Die hessische Europaministerin Lucia Puttrich begrüßt die geplante Verteidigungsunion von rund 20 EU-Staaten, an der sich auch Deutschland beteiligen wird und die am Montag in Brüssel bei einem Ministertreffen vereinbart wurde. „Europa muss für sich selbst sorgen und darf sich nicht auf Dauer blind darauf verlassen, dass andere im Notfall schon einspringen werden“, sagt Puttrich. Sie sieht in einer verstärkten Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedstaaten der EU die einzig logische Reaktion auf die Sicherheitslage in der Welt.

Gemeinsame Interessen und gemeinsame Werte

Europa sei eine Gemeinschaft mit gemeinsamen Interessen und gemeinsamen Werten, die es zu verteidigen gelte. Insofern sei es nur sinnvoll, dies auch gemeinsam zu tun und damit die vorhandenen Ressourcen so effektiv wie möglich zu nutzen. Puttrich sieht in einer europäischen Verteidigungsunion aber auch ein bewusstes Zeichen dafür, dass die Mitgliedstaaten zusammenrücken. „Als überzeugte Europäerin stehe ich dazu, Dinge gemeinsam zu tun, die uns gemeinsam betreffen und die wir gemeinsam besser tun können als jeder einzeln für sich. Die Sicherheit Europas, seiner Bürger und ihrer Lebensweise ist eine solche Aufgabe, und sie hat grundsätzliche Bedeutung für uns alle.“

In der „ständigen strukturierten Zusammenarbeit“, die im Dezember offiziell beginnen soll, sieht die Europaministerin keine Konkurrenz zu Nato. Das Verteidigungsbündnis habe sich über Jahrzehnte bewährt und sei auch in Zukunft unverzichtbar. Das habe inzwischen sogar US-Präsident Donald Trump verstanden. Wenn nun der europäische Teil der transatlantischen Brücke gestärkt werde, komme das der Nato insgesamt zugute. In diesem Zusammenhang steht Puttrich auch ausdrücklich dazu, die Verteidigungsausgaben zu erhöhen.

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