Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich betont die Bedeutung des EU-Forschungsprogramms Horizont 2020 zur Förderung von Wissenschaft, technologischer Entwicklung und Innovation in Hessen. Am Dienstag hat Puttrich in Brüssel im Kabinett des zuständigen Forschungskommissars Carlos Moedas ein Positionspapier zum Nachfolgeprogramm von Horizont 2020 übergeben. Die EU-Kommission hat angekündigt, noch vor der Sommerpause ihren Vorschlag für das 9. EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation vorzulegen, das ab 2021 gelten soll.
Im Rahmen von Horizont 2020 (Laufzeit 2014-2020) sind von 2014 bis September 2017 insgesamt 242 Millionen Euro Fördermittel für Forschung und Innovation nach Hessen geflossen. „Mit dem Positionspapier setzen wir uns dafür ein, dass auch das Nachfolgeprogramm zu Horizont 2020 durch einen exzellenzorientierten Ansatz zur Stärkung der Forschungs- und Innovationskraft in Hessen beiträgt. Wir möchten auch in Zukunft grenzüberschreitende, transdisziplinäre Kooperationen fördern, damit die besten europäischen Akteure aus Wissenschaft und Wirtschaft zusammenkommen und so ein europäischer Mehrwert zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger sichergestellt ist“, sagte die Hessische Europaministerin in Brüssel. Mit dem Positionspapier zum 9. EU-Rahmenprogramm für Forschung und Innovation setze die Hessische Landesregierung ein starkes Zeichen für den Forschungs- und Innovationsstandort in Hessen und wolle sich aktiv in den Diskussionsprozess um das Rahmenprogramm einbringen.“

Ausgezeichnete Entwicklungsbedingungen

Im Gespräch bei der EU-Kommission wies Lucia Puttrich darauf hin, dass Hessen als Wirtschafts- und Forschungsstandort weit entwickelt und in vielen Hightech-Branchen einer der führenden, hochattraktiven Standorte in Europa ist. Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen agieren unter ausgezeichneten Entwicklungsbedingungen, zu denen vor allem international wettbewerbsfähige Bildungs- sowie Forschungs- und Verkehrsinfrastrukturen gehören.
Mit 14 staatlichen und einer Vielzahl von privaten Hochschulen sowie über 40 außeruniversitären Forschungseinrichtungen bietet Hessen ein breites fachliches Spektrum, das sich durch hohe Leistungsfähigkeit und ausgeprägte Internationalität auszeichnet. Besonders in den Bereichen Medizin- und Lebenswissenschaften, Ingenieur- und Materialwissenschaften sowie Mobilitätsforschung und Verkehr werden herausragende Forschungsleistungen erbracht und Impulse für Innovationen gegeben. Über das deutschlandweit einzigartige Forschungsförderprogramm LOEWE werden hessische Forschungseinrichtungen in der Profilbildung und der Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft auch für den europäischen Wettbewerb optimal unterstützt.

EU-Forschungsprogramm stärkt Standortfaktoren

Der wirtschaftliche Erfolg Hessens beruhe unter anderem auf Branchen mit hoher Wertschöpfung und Innovationsleistung wie Maschinenbau, Metall- und Elektroindustrie, Chemie- und Pharmabranche, Medizintechnik sowie einer starken Kultur- und Kreativwirtschaft, betonte die Hessische Europaministerin. Das Land Hessen unterstütze deshalb zum Beispiel innovative kleine und mittelständische Unternehmen und fördere ihre Vernetzung untereinander und mit der Wissenschaft. „Wir legen Wert darauf, dass diese Standortfaktoren auch durch das neue EU-Forschungsprogramm gefördert werden. Außerdem sind wir sicher, dass die administrativen Prozesse des Förderprogramms noch optimiert werden können und haben mit unserem Positionspapier entsprechende Hinweise gegeben.“

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