Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich lobt das Engagement für die Erinnerung an das jüdische Leben in Hessen. „80 Jahre nach der Zerstörung der Synagogen ist es unverändert wichtig, dass Menschen sich dafür einsetzen, dass die Erinnerung an das jüdische Leben in Deutschland, das vernichtet worden ist, weiter bewahrt wird“, sagte Puttrich heute in Nidda (Wetteraukreis). Sie besuchte dort das „Zimmermann-Strauß-Museum“ und traf mit Matthew Strauss zusammen. Er ist Enkel von Fred S. Strauss, einem jüdischen Bürger Niddas, der dem Massenmord im Dritten Reich durch Emigration in die USA entkam. Nach dem Zweiten Weltkrieg kehrte er immer wieder in seine alte Heimat zurück und förderte unter anderem die Entstehung des Jüdischen Museums in Nidda, das nach seiner Familie benannt ist. „Ich bin mit Fred Strauß mehrfach zusammengetroffen und habe ihn in New York besucht. Er war ein Mann, der mich sehr beeindruckt hat, und ich freue mich, dass sein Enkel den Kontakt fortführt“, sagte Puttrich.

Zuwendung von 5000 Euro übergeben

An vielen Orten auch im ländlichen Raum hat es über Jahrhunderte jüdische Gemeinden gegeben, erinnert die Ministerin. „In größeren Städten gibt es wieder aktive jüdische Gemeinden, doch auf dem Land ist dieser Faden abgerissen. Mir ist sehr wichtig, dass hier zumindest die Erinnerung bleibt.“ Puttrich dankte den Mitgliedern des Vereins Jüdisches Museum Nidda unter der Leitung von Hildegard Schiebe und Prof. Dr. Rudolf Grulich für ihren Einsatz und übergab eine Zuwendung von 5000 Euro, die zur Neugestaltung der Homepage verwendet werden.

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