Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich sieht in der Kraft und Vielfalt der Regionen einen entscheidenden Vorteil Deutschlands in Europa. „Deshalb stärkt die Hessische Landesregierung gezielt den ländlichen Raum und stellt dafür 2018 und 2019 insgesamt 1,8 Milliarden Euro zu Verfügung“, sagte Puttrich am Donnerstag in Haiger (Lahn-Dill-Kreis). Dort hat sie die Franz Hof GmbH besucht, ein inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen, das sich auf unterschiedliche Arten der Blechbearbeitung spezialisiert hat. In den vergangenen beiden Jahren entstanden rund 50 neue Arbeitsplätze. „Hier zeigt sich, was unternehmerischer Mut und moderne Konzepte bewirken können“; sagte Puttrich im Gespräch mit der geschäftsführenden Gesellschafterin Katja Hof-Zöllner und ihrem Mitgeschäftsführer Charlos Schmidt. Das Unternehmen hat seine Produktionsfläche erweitert, ein vollautomatisches Hochregallager gebaut und neue Maschinen gekauft. Dies war auch möglich, weil die Franz Hof GmbH Mittel aus dem Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) der Europäischen Union erhalten hat. In diesem Programm stehen unter anderem speziell Mittel zur Förderung kleiner und mittlerer Unternehmen und Gründungen zu Verfügung. „Ich finde es klug, solche Möglichkeiten zu nutzen, denn dafür ist die EUStrukturförderung da, und sie wirkt auch in Hessen“, sagte Puttrich.

„ Jeder zweite Hesse lebt auf dem Land“

Völlig unabhängig von Programmen der EU und des Bundes bündele und verstärke die Hessische Landesregierung aber ihre Aktivitäten für den ländlichen Raum und stelle 2018 und 2019 insgesamt 1,8 Milliarden Euro zur Verfügung. „Wir wollen, dass der ländliche Raum stark und attraktiv bleibt, denn rund 85 Prozent der Fläche Hessens sind ländlich geprägt. Jeder zweite Hesse lebt auf dem Land“, erläuterte die Europaministerin. Das Geld werde zum Beispiel in die Verbesserung der Gesundheitsversorgung, der Mobilität, der Infrastruktur oder der Sicherheit fließen, aber auch in Sport und Kultur und die Förderung des Ehrenamts. Maßnahmen der Grundversorgung, wie etwa die Mittel für Lehrer oder Stellen im Polizeidienst, seien in den 1,8 Milliarden Euro noch gar nicht berücksichtigt.
„Hessen ist bereits in vielen Bereichen Spitze. Doch darauf ruhen wir uns nicht aus, sondern arbeiten weiter hart daran, dass unser Land bereit für morgen ist. Ob Förderung von Bürgerbussen, der Ausbau freier WLAN-Hotspots in ländlichen Kommunen oder die Verbesserung der medizinischen Versorgung – es gibt eine Menge Themen, die wir schon angeschoben haben oder nun anschieben“, sagte Lucia Puttrich weiter. Mit der Verlagerung von Arbeitsplätzen und Aufgaben des öffentlichen Dienstes aufs Land werde auch die Landesverwaltung einen ganz unmittelbaren Beitrag leisten. ,Unsere Offensive „Land hat Zukunft – Heimat Hessen“ hat das Ziel, Wohlstand und Lebensqualität überall in Hessen auch in Zukunft zu sichern“, fasst die Hessische Europaministerin zusammen.

Hintergrund

„Bereit für Morgen“: Unter diesem Motto besuchen alle Minister und Staatssekretäre während der Zukunftswochen der Hessischen Landesregierung eine Vielzahl unterschiedlicher Einrichtungen, Projekte und Institutionen, die für die Zukunftsfähigkeit des Landes stehen. Bei den Zukunftswochen stehen unterschiedliche, für Hessen wichtige Themenkomplexe im Fokus. Dazu gehören nachhaltiges Wachstum, Wohlstand – 3 – und der Schutz der Umwelt genauso wie die Förderung der Attraktivität von Stadt und Land. Auch der gesellschaftliche Zusammenhalt darf künftig nicht verloren gehen. 

Zum Unternehmen

Die Franz Hof GmbH wurde Anfang der 60er Jahre als Schlosserei gegründet. Heute ist sie ein stark expandierender Lohnfertiger für Platinen und Baugruppen aus Stahl, Edelstahl und Aluminium. Mit modernster Laser-, Stanz- und Abkanttechnik fertigt das Unternehmen Teile für Operations-Tische, Wohnmobile, Werkzeugmaschinen oder die Luftfahrtbranche in flexiblen Stückzahlen. Auch der Handwerker von nebenan gehört zu Ihren Kunden. Beliefert werden 350 Kunden in über 20 verschiedenen Branchen. Die Franz Hof GmbH hat derzeit mehr als 120 Mitarbeiter. Besonders wichtig ist der Geschäftsführung der ehrliche und faire Umgang mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern des Unternehmens, dessen Fundament ein christliches Wertegerüst ist.

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