„Europa in Hessen“ – unter diesem Motto hat der Hessische Arbeitsminister Stefan Grüttner heute den Startbetrieb 1 in Frankfurt besucht und sich vor Ort über deren Arbeit informiert. Das Qualifizierungs- und Beschäftigungsprojekt wird mit Mitteln aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert und richtet sich an junge Frauen, überwiegend mit Migrationshintergrund. „Die Fördermittel des Europäischen Sozialfonds sind ein wichtiges Instrument zur Förderung von Beschäftigung und sozialer Eingliederung“, betonte der Arbeitsminister. „Europa, das klingt weit weg, aber Projekte wie der Startbetrieb 1 zeigen, dass vor Ort, in Hessen, mit diesen Mitteln sehr viel Positives für die Bürgerinnen und Bürger erreicht wird. Hierdurch wird Europa und sein Mehrwert für die Bürgerinnen und Bürger greifbar und erlebbar.“

Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds

Hessen stehen in der aktuellen Förderperiode 172 Mio. Euro aus dem ESF zur Verfügung. Weitere 172 Mio. Euro kommen aus nationalen Mitteln, insbesondere auch aus Landesmitteln, dazu. Ziele des ESF Hessen sind die Etablierung von lebenslangem Lernen, die Förderung sozialer Inklusion sowie die Bekämpfung von Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit und von Armut.
Bis Ende 2017 partizipierten 42.904 Personen an den Zuwendungen, 17.218 Frauen (40 %) und 25.686 Männer (60 %). 21.552 Teilnehmende und somit etwas mehr als die Hälfte waren jünger als 25 Jahre, der Anteil der Teilnehmenden über 54 Jahren lag bei 4 Prozent. Rund 46 Prozent der geförderten Personen hatten einen Migrationshintergrund. Bei 13.381 Teilnehmenden (31 %) handelte es sich um Arbeitslose, von denen 9.402 statistisch als Langzeitarbeitslose eingestuft waren.

Praxisnahes Unterrichtskonzept

Der Startbetrieb 1 bereitet im verpflichtenden Unterricht die Teilnehmerinnen auf den Hauptschulabschluss vor. Der Unterricht wird in Anlehnung an das Modell der dänischen Produktionsschulen durchgeführt. Das bedeutet, dass sich die Unterrichtsinhalte inhaltlich-theoretisch und die berufsspezifischen Erfahrungen der jungen Frauen im Praktikum gegenseitig ergänzen. Die jungen Frauen erhalten verpflichtend 22 Wochenstunden allgemeinbildenden Unterricht und sechs Stunden Stützunterricht in Deutsch und Mathematik. Zwei Stunden sind für soziales Lernen vorgesehen.
Schwerpunkt der praktischen Arbeit ist die kaufmännische Grundorientierung in Büro und Verwaltung sowie in Beratung und Verkauf. In diesen Beschäftigungsfeldern erwerben die jungen Frauen im Rahmen der Maßnahme Grundkenntnisse. Darüber hinaus kann der IHK zertifizierter Qualifizierungsbaustein „Grundlagen der Büroorganisation“ erworben werden. In 2018 haben die Teilnehmer die Möglichkeit an einem neuen Projekt in der Franz-Böhm-Schule teilzunehmen, in der sie ein Schulkiosk einrichten.
Um die jungen Frauen an die Arbeitswelt heranzuführen, machen die Teilnehmerinnen in den Herbst- und Osterferien ein Blockpraktikum jeweils eine Woche. Zusätzlich besuchen sie zwei Monate lang immer an einem Tag in der Woche einen Praktikumsbetrieb.

Qualifizierungsplätze seit 2016

Seit Juni 2016 bietet FAPRIK Qualifizierungsplätze für Geflüchtete an, im Jahr 2018 erstmalig 4 Plätze. Die Geflüchteten werden in den Alltag der Maßnahme integriert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf der Sprachförderung, die durch externe Deutschkurse ergänzt wird.
Die Geschäftsführerin des Startbetriebs 1, Frau Maud Beeskow, freute sich über das Interesse von Arbeitsminister Stefan Grüttner an den Lebensumständen der geflüchteten Frauen, die ihm Informationen über ihr Leben, ihre Kultur und ihre Ziele in Deutschland vermittelt haben. Sie hob besonders hervor, dass die langjährige, verlässliche Förderung mit ESF- und Landesmitteln vielen sozial benachteiligten Jugendlichen geholfen habe.

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