Die hessische Europaministerin Lucia Puttrich bei einem Besuch in Fulda die Errungenschaften und Chancen der Europäischen Union hervorgehoben. „Wir sprechen bei Europa von Herausforderungen, oft auch von Problemen. Wir sollten aber die Errungenschaften in den Vordergrund stellen und noch mehr die Chancen, die uns die Europäische Union Gemeinschaft bietet“, sagte Puttrich hat an der Freiherr-vom-Stein-Schule. An der Veranstaltung unter dem Titel „Quo vadis EU?“ nahmen rund 300 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 bis 12 teil. Lucia Puttrich hatte die Schule im Rahmen der diesjährigen Europawoche besucht, die vom 2. bis 15. Mai stattfindet. Dazu werden mehr als 120 Veranstaltungen an 50 verschiedenen Orten allein in Hessen organisiert.
„Europa und die Europäische Union sind unbestritten in einer Phase des Umbruchs und der Neujustierung“, sagte Puttrich weiter. Das Ausscheiden Großbritanniens aus der EU sei nur ein Beispiel für anstehende Aufgaben. Ebenso unbestritten seien aber die Chancen, diese Aufgaben erfolgreich zu lösen für alle gemeinsam viel größer als für die einzelnen Mitgliedstaaten. Themen wie Migration oder Klimaschutz und viele andere seien nur im Verbund zu regeln.

Positives betonen

Die Ministerin rief dazu auf, die positiven und gemeinsamen Aspekte Europas stärker zu betonen und nicht das Negative und Trennende: „Wir leben in Europa in Frieden Freiheit und Wohlstand, in einem Binnenmarkt mit mehr als 500 Millionen Menschen, und 19 Staaten haben inzwischen eine gemeinsame Währung. Wir sind eine Wertegemeinschaft, die für ihre gemeinsamen Werte steht. Für uns alles ist das selbstverständlich, aber ein Blick über die Grenzen Europas zeigt, dass die Wirklichkeit dort anders ist.“
Die Bewegung „Pulse of Europe“ habe im vergangenen Jahr eindrucksvoll bewiesen, dass die Mehrheit der Menschen in der EU europafreundlich sei. Zugleich müsse die Gemeinschaft reformiert werden. Die Europaministerin rief die Schülerinnen und Schüler auf, sich aktiv an der Debatte über die Zukunft Europas zu beteiligen: „Es ist in ganzen großem Maße Ihre Zukunft, um die es hier Geht. Sie sind in Ihrer Heimat verwurzelt und können sich zugleich als Europäer und Mitglied einer einzigartigen Gemeinschaft fühlen.“

Ministerin lobt Engagement

Puttrich lobte zugleich das Engagement an den Europaschulen, zu denen seit 2015 auch die Freiherr-vom-Stein-Schule gehört. Ihr Ziel sei ist es, ihre Schülerinnen und Schüler von der Europäischen Einigung zu begeistern und sie zu befähigen sich in Europas Vielfalt und im globalen Studien- und Arbeitsmarkt zurechtzufinden. Die Ministerin hob außerdem die Bedeutung des europäischen Austausch-Programms Erasmus, das sich maßgeblich an Studierende, Schüler und Auszubildende richtet und seit 1987 besteht.
„Mir selbst ist für Europa nicht bang, weil ich auch auf Sie und Ihre Generation setze“, schloss Puttrich ihren Appell. Sie wünsche sich einen konstruktiven und kritischen Dialog über Europa, an dessen Ende nicht Problembeschreibungen stünden, sondern Lösungen.

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