In Hessen leben rund 600.000 Menschen mit einer Behinderung. „Ziel der Hessischen Landesregierung ist es, dass Menschen mit Behinderungen ihre Lebenswirklichkeit und Selbstständigkeit nutzen können und dieses Anliegen zu fördern. Dazu ist es wichtig, die gesellschaftliche Integration voranzubringen und in der Gesellschaft mehr Bewusstsein zu schaffen. Tage wie der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen am kommenden Sonntag tragen dazu bei, auf dieses Bewusstsein aufmerksam zu machen“, so der Hessische Minister für Soziales und Integration Stefan Grüttner heute in Wiesbaden. „Die Hessische Landesregierung beteiligt sich maßgeblich an Prozessen, um die Lage für Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Für eine umfassende Teilhabe in der Gesellschaft ist es wichtig, dass alle Barrieren vor allem in den Köpfen von Menschen beseitigt werden“, betonte Grüttner weiter.

Neufassung des Hessischen Aktionsplans 2019

Für das kommende Jahr kündigte Grüttner eine komplette Überarbeitung des Hessischen Aktionsplanes zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention an. „Hessen ist damit das erste und einzige Bundesland, das eine umfassende Neufassung des Aktionsplans, auf Grundlage einer Evaluierung durch die Monitoringstelle beim Deutschen Institut für Menschenrechte in Berlin in Angriff nimmt“, betonte der Minister.

Ausgebaut wird das Erfolgsprojekt „Modellregion Inklusion“: „In den kommenden Jahren werden wir mit einer deutlich erhöhten Förderung Regionen in Hessen unterstützen, um noch bestehende Barrieren abzubauen und Menschen mit Beeinträchtigungen die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen “, erklärte Grüttner. Bis heute haben bereits 18 Kommunen in Hessen erfolgreich den Abbau von Barrieren erprobt. Die Palette der Themen war und ist groß und reicht von barrierefreier Verwaltung über Sport und Inklusion bis hin zur Inklusion in der Kirche. „Die Modellregionen zeigen, wie Teilhabe in den unterschiedlichsten Bereichen für Menschen mit Behinderungen gelingt“, unterstrich der Minister. Darüber hinaus fördert Hessen Kommunen beim barrierefreien Ausbau von eigenen Gebäuden mit mehr als einer Million Euro pro Jahr.

„Dies gibt es so bisher nur in Hessen“

Eine Vorreiterrolle nimmt Hessen auch mit der Entscheidung zur Einführung und der Umsetzung eines Prüfleitfadens ein. „Der Umsetzungsprozess der UN-Behindertenrechtskonvention ist ein wichtiger Baustein, um die Rechte für Menschen mit Behinderung in der Gesellschaft zu etablieren. Mit dem Prüfleitfaden sollen alle Gesetze auf ihre Übereinstimmung mit der UN-Behindertenrechtskonvention überprüft werden. Dies ist ein guter Weg hin zu einer inklusiven Gesellschaft“, so Grüttner. Bereits zum Ende dieses Jahres sind die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Landesverwaltung im Umgang mit der Anwendung des Prüfleitfadens geschult und haben diesen auch schon zum Beispiel bei der jüngsten Novellierung der Hessischen Bauordnung (HBO), umgesetzt. „Dies gibt es so bisher nur in Hessen“, betonte der Minister.

In diesem Jahr wurde zudem die 2016 ins Leben gerufene Aktion zur Bewusstseinsbildung „Inklusion (er)leben!“ des Hessischen Ministeriums für Soziales und Integration und der Landesbehindertenbeauftragten Maren Müller- Erichsen im April auf dem Wiesbadener Schlossplatz gefeiert. Im Rahmen von „Inklusion (er)leben fanden insgesamt zehn Veranstaltungen zwischen Juni 2016 und September 2017 statt, mit dem Ziel, Möglichkeiten der Begegnung zwischen Menschen mit und ohne Behinderungen zu schaffen.

Hintergrund

Der Internationale Tag der Menschen mit Behinderungen wurde das erste Mal im Jahre 1993 begangen. Er soll weltweit das Bewusstsein aller Menschen für die Probleme von Menschen mit Behinderung fördern. Dadurch sollen die Würde, die Rechte und das Wohlergehen von Menschen mit Behinderung verbessert werden. Das Jahrzehnt 1983 bis 1993 ist auch als „Jahrzehnt der behinderten Menschen“ bekannt. Im Jahre 1992 wurde von der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Resolution 47/3 verabschiedet, in der alljährlich der 3. Dezember zum Gedenk- und Aktionstag bestimmt wurde.

Das Referat der Vereinten Nationen Behindertenrechtskonvention im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration begleitet und koordiniert den Prozess zur Umsetzung der UN-Konvention und des Hessischen Aktionsplans. Sie steht allen Bürgerinnen und Bürgern in Hessen für Fragen und Anregungen jederzeit unter der Telefonnummer 0611/817-2365 und per Mail zur Verfügung.

Links:
Zur Behindertenrechtskonvention der Vereinten Nationen

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