Die Digitalisierung wird die Arbeitswelt in Hessen prägen und tiefgreifend verändern. Der Hessische Arbeitsminister Stefan Grüttner informierte sich daher bei der JOBLINGE-Initiative über das neue Projekt ‚digital aufholen!‘, das Jugendliche besser auf das digitalisierte Arbeitsumfeld in den Betrieben vorbereiten soll. „Ich bin davon überzeugt, dass dies auch benachteiligten jungen Menschen die Chance eröffnen kann, höherwertige Abschlüsse zu erwerben und auf dem Arbeitsmarkt als qualifizierte Fachkraft Fuß zu fassen“, betonte Grüttner bei der Besichtigung. „Digitales Lernen kann nicht nur die Integration in Arbeit und Ausbildung erleichtern, sondern auch dazu beitragen, die Beschäftigungsfähigkeit der Arbeitnehmer in den Betrieben angesichts des digitalen Wandels sicherzustellen“, ergänzte der Arbeitsminister.
Im Rahmen des Projekts werden Formate digitalen Lernens entwickelt. Ziel des JOBLINGE -Projekts „digital aufholen!“ ist die Entwicklung von mindestens drei Trainings für pädagogische Fachkräfte bzw. ehrenamtliche Nachhilfelehrer und drei Workshop-Formaten für die digitale Kompetenzentwicklung von benachteiligten Jugendlichen. Bei seinem Besuch nahm Grüttner auch an einem Mathematik-Workshop teil und Jugendliche berichteten über ihre ersten Erfahrungen aus dem Programm.

Kadim Tas, Regionalleiter der JOBLINGE gAG FrankfurtRheinMain und operativer Vorstand der JOBLINGE-Dachorganisation e.V.:

„Bei JOBLINGE greifen wir Trends auf dem Arbeitsmarkt nicht nur auf, sondern denken sie auch für unsere Zielgruppe weiter. Gerade angesichts des Fachkräftemangels in den MINT-Berufen und der fortschreitenden Digitalisierung scheint die Lücke zwischen Herkunft und Zukunft für benachteiligte Jugendliche besonders weit auseinanderzuklaffen. Genau deshalb ist es wichtig, innovative und konkrete Lösungen zu entwickeln und sie in ein schlüssiges pädagogisches Konzept einzubetten.“
Das Projekt „digital aufholen!“ wird aus dem Programm „Impulse der Arbeitsmarktpolitik“ (IdeA) mit ESF-Mitteln in Höhe von über 320.000 Euro gefördert und läuft zwei Jahre bis zum 31. Dezember 2019. Das Förderangebot „Impulse der Arbeitsmarktpolitik“ fördert modellhafte Maßnahmen, die dazu beitragen, dass aus den Arbeitslosen und Geringqualifizierten von heute die Fachkräfte von morgen werden können. Der Europäische Sozialfonds (ESF) ist das wichtigste Instrument der EU für die Förderung von Beschäftigung und sozialer Eingliederung. Hessen hat immer wieder durch die Fördermöglichkeiten des ESF wertvolle Impulse erhalten und konnte dadurch seine eigenen Anstrengungen in diesen Handlungsfeldern verstärken.
„Digitalisierung bietet eine Chance darauf, die zentrale Zielsetzung der Hessischen Arbeitsmarktförderung noch besser zu erreichen: Alle mitzunehmen und ihnen durch Bildung und Qualifizierung eine eigenständige Existenzsicherung zu ermöglichen“, betonte Grüttner. „Die Joblinge-Initiative ist mit Unterstützung der Hessischen Arbeitsmarktförderung bei diesem Projekt vorangeschritten, das gleichzeitig den Teilnehmerinnen und Teilnehmern auch noch Spaß bereitet.“

Europäische Sozialfonds (ESF)

Der Europäische Sozialfonds unterstützt in Hessen 15 Programme zur Förderung des lebenslangen Lernens und sozialer Inklusion sowie der Bekämpfung von Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit und von Armut. Dafür steht dem ESF in Hessen eine Fördersumme von 172 Mio. Euro für die Förderperiode 2014 – 2020 zur Verfügung. Mit diesen Mitteln werden Projekte gefördert, die mit innovativen und praxisnahen Maßnahmen hessische Bürgerinnen und Bürger bei der beruflichen Integration und Qualifizierung unterstützen.

Links:
ESF-Förderprogramme für die Förderperiode 2014-2020

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