Buchhaltung und Mitgliederverwaltung in einem kompatiblen Programm statt in Aktenordnern oder Besprechungen und Beratungen per Videokonferenz statt Vor-Ort: Es gibt vielfältige Möglichkeiten, die Arbeit in Vereinen und Verbänden mittels digitaler Hilfsmittel besser und einfacher zu organisieren. Um den digitalen Wandel in ehrenamtlichen Organisationen zu unterstützen, gibt es seit vergangenem Jahr das Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“. Einer der in diesem Jahr geförderten Verein ist der Sport- und Kulturverein Rot-Weiß Darmstadt 1954 e.V.. Digitalministerin Prof. Dr. Kristina Sinemus hat heute bei ihrer Sommerreise den Verein besucht und einen Förderbescheid über 15.000 Euro überreicht.

„Wir wollen, dass ehrenamtlicher Einsatz lebendig ist und dass sich immer mehr Menschen finden, die einen Teil der eigenen Freizeit zum Wohl der Gesellschaft einsetzen“, betonte Ministerin Sinemus. „Dabei kann der digitale Wandel helfen. Denn er kann vielfach helfen, Zeit zu sparen, effizienter zu arbeiten und damit das Ehrenamt hoffentlich ein stückweit attraktiver zu machen. Und in der Corona-Pandemie hat er vielen ermöglicht, die Vereinsarbeit zumindest teilweise aufrecht zu erhalten.“

Der SKV Rot-Weiß Darmstadt will mittels einer datenschutzkonformen Software unter anderem die Mitgliederverwaltung effizienter gestalten, eine Informationsplattform schaffen sowie Abrechnungen oder Kursverwaltung und Kommunikation vereinfachen. Neue Hardware soll zudem eine flexiblere Arbeit ermöglichen. Die Mitglieder sollen künftig durch eine Touch Stele im Eingangsbereich die Möglichkeit bekommen, auch vor Ort einen Zugang zur neuen Verwaltungssoftware zu haben. Dadurch können auch Vereinsmitglieder von der Software profitieren, welche im Privaten nicht über die notwendige technische Ausstattung verfügen. Nach der Umsetzung des geförderten Digitalisierungsvorhabens plant der Verein, die komplette Sportanlage an WLAN oder ein digitales Schließsystem anzubinden.

Einzigartiges Projekt

„Das Projekt stellt einen wichtigen Schritt in unsere Zukunft dar. Wir wollen unsere vielfältigen Angebote besser kommunizieren, nach Innen und nach Außen, auch an mögliche neue Mitglieder“, sagte Vorsitzender Harry Distelmann. „Wir müssen den Kontakt und die Zusammenarbeit zwischen der Vereinsleitung und den Mitgliedern einfacher gestalten, den heutigen technischen Möglichkeiten und Nutzergewohnheiten anpassen, und so zu einer engeren Verzahnung innerhalb unseres Vereins gelangen. Nicht zuletzt in den Monaten der Pandemie haben wir erkannt, dass heute eine möglichst niederschwellige digitale Plattform nötig ist, um eine schnelle und einfache Kollaboration auf allen Ebenen anbieten zu können.“

„Ich wünsche viel Erfolg bei diesem ehrgeizigen Projekt. Ich habe großen Respekt vor diesem Engagement und hoffe, dass unsere Förderung hier gute Unterstützung leisten kann“, sagte Digitalministerin Sinemus. Sie wies zudem auf die Bedeutung der Förderung der Digitalisierung des Ehrenamts hin. „Wir brauchen die Förderung des bürgerschaftlichen Engagements, um es auch in Zukunft lebendig und bereichernd für alle zu erhalten. Ein starkes Ehrenamt ist der Kitt in unserer Gesellschaft.“ Insgesamt zeige das erneut hohe Interesse am Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“, welch großen Bedarf es in der hessischen Vereinslandschaft gebe, den digitalen Wandel anzugehen. Im vergangenen Jahr sind 109 Organisationen mit einer Gesamtsumme von rund 1 Million Euro gefördert worden. In diesem Jahr erhalten rund 160 gemeinnützige Institutionen Beträge zwischen 5.000 und 15.000 Euro, mehr als 450 Anträge wurden eingereicht. Insgesamt steht ein Budget von rund 1,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit dem Förderprogramm „Ehrenamt digitalisiert!“, das 2020 initiiert wurde, können gemeinnützige Institutionen, deren hessische Dachverbände sowie gemeinnützige juristische Personen des Privatrechts Unterstützung für Digitalisierungsvorhaben beantragen. Der Schwerpunkt sollte auf der internen Verwaltung oder Struktur der Organisation liegen, wie beispielsweise der Mitgliederverwaltung oder digitalen Besprechungen sowie der Gewinnung neuer Mitglieder. Darüber hinaus können Bildungs-, Beratungs- und Unterstützungsmaßnahmen wie zum Beispiel zum Umgang mit den neuen Technologien oder zur Einführung neuer Abläufe und Prozesse gefördert werden. Besonders erwünscht sind ganzheitliche und nachhaltige Konzepte. Der Eigenanteil des Vereins liegt bei zehn Prozent der Fördersumme.

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