„Wenn wir den Menschen glaubhaft vermitteln, welche Vorteile ein starkes Europa bietet, ist das die beste Antwort auf die populistischen Tiraden der Nationalisten“, sagt die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich. Sie hat am Freitag beim Festival „Kulturen ohne Grenzen - Frieden und Freiheit in Europa“ in Rödermark (Landkreis Offenbach) nachdrücklich dafür geworben, die Erfolge der Europäischen Union vor der Europawahl im Mai in den Mittelpunkt zu stellen. „Lassen Sie uns gemeinsam für Europa eintreten und das Gemeinsame betonen. Nehmen Sie an der Europawahl teil und überzeugen Sie andere, dass sich die Stimmabgabe für ein starkes, demokratisches Europa lohnt“, forderte die Ministerin. Puttrich lobte zugleich die Bemühungen in Rödermark und vielen anderen Kommunen um den Austausch mit Menschen aus anderen Ländern. Städtepartnerschaften bauten Brücken zwischen Menschen, vermittelten Kenntnisse über das Leben in anderen Ländern und machten Europa für jedermann erlebbar.

Das Feld in der Debatte nicht den Populisten lassen

In der Debatte um die Zukunft der Europäischen Union will die Hessische Europaministerin das Feld nicht den Populisten lassen. Sie befürchtet aber auch nicht, dass Europa tatsächlich in den Nationalismus zurückfalle. „Wir sind als Europäer einen beispiellosen Weg des Erfolges miteinander gegangen und längst auf so vielen Gebieten untrennbar miteinander verbunden. Wir haben gemeinsam Frieden, Freiheit und Wohlstand geschaffen - etwas, das in großen Teilen der Welt noch immer nur ein Wunschtraum der Menschen ist. Wenn wir daran immer erinnern, ist das keine Europaromantik, sondern Stolz auf das, was wir geschaffen haben.“

Um für die Fragen der Menschen in den EU-Mitgliedsstaaten und die Herausforderungen der Zukunft gerüstet zu sein, müsse die Europäische Union aber tragfähige Konzepte entwickeln. „Wir brauchen keinen Reformaktionismus, aber einen vernünftigen Plan“, forderte die Hessische Europaministerin. „Die EU muss sich nicht neu erfinden, sich aber flexibel verändern. Das hat sie in den vergangenen Jahrzehnten immer wieder getan und muss es auch jetzt tun.“
Die Voraussetzungen dafür sind aus Sicht von Lucia Puttrich gut, denn Umfragen belegten immer wieder, dass die Zustimmung zur EU in der Bevölkerung nie größer war als im Moment. „Wir spüren aber auch, dass diese Zufriedenheit oft nicht von emotionalen Bindungen getragen wird, sondern von nüchternen Überlegungen“, fasste die Ministerin zusammen. Sie fordert: „Wir sollten uns gemeinsam dafür einsetzen, dass Europa auch Herzenssache ist. So wie wir von Herzen Deutsche oder Franzosen oder Polen sind, so müssen wir auch von Herzen Europäer sein.“

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