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02.10.2015 - Land
Eine Milliarde Euro mehr für den Hochschulbau in Hessen

Wissenschaftsminister Boris Rhein hat die Ergebnisse aus den Gesprächen zur Verlängerung des Hochschulbau-Investitionsprogramms HEUREKA vorgestellt. Bei der Hochschulleitertagung am Mittwoch ging es um die Zukunft des Hochschulbaus in Hessen und um die Verteilung der HEUREKA-Mittel an die Hochschulen für den Zeitraum von 2021 bis 2026 – dem sogenannten „HEUREKA II“-Programm.

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Mit HEUREKA hat die Landesregierung seit 2008 die Hochschulinfrastruktur in einer Art und Weise vorangebracht, die deutschlandweit ihresgleichen sucht. In der ersten Phase von HEUREKA lag der Schwerpunkt der Investitionen beim Campus Westend der Goethe-Universität und bei der Uniklinik in Frankfurt. Dass sich die Landesregierung entschlossen hat, trotz der anstehenden finanziellen Herausforderungen der Schuldenbremse und weiteren finanzpolitischen Herausforderungen bereits heute ein zweites HEUREKA-Programm mit einer weiteren Milliarde Euro aufzulegen, zeigt, dass wir den Hochschulen verlässliche Rahmenbedingungen auch in schwierigen Zeiten bieten wollen.“

Erstmals profitieren auch die kleinsten Hochschulen des Landes

Mit der Verlängerung und Aufstockung des Hochschulbau-Investitionsprogramms HEUREKA nutze die Landesregierung die Chance, neue Investitionsschwerpunkte zu setzen, so Wissenschaftsminister Boris Rhein weiter: „Davon können auch erstmals die beiden kleinsten Hochschulen des Landes, die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt und die Hochschule für Gestaltung in Offenbach, sowie die erst 2013 gegründete Hochschule Geisenheim nennenswert profitieren sollen.“

Die Hochschule für Musik und Darstellende Kunst in Frankfurt (HfMDK) und die Hochschule für Gestaltung in Offenbach (HfG Offenbach) waren bislang die Schlusslichter bei der Budgetverteilung im Rahmen von HEUREKA I und hatten jeweils nur rund 0,6 Prozent der Mittel erhalten. Die Hochschule Geisenheim hatte bislang noch kein direkt zugeordnetes HEUREKA-Budget, da sie erst fünf Jahre nach dem Start des Programms gegründet wurde. Bislang konnte sie nur mit den verbleibenden Restmitteln der Hochschule RheinMain planen, aus der sie nach dem Zusammenschluss mit der Forschungsanstalt Geisenheim hervorgegangen ist.

Zwischen 90 und 110 Millionen vorgesehen

Die Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) erhalten zwischen 20 und 35 Millionen Euro. Der niedrigste Betrag ist für die Hochschule Fulda vorgesehen, die bereits eine umfassende Modernisierung erhalten hat. Für die Universitäten sind zwischen 90 bis 110 Millionen Euro vorgesehen.

Prof. Dr. Katharina Krause, Sprecherin der Konferenz hessischer Universitätspräsidenten: „Die Universitäten begrüßen es sehr, dass das Land schon frühzeitig klare Rahmenbedingungen für die Finanzierung von Hochschulbaumaßnahmen an allen Standorten schafft und damit in vorbildlicher Weise eine langfristige Bauplanung für die Hochschulen ermöglicht. Zum ersten Mal wird in der Geschichte des Landes Hessen der Hochschulbau nahtlos als eine kontinuierliche Aufgabe begriffen, die auch in weiterer Zukunft nicht an Bedeutung verlieren wird.“

Prof. Dr. Karim Khakzar, Sprecher der Konferenz hessischer Fachhochschulpräsidien: „Für den weiteren Ausbau der hessischen Fachhochschulen ist eine langfristige Planungssicherheit bei der baulichen Entwicklung unserer Hochschulen von großer Bedeutung. Der Bedarf an neuen Räumlichkeiten ist auf Grund des starken Wachstums der letzten Jahre an allen Fachhochschulen sehr groß. Wir freuen uns, dass die frühzeitige Entscheidung der hessischen Landesregierung über das  Hochschulbauprogramm HEUREKA II uns nun in die Lage versetzt, die konkrete Planung neuer, wichtiger Projekte anzugehen.“

So wird das HEUREKA-II-Budget verteilt

Die Verteilung des HEUREKA II-Budgets (2021-2026) auf die einzelnen hessischen Hochschulen stellt sich wie folgt dar:

Hochschule Millionen in Euro
Universität Kassel 100
Universität Marburg 110
Universität Gießen 110
Universität Frankfurt 90
Technische Universität Darmstadt 100
Technische Hochschule Mittelhessen 35
Hochschule Fulda 20
Frankfurt University of Applied Sciences 35
Hochschule RheinMain 35
Hochschule Geisenheim 50
Hochschule Darmstadt 35
Hochschule für Musik und Darstellende Kunst 90
Hochschule für Gestaltung Offenbach 90
Rückstellung für Planungsanpassungen 100
Gesamt 1000

Enormer Kraftakt in Zeiten der Schuldenbremse

In Hinblick auf den von den Hochschulen im Vorfeld selbst bezifferten hohen Bau- und Sanierungsbedarf sagte Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend: „HEUREKA II ist vor allem ein wichtiger Schritt, die Planungen für die Campusentwicklung der hessischen Hochschulen jetzt rechtzeitig fortschreiben zu können. Es muss aber auch allen Hochschulen bewusst sein, dass es im Hinblick auf die Schuldenbremse einen enormen Kraftakt darstellt, den Hochschulbau auf so einem hohen finanziellen Niveau zu halten. Ich bin zuversichtlich, dass an allen Standorten mit den richtigen Prioritätensetzungen jetzt die wichtigsten Projekte vorangetrieben werden können.“

Darüber hinaus können durch das Programm HSP 2020-Invest in den Jahren 2016 bis 2020 zusätzlich zu HEUREKA noch weitere 300 Millionen Euro in Baumaßnahmen für den kapazitätswirksamen Ausbau und zur Verbesserung der Studienbedingungen investiert werden.

Projekte an den einzelnen Hochschulen

An den einzelnen Hochschulstandorten ergeben sich zusammenfassend durch die zusätzlichen HEUREKA II-Budgets folgende Perspektiven:

Universität Kassel:
Fortsetzung der Standortneuordnung und Beginn der Verlagerung der Naturwissenschaften vom Standort Heinrich-Plett-Straße an den Campus Holländischer Platz. Umbau und Sanierung der Kunsthochschule.

Philipps-Universität Marburg
Fortsetzung der Teilbauautonomie und  Sanierung für Zwecke der Lebenswissenschaften und der Medizin sowie Komplettierung des innenstädtischen Campus Firmanei.

Justus-Liebig-Universität Gießen:
Fortsetzung der Standortneuordnung am Campus Philosophicum einschließlich
Neubau eines Seminargebäudes und der Mensa. Umbau- und Sanierungsmaßnahmen in der Stadtmitte für die Lebenswissenschaften und Veterinärmedizin.

Goethe-Universität Frankfurt:
Realisierung des prioritären Ersatzneubaus für die Chemie auf dem Campus Riedberg.

TU Darmstadt:
Fortsetzung der Bauautonomie mit Zurverfügungstellung eines jährlichen Baubudgets.
Sanierungsmaßnahmen am Campus Stadtmitte und Lichtwiese.

Hochschulen für angewandte Wissenschaften (THM, Hochschule Fulda, Frankfurt University of Applied Sciences, Hochschule Rhein-Main h_da):
Fortsetzung der Standortkonsolidierungen und Campusentwicklung, Umbau- und Erweiterungs- und Neubaumaßnahmen.

Hochschule Geisenheim:
Umfassende Standortneuordnung einschließlich Neubau Getränketechnisches Zentrum und weitere Sanierungs- und Ausbaumaßnahmen.

 

Themengebiet: Hochschule und Wissenschaft