„Um rund 235.500 Tonnen CO2 – das sind etwas mehr als 50 Prozent – haben wir in den vergangenen acht Jahren die Emissionen der Landesverwaltung reduziert. Und das, obwohl wir die Kriterien, die wir unserer Bilanz für 2016 zu Grunde legen, im Vergleich zu den Vorjahren sogar erweitert haben. Die aktuellen Ergebnisse zeigen einmal mehr: Hessen ist auf dem richtigen Weg, um sein selbstgestecktes Ziel einer klimaneutral arbeitenden Verwaltung ab dem Jahr 2030 zu erreichen. Und diesen Weg gehen wir weiter – für den Umweltschutz in Hessen!“ Mit diesen Worten stellten Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer und Umweltministerin Priska Hinz die CO2-Bilanz 2016 der hessischen Landesverwaltung vor.
„Eine CO2-neutral arbeitende Landesverwaltung fällt nicht einfach so vom Himmel, obwohl wir uns diesen mit seinem Sonnenlicht zu Nutze machen“, erklärte Finanzminister Dr. Schäfer, der weiter sagte: „Durch unterschiedliche Sparmaßnahmen in den Landesliegenschaften reduzieren wir den Ausstoß von Treibhausgasen und ersetzen fossile Energieträger durch regenerative Energiequellen. Fast 100 Prozent unserer Liegenschaften beziehen seit einigen Jahren Ökostrom, verstärkt setzen wir auch auf Solarstrom, etwa im Finanz- und Umweltministerium. All die Emissionen, die letztendlich unvermeidbar sind, möchten wir außerdem durch Klimaschutzprojekte ausgleichen.“ So wurde beispielsweise in den vergangenen beiden Jahren im Forstrevier Kirchhain eine sogenannte Ausgleichspflanzung von insgesamt 1.000 Eichen und Hainbuchen auf einer Fläche von rund 1.500 m2 vorgenommen.

Hessen bis 2050 klimaneutral

„Ich freue mich sehr über die Ergebnisse der CO2-Bilanz: Sie belegen, dass ein konsequentes Handeln in Bezug auf den Klimawandel Erfolge zeigt – als Landesverwaltung gehen wir hier gerne mit gutem Beispiel voran“, sagte Umweltministerin Priska Hinz. „Wir sorgen für gutes Klima in Hessen: Bis 2050 soll Hessen flächendeckend klimaneutral werden. Dazu müssen wir alle unseren Beitrag leisten. Der Klimawandel ist ein globales Problem, seine Auswirkungen sind auch bei uns regional und lokal sichtbar und spürbar. Mit dem Hessischen Klimaschutzplan nehmen wir unserer Verantwortung wahr und setzen konkrete Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen vor Ort um“, so Hinz. Der Integrierte Klimaschutzplan 2025 enthält ein Bündel an Maßnahmen im Bereich Klimaschutz und Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Von 140 Maßnahmen aus dem Klimaschutzplan werden die ersten 42 bereits bis 2019 umgesetzt. Neben den regulären Mitteln für den Klimaschutz stehen hierfür zusätzliche 141 Millionen Euro zu Verfügung.

Landesverwaltung bis 2030 klimaneutral

„Wir setzen auf größtmögliche Transparenz und messen deshalb seit der Eröffnungsbilanz 2008 mithilfe eines TÜV-zertifizierten Verfahrens, wie groß der CO2-Fußabdruck unserer Verwaltung ist“, erläuterte Schäfer. Die Bilanz 2016 schließt mit 240.629 Tonnen CO2-Äquivalent ab. Bei der Eröffnungsbilanz im Jahr 2008 lag das CO2-Äquivalent mit rund 476.000 Tonnen fast doppelt so hoch wie 2016. „Auch im Vergleich zu den beiden vorangegangenen Bilanzen haben wir den CO2-Ausstoß insgesamt reduzieren können. Noch nie waren die Gesamtemissionen so niedrig. Und das, obwohl wir die Kriterien unserer Bilanz erweitert und wir somit die Messlatte nochmals erhöht haben“, berichtete der Minister weiter. Erstmals wurden zusätzlich Dienstfahrten, die mit privaten Fahrzeugen der Beschäftigten erfolgten, berücksichtigt. Außerdem wurden erstmals privat vorfinanzierte Flugreisen von Mitarbeitern des Landes für nahezu die gesamte Landesverwaltung erfasst. „Und trotz des guten Ergebnisses muss uns allen klar sein: Die erste Tonne CO2 spart sich wesentlich einfacher ein, als die letzte. Wir liegen gut im Plan, müssen für unser großes Ziel aber weiterhin kräftig die Ärmel hochkrempeln.“

Das COME-Programm als zentraler Baustein

„Besonders in dem energieintensiven Bereich der Wärme- und Stromversorgung unserer Liegenschaften haben wir binnen eines Bilanzjahres eine weitere Reduktion des CO2-Ausstoßes von rund 5.000 Tonnen erzielen können.“, erläuterte der Minister. Dazu beigetragen habe auch das 2012 gestartete CO2-Minderungs- und Effizienzprogramm (COME) der Landesregierung, das der energetischen Sanierung von Landesliegenschaften diene. Das COME-Programm ist ein wichtiger Baustein, um die Emissionen im Bereich der Gebäude zu reduzieren und den Anteil der erneuerbaren Energien zu erhöhen. Bis Ende 2018 investiert das Land auf diese Weise 160 Millionen Euro in die energetische Sanierung seiner Bestandsbauten. Landesweit konnten seit dem Jahr 2012 insgesamt 57 Liegenschaften des Landes energetisch saniert werden, 11 Bauprojekte befinden sich noch in Ausführung.
„Die CO2-Bilanz zeigt, dass die Landesverwaltung die Richtung vorgibt, der Hessen auch als Land folgen wird. Denn für Hessen haben wir uns ambitionierte, aber erreichbare Klimaschutzziele gesteckt: Bis 2020 sollen die Treibhausgasemissionen um 30 Prozent gegenüber 1990 reduziert werden, bis 2025 um 40 Prozent. Mit dem Integrierten Klimaschutzplan werden wir dieses Ziel gemeinsam erreichen“, betonte Umweltministerin Hinz.

Hintergrund

Die Maßnahme der CO2-neutralen Landesverwaltung ist Teil der Nachhaltigkeitsstrategie des Landes. Die Nachhaltigkeitsstrategie ist federführend beim Hessischen Umweltministerium angesiedelt. Die CO2-neutrale Landesverwaltung wird für die gesamte Landesverwaltung vom Hessischen Finanzministerium verantwortet. „Transparent und nachvollziehbar – das ist auch die Bilanz 2016, mit der wir dem Ziel einer CO2-neutral arbeitenden Landesverwaltung erneut ein gutes Stück näher gekommen sind. Damit wir den CO2-Fußabdruck unserer Verwaltung weiter verkleinern, sind wir auch in Zukunft auf das Engagement und die Ideen unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter angewiesen. Dank des Einsatzes unserer Beschäftigten und durch zahlreiche Maßnahmen zur Steigerung der Energieeffizienz, wie etwa der energetischen Sanierung von Gebäuden des Landes, der positiven Beeinflussung des Nutzungsverhaltens der Bediensteten oder der Beschaffung umweltfreundlicher Elektroautos für unsere Fahrzeugflotte sind wir bereits heute bundesweit ein Vorreiter beim Klimaschutz, so die Staatsminister Dr. Schäfer und Hinz. Beide betonten: „Viele koordinierte Maßnahmen und jede Menge kluger Ideen stecken hinter der CO2-neutralen Landesverwaltung sowie hinter der Nachhaltigkeitsstrategie als Ganzes. Das Beispiel der CO2-neutralen Landesverwaltung zeigt: Unsere Arbeit trägt Früchte. Und das bestätigt uns auch der TÜV, der unsere CO2-Bilanz jährlich prüft. Damit ist Hessen das einzige Bundesland mit einer von einem unabhängigen Dritten zertifizierten Bilanz!“

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