Bei der Veranstaltung ‚Raumschiff Surprise – wie arbeiten wir morgen?‘, bei der sich knapp 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer über Konzepte für die Arbeitswelt von morgen aus Sicht der hessischen Gesundheitsindustrie ausgetauscht haben, betonte der Hessische Arbeitsminister Stefan Grüttner, dass sich durch die zunehmende Globalisierung und fortschreitende Digitalisierung neue Erwartungen an Arbeitgeber und Arbeitnehmer ergeben werden: „Work-Life-Balance, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch Arbeitgeberattraktivität sind wichtige Eckpunkte der Arbeitswelt, sie gewinnen weiter an Bedeutung und beeinflussen sogar zunehmend die Wahl von Beruf und Arbeitgeber.“ Die Veranstaltung fand im Merck Innovation Center in Darmstadt statt und ist Teil der 2017 gestarteten Reihe „Moderne Arbeitswelten“, welche in Kooperation mit dem Arbeitgeberverband HessenChemie durchgeführt wird.

Nicht zuletzt auch vor dem Hintergrund des demographischen Wandels werde die Gewinnung und Weiterqualifizierung von Fachkräften an Bedeutung weiter zunehmen, so der Arbeitsminister. Dabei erfordere Fachkräftesicherung im Sinne der Dachmarke ‚Arbeitswelt Hessen‘ eine nachhaltige, soziale und innovative Ausgestaltung von Arbeitsplätzen. Erkennbar seien bereits jetzt Auswirkungen der Digitalisierung auf die Arbeitswelten, insbesondere auf die Arbeitsbedingungen aber auch an die Gestaltungsverantwortung der Arbeitgeber. Um diesen Veränderungen zu bewältigen, müsse die Arbeitswelt Hessen von all ihren Akteuren aktiv gestalten werden, hob Grüttner hervor.

Digitale Transformation proaktiv und umfassend gestalten

Die derzeitigen Prognosen über die Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Arbeitswelt deuten darauf hin, dass eine Zweiteilung des Arbeitsmarktes in einen hochqualifizierten Bereich und ein Arbeitsmarktsegment mit sehr geringem Qualifikationsniveau entstehen könnte. Einer solchen Polarisierung gelte es entgegenzuwirken, um langfristig die Wirtschaft zu stabilisieren; den Fachkräftebedarf zu sichern; eine breite Teilnahme am Arbeitsmarkt zu ermöglichen und soziale Ungerechtigkeit zu vermeiden. „Denn nur so kann die Digitalisierung zu einem nachhaltigen Treiber im stetigen Wandel von Arbeit, Wirtschaft und Gesellschaft werden und die Zukunft Hessens positiv beeinflussen. Digitalisierung ist kein Selbstzweck und auch kein Naturgesetz, sondern wird von Menschen gestaltet und beeinflusst“, ergänzte Grüttner.

Um diese Ziele zu erreichen gestalte die Landesregierung bereits die digitale Transformation proaktiv und umfassend. So werde die Digitalisierungsstrategie fortgeschrieben und angepasst, zudem von der Hessischen Landesregierung 50 Millionen Euro für eine bessere Mobilfunkversorgung in ländlichen Regionen investiert. Ebenfalls fördere Hessen mit der Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen mit 1,8 Milliarden Euro 2018 und 2019 gezielt Maßnahmen auch in den Bereichen Mobilität, Gesundheit, Infrastruktur. Darüber hinaus werde der Ausbau der Telemedizin weiter forciert, nannte Grüttner Maßnahmen. „Denn moderne Kommunikationstechnologien werden auch eine entscheidende Rolle bei der Sicherstellung einer weiterhin wohnortnahen, medizinisch hochwertigen Versorgung der Zukunft spielen“, schloss Grüttner.

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