Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich reist vom 19. bis zum 20. April nach Rumänien. Ziel der politischen Gespräche in Bukarest ist die Intensivierung der politischen Beziehungen. Die Reise geht auf eine Initiative des Hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier zurück, der bei seinem Besuch in Rumänien im Mai 2016 gemeinsam mit dem rumänischen Präsidenten Klaus Johannis die Einsetzung einer Regierungskommission vereinbart hat.
Auf dem Programm der Europaministerin stehen unter anderem Gespräche mit Ștefan-Radu Oprea, dem rumänischen Minister für das Geschäftsumfeld, Wirtschaft und Unternehmertum, mit Lilla Boglarka Debelka, Staatssekretärin für die Auslandsrumänen sowie Andreea Pastirnac, Staatsberaterin für Außenpolitik von Premierministerin Viorica Dăncilă. „Wir haben Interesse daran, dass die bestehenden Beziehungen zu unserem EU-Partner Rumänien durch eine Regierungskommission auf eine solide institutionelle Basis gestellt werden“, sagt Lucia Puttrich im Vorfeld ihres Besuchs. Ihr Besuch biete die Möglichkeit, die Vorstellungen beider Seiten zu klären und das weitere Vorgehen zu besprechen. Nach Puttrichs Einschätzung sollen die Arbeit der Regierungskommission nicht allein auf den Bereich Wirtschaft beschränkt sein. Sie verweist darauf, dass es bereits jetzt enge Beziehungen zwischen Hessen und Rumänien gibt, die über Jahrhunderte gewachsen oder nach dem Zweiten Weltkrieg entstanden sind. Viele Siebenbürger Sachsen und Banater Schwaben ließen sich nach 1945 in Hessen nieder. „Diese Menschen bilden eine Brücke zwischen Hessen und Rumänien dar. Wir wollen nun dazu beitragen, die bestehenden Verbindungen zu verstärken.“, betont die Europaministerin.

Hintergrund:

Vier Kommunen und eine Reihe von Schulen und Hochschulen unterhalten bereits Partnerschaften oder Kooperationen nach Rumänien. Besonders enge Beziehungen bestehen von der Philipps-Universität Marburg nach Sibiu/Hermannstadt. Auf dem Gebiet des Brand- und Katastrophenschutzes entstand bereits 2007 eine Zusammenarbeit. Unter anderem wurde das Nationale Krisenzentrum Rumäniens nach hessischem Vorbild aufgebaut.
Die Zahl der rumänischen Staatsbürger in Deutschland hat seit dem EU-Beitritt am 1. Januar 2007 deutlich zugenommen, derzeit leben mehr als 50.000 Rumänen in Hessen. 

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