Für Zugbegleiterinnen und Zugbegleiter sowie Lokführerinnen und Lokführer kann sich bei der täglichen Arbeit innerhalb von wenigen Sekunden vieles im Leben ändern: Ein Suizid auf den Schienen oder ein körperlicher Angriff – dies sind nur zwei Beispiele für all die Fälle, in denen das ehrenamtliche Krisenteam des Eisenbahnunternehmens VIAS seinen Kolleginnen und Kollegen als Ansprechpartner zur Seite steht. Das Team ist seit dem Jahr 2011 im Einsatz und stets in 24-Stunden-Rufbereitschaft. Für ihren großen Einsatz zeichnete heute Hessens Staatsminister Dr. Thomas Schäfer die Mitglieder des Krisenteams im Namen der Hessischen Landesregierung als „Menschen des Respekts“ aus. „In den Krisen des Lebens zeigt sich der Zusammenhalt: 24 Stunden an 365 Tagen im Jahr sind Sie für Ihre Kollegen da – wann immer Sie gebraucht werden. Das macht Sie zu Menschen des Respekts und damit zu einem Vorbild für uns alle!“, sagte Dr. Thomas Schäfer am Bahnhof in Pfungstadt an die Geehrten gewandt.
Das Team der VIAS-Krisen-Beratung besteht derzeit aus vier Frauen: Die Zugbegleiterinnen Marijana Hristova, Sybille Diehl, Martina Marton und Michaela Palme werden bei ihrer Arbeit von Thomas Pfeifer unterstützt. Der Lokführer und Betriebsrat ist der Mitbegründer der Krisen-Beratung. Auslöser für die Gründung des Teams war die Betreuung eines Kollegen, der von einem sogenannten Schienensuizid betroffen war. Mittlerweile bietet das Team jedoch auch die Betreuung und Begleitung für psychosoziale Notlagen aller Art an. Etwa bei Problemen in der Familie oder anderen belastenden Situationen ist das Krisenteam zur Stelle. „Sie arbeiten vertrauensvoll und vertraulich, professionell und mit viel Hingabe. Sie schenken Ihren Kolleginnen und Kollegen in dunklen Stunden und schwierigen Momenten ein offenes Ohr und sie schenken Mut und Zuversicht. Indem Sie für Ihre Mitmenschen auf einfühlsame Art und Weise da sind, schaffen Sie bei Ihrem Gegenüber in sehr vielen Fällen neues Vertrauen und nach all dem Erlebten die Hoffnung auf ein normales Leben“, erklärte der Staatsminister. „Das Ehrenamt hat eine unglaublich wichtige Bedeutung für unsere Gesellschaft. Menschen wie Sie leben uns immer wieder eindrucksvoll vor, wie wichtig es ist, in schwierigen Lebensphasen einander an die Hand zu nehmen und füreinander da zu sein. In diesem Sinne hoffe ich, dass Ihre Arbeit viele Nachahmer findet und Sie weiterhin die Kraft und den Mut aufbringen, für andere da zu sein“, so Dr. Thomas Schäfer, der sich auch in einem persönlich verfassten Schreiben bei den Geehrten für ihre Arbeit bedankte.

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