Die hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat beim sechsten Europäischen Salon die engen Verflechtungen in der Gegenwart zwischen Bulgarien und Hessen hervorgehoben und zugleich auf die historischen Beziehungen hingewiesen. „Heute leben mehr als 35.000 bulgarische Staatsangehörige in Hessen – sie bilden eine der größten ausländischen Gemeinschaften bei uns. Und es war im 19. Jahrhundert ein Prinz aus Hessen, der dafür gesorgt hat, dass das junge Bulgarien enge Wirtschaftsbeziehungen zum damaligen Deutschen Reich geknüpft hat und Tausende von bulgarischen Studenten an deutschen Universitäten studierten.“, sagte Puttrich am Freitag in der Hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden. Bulgarien war Partnerland des Europäischen Salons.

Die Deutsch-Bulgarische Gesellschaft, die 1977 gegründet wurde und in Darmstadt ihren Sitz hat, engagiere sich für humanitäre Projekte und sorge durch Feste und kulturelle Veranstaltungen für einen regen Austausch, sagte die Ministerin weiter. 18 Hochschulkooperationen würden von beiden Seiten gepflegt. Außerdem gebe es im Bereich des Brand- und Katastrophenschutzes und der Polizei gebe es eine intensive Zusammenarbeit. So seien bulgarische Feuerwehrleute in Hessen ausgebildet worden und hessische Polizisten hätten 2017 die europäische Grenzschutzagentur Frontex in Bulgarien unterstützt.

Zur bulgarischen Ratspräsidentschaft

Seit 1. Januar 2018 hat Bulgarien erstmals den Vorsitz im Rat der Europäischen Union. Die Ratspräsidentschaft steht unter der Überschrift „Gemeinsam sind wir stark.“ „Dieses Motto gefällt mir gut. Es ist ein klares Bekenntnis zu unserer Gemeinschaft, in der wir trotz aller Vielfalt auf der Grundlage unserer gemeinsamen Werte und Traditionen vereint sind und von der wir alle profitieren. In einer Zeit, in der wir in vielen Ländern wieder nationalistische Töne hören, ist das ein klares Bekenntnis zu Europa“, betonte die Europaministerin. Der stellvertretende Außenminister von Bulgarien, Todor Stoyanov, sprach ein Grußwort, bevor die Akkordeonspielerin Veronika Todorova und der Cellist Christopher Herrmann den musikalischen Teil des Abends eröffneten. Sie boten den rund 200 Gästen Volkslieder aus Bulgarien und weitere Stücke aus aller Welt dar.

Der Europäische Salon ist eine Veranstaltungsreihe, bei der die kulturelle Vielfalt Euro­pas im Mittelpunkt steht. Sie wird in Zusammenarbeit mit den konsularischen Vertre­tungen der EU-Mitgliedstaaten organisiert.

Die Künstler

Veronika Todorova ist gebürtige Bulgarin und studiert seit 2008 an der Akademie für Tonkunst in Darmstadt. Als Solistin spielte sie unter anderem mit dem Philharmonischen Orchester des Stadttheaters Gießen und den Streichorchestern „Studio Konzertante“ und „Colegium Musicum“ unter der Leitung von Georgi Kalaidjiev. Sie hat zahlreiche Auftritte in Funk und Fernsehen absolviert.

Christopher Herrmann komponiert seit dem 14. Lebensjahr Stücke für das Cello und hat damit eine ganz eigene Klangsprache entwickelt. Der heute 35-Jährige hat 2014 das „Orchestra of Truth“ ins Leben gerufen, in dem er eigene und Kreationen anderer Künstler verwirklicht. 2016 gründete er sein eigenes Label „Cellosophie“. Mit seinen Ensembles war er bereits in den USA und in Europa auf Tour.

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