienstkreuzes: Für seinen ehrenamtlichen Einsatz für karitative Zwecke, im Vereinsleben von Biedenkopf sowie im kirchlichen Bereich, wurde ihm heute das Ehrenabzeichen des Bundespräsidenten in der Ordensstufe „Verdienstkreuz am Bande“ überreicht. Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Landrätin Kirsten Fründt würdigten im Rahmen der feierlichen Übergabe Brunners Verdienste. „Ich kenne Herrn Brunner seit vielen Jahren und schätze sein umfassendes Engagement für die Entwicklungsarbeit in Kenia sehr. Auch hier vor Ort in Biedenkopf hat er sehr viel Positives bewirkt, beispielsweise durch sein Engagement im Lions Club oder in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde“, erklärte der Finanzminister in seiner Laudatio.
„Sehr geehrter Herr Brunner, Sie zählen zu den wenigen Menschen, die erkannt haben, dass die Zukunft den Kindern dieser Welt gehört. Ihr außergewöhnliches Engagement für Kinder aus Entwicklungsländern bezeugt diese Haltung“, sagte Landrätin Fründt. „Eine Gesellschaft, so sagt man, lässt sich danach beurteilen, wie diese ihre schwächsten Mitglieder behandelt. Ihr Engagement für die Schwächsten verdient daher unseren größten Respekt.“

Zur Person:

Karl Brunner, Jahrgang 1942, ist gelernter Büromaschinenmechaniker. Er arbeitete zunächst in der Entwicklungsabteilung von Rechenautomaten bei Triumph-Adler in Nürnberg und ab 1970 bei der Firma VOKO in Gießen als Programmierer und Vertriebsleiter. Nach seinem Studium der Betriebswirtschaft 1975 machte er sich im darauf folgenden Jahr als Olivetti-Vertriebspartner in Biedenkopf selbstständig. Später arbeitete er als Vertriebspartner mit Siemens-Nixdorf und Fujitsu zusammen. Außerdem  entwickelte er selbst Software-Lösungen für verschiedene Wirtschaftsbereiche, seit 1999 als Partner von Microsoft. Im Jahr 2008 übergab er seine Geschäftsanteile an seine beiden Söhne.
Der Geehrte hat sich über viele Jahre ehrenamtlich für Straßenkinder in Kenia engagiert: Seit dem Jahr 1990 setzt er sich als Gründungsmitglied und Vorsitzender für den Förderverein Kinderheim Bindura e.V. ein. Seit seinem Bestehen hat der Verein weit über zwei Millionen Euro an Spendengeldern für die Entwicklungsarbeit akquiriert – ein Umstand, der maßgeblich dem außergewöhnlichen Einsatz Brunners zu verdanken ist. Immer wieder sucht der Geehrte zur Umsetzung größerer Vorhaben des Vereins geeignete Mitstreiter, wie etwa Kirchengemeinden, Stiftungen, Vereine mit ähnlicher Zielsetzung sowie größere Organisationen wie beispielsweise „Brot für die Welt“.
Dies gilt auch für seine ehrenamtliche Tätigkeit beim Lions Club-Biedenkopf, dem Brunner seit 1986 angehört und dessen Präsident er 1990 und 2011 war. Seit 1995 findet jährlich der sogenannte Sponsorenlauf des Clubs statt, an dessen Entwicklung und Gestaltung der Geehrte beteiligt war und ist. Die jährlichen Erlöse werden für die Straßenkinderarbeit in Kenia, aber auch für regionale und überregionale soziale Einrichtungen gespendet. Darüber hinaus hat der Geehrte zusammen mit weiteren Clubmitgliedern einen gesponserten Adventskalender entwickelt, dessen Erlöse ebenfalls der Kinder- und Jugendarbeit zugutekommen.
Karl Brunner hat sich ferner auch im kirchlichen Bereich eingesetzt: In den Jahren 2000 und 2001 wurde die Hospitalkirche Biedenkopf saniert. Sie gehört der Hospitalstiftung, die sich um sozial benachteiligte Menschen vor Ort kümmert. Für die Stiftung war das Aufbringen des erforderlichen Finanzvolumens für die Sanierung eine große Herausforderung. Dank des großen Einsatzes des Geehrten konnte jedoch ein überwältigendes Spendenergebnis erzielt werden, das maßgeblich zur Kirchensanierung beitragen hat.

Unbeirrbarer Einsatz für Kenias Straßenkindern

Der Finanzminister richtete sich an den Geehrten: „Sehr geehrter Herr Brunner, dank Ihres unbeirrbaren Einsatzes konnte etlichen Straßenkindern in Kenia ein besseres Leben ermöglicht werden. Sie haben durch Ihr langjähriges Engagement dazu beigetragen, dass viele Menschen in Biedenkopf und Umgebung auf die Not dieser Kinder aufmerksam wurden und für die Entwicklungsarbeit gespendet haben. Dafür möchten wir Ihnen heute ganz herzlich danken.“ Doch auch in Biedenkopf haben sich Brunner sehr im Vereinsleben und in der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde verdient gemacht. „Ihr Name ist untrennbar mit vielen positiven Entwicklungen vor Ort verknüpft“, so Schäfer zum Abschluss seiner Lobrede.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag