Die Europäische Impfwoche vom 23. bis 29. April 2018, die unter dem Motto „Impfungen wirken“ steht, nimmt Hessens Gesundheitsminister Stefan Grüttner, nochmals zum Anlass zu betonen, „dass es notwendig ist, Jungen und Mädchen gegen die auslösenden Humanen Papillomviren (HPV) zu impfen, da nur so die Infektionskette wirksam durchbrochen und der Krebserkrankung vorzubeugen ist, zumal Jungen oftmals Träger des Virus sind. Ein effektiver Impfschutz wird somit nur erreicht, wenn neben Mädchen auch Jungen gegen HPV geimpft werden“, betonte Grüttner heute in Wiesbaden. Pro Jahr erkranken etwa 5.000 Frauen an Gebärmutterhalskrebs. Die Impfung weise eine hohe Wirksamkeit auf und die gefährlichen Gebärmutterhalskarzinome können verhindert werden, wenn Frauen in jungem Alter geimpft werden. Umgekehrt sind Mädchen bzw. Frauen aber auch geschützt, wenn Jungen geimpft und somit nicht Träger des Virus sind. Es ist anzunehmen, dass die Ständige Impfkommission am Robert Koch-Institut diese Impfung auch für Jungen empfehlen wird, da sie zum einen die Viren übertragen können und zum anderen aber auch selbst Krebserkrankungen, die durch HPV-Viren hervorgerufen werden, entwickeln können.

Vorreiterrolle bei der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs

Hessens nehme eine Vorreiterrolle bei der Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs, die dritthäufigste Krebserkrankung bei Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren, erinnerte Grüttner. Das Hessische Gesundheitsministerium begrüßt und unterstützt die verstärkte Aufklärung der Eltern über die Impfung, die aktuell für Mädchen zwischen 9 und 14 bis 17 Jahren empfohlen ist. Der Lebensraum Schule bietet dabei insbesondere dem öffentlichen Gesundheitsdienst eine gute Möglichkeit, viele Eltern sowie Schülerinnen und Schüler zu erreichen und die Impfaufklärung, HPV betreffend, aber auch zu allen anderen erforderlichen Impfungen, zu vertiefen. Im Zusammenwirken aller am Impfwesen und der Impfaufklärung beteiligten Akteure, Ärzte, Hebammen, Apotheker, aber auch Politik und Medien, wird es gelingen, noch bestehende Impflücken zu schließen und die Erfolgsgeschichte der Impfungen im Kampf gegen Infektionskrankheiten fortzusetzen.

Immer auf aktuellen Impfschutz achten

Grüttner betonte abschließend, dass Impfungen ganz allgemein zu den wichtigsten und wirksamsten präventiven Maßnahmen, die in der Medizin zur Verfügung stehen, gehören. Der Gesundheitsminister unterstrich, dass nicht nur Kinder eine Grundimmunisierung brauchen, sondern dass bei manchen Impfungen, wie beispielsweise gegen Tetanus, regelmäßige Auffrischungen nötig sind. Daher sollten auch Erwachsene darauf achten, dass ihr Impfschutz immer aktuell sei.
Dies gelte auch für die Masern, die manche für eine harmlose Kinderkrankheit halten, aber schwere Folgeerkrankungen haben kann. Daher ist es eines der Ziele der Weltgesundheitsorganisation, die Masern auszurotten. Dazu ist es auch in Deutschland notwendig, die Durchimpfung zu erhöhen bzw. Impflücken zu schließen, insbesondere in bestimmten Gruppen, bei älteren Personen, die keine Masern gehabt haben und Personen, die in besonders gefährdeten Bereichen wie Krankenhäusern arbeiten.
Da es in Deutschland keine Impfpflicht gibt, ist die Impfentscheidung freiwillig. Jeder sollte sich jedoch informieren und die Notwendigkeit einer Impfung mit seinem behandelnden Arzt besprechen. Neben den niedergelassenen Ärzten beraten auch die Gesundheitsämter und Betriebs- und Arbeitsmediziner über Impfungen. Auch dem Hessischen Gesundheitsministerium ist eine gute Aufklärung über das Thema Impfen ein großes Anliegen.

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