„Der Frankfurter Oberbürgermeister zahlt 7000 Euro für einen Briefkasten am Potsdamer Platz in Berlin. Den kann er billiger haben – die Hessische Landesvertretung liegt nur drei Minuten entfernt“, sagt Lucia Puttrich amüsiert, die hessische Staatsministerin für Bundesangelegenheiten. „Da vertreten wir täglich hessische Interessen in Berlin und haben deshalb einen exzellenten Ruf. Dabei spielt Frankfurt eine große Rolle. Und weil ich mal annehme, dass der Frankfurter Oberbürgermeister sich über unsere Arbeit informiert hat, weiß er das natürlich auch. Sollte er es nicht getan haben, würde es im Übrigen höchste Zeit.“

Zur Entsendung Martin Wimmers nach Berlin

Laut einem Zeitungsbericht hat Peter Feldmann die Entsendung seines Vertrauten Martin Wimmer nach Berlin unter anderem damit begründet, die Hessische Landesvertretung in Berlin vertrete weit häufiger mittelhessische Interessen als die Belange der Mainmetropole. „Mit Fake News beschäftige ich mich nicht“, sagt Lucia Puttrich dazu kühl. „Ich bin nahezu jede Woche in Berlin. Und in fast jedem Gespräch, das ich selbst in Berlin führe, reden wir früher oder später über Frankfurt. Über den Flughafen, über Wohnungsbau, über den Finanzplatz, die Goethe-Universität oder ein anderes Frankfurter Thema.“
Die Ministerin macht Peter Feldmann zugleich ein Angebot: „Er kann gern einen Briefkasten an der Landesvertretung in den Ministergärten haben, für deutlich unter 7.000 Euro. Das schont die Stadtkasse. Herr Wimmer kriegt auch immer umsonst einen Kaffee, wenn er die Post holt. Wenn er den trinkt, kann er mit den Mitarbeitern reden. Dann merkt er ganz schnell, was die so alles für Frankfurt tun.“
Möglicherweise könne Frankfurt aber durchaus davon profitieren, wenn der Oberbürgermeister gelegentlich selbst Werbung für die Stadt mache, schließt Lucia Puttrich: „Bei der Europäischen Bankenaufsicht, um die sich die Hessische Landesregierung intensiv mit ihren Partnern bemüht hat, haben wir davon nicht so viel bemerkt.“

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