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21.09.2015 - Europa
Europaministerin Lucia Puttrich: Starkes Netzwerk für Europa

Erfolgreicher Auftakt mit dem ersten Hessischen Europaempfang in Wiesbaden

Die Hessische Europaministerin Lucia Puttrich hat heute den ersten Hessischen Europaempfang im Wiesbadener Schloss Biebrich eröffnet. „Wir knüpfen ein Netzwerk für Europa in Hessen", sagte die Ministerin zu Beginn der Veranstaltung. Der Empfang sei der Startschuss für eine Reihe von Veranstaltungen, um die Organisationen zusammenzubringen, die Europa in Hessen fördern und stärken, so Puttrich weiter.  Der Europaempfang stand unter dem Motto „Digitale Gesellschaft“ und versammelte Entscheider aus der Informations- und Kommunikationsbranche sowie Akteure europäischer Öffentlichkeitsarbeit. Als Festredner war der deutsche EU-Kommissar Günther H. Oettinger, zuständig für Digitale Wirtschaft und Gesellschaft, zu Gast.

Die Ministerin warb in ihrer Begrüßung darum, dass sich die Hessischen Bürgerinnen und Bürger informieren und miteinander ins Gespräch kommen. „Europa lebt davon, dass man Menschen zusammenbringt“, sagte sie vor rund 250 Gästen. Gerade die Schicksale der abertausenden Flüchtlinge, die an Europas Außengrenzen die Hilfe der Europäischen Union brauchen, zeigten wie wichtig es sei, dass Europa sich nicht nur als ein prosperierenden wirtschaftlichen Verbund verstehe, sondern als eine Wertegemeinschaft. „Wenn Menschen in Not sind, dürfen nicht finanzielle Möglichkeiten, sondern muss die uneingeschränkte Solidarität im Vordergrund stehen", so Puttrich. Dazu gehöre es, Flüchtlingen zu helfen, dazu gehöre es aber auch, gesellschaftlichen Veränderungen gemeinsam zu begegnen. Die Europäische Union biete ihren Mitgliedstaaten dauerhaft große wirtschaftliche Chancen in einem globalisierten Markt. „In der aktuellen Situation ist es an uns, uns zu erinnern, dass die Ländern Europas nicht immer friedlich zusammengelebt und wirtschaftlich voneinander profitiert haben", so Puttrich. 

Digitalisierung der Gesellschaft

Eines der wichtigsten Themen der nächsten Jahre sei in diesem Zusammenhang die Digitalisierung der Gesellschaft. „Kaum eine Entwicklung verändert unsere Lebens- und Arbeitsgewohnheiten derart grundlegend wie die Digitalisierung", machte Hessens Europaministerin deutlich.

Hessen bringe alle Voraussetzungen mit, um ein Wachstumstreiber und Innovationsmotor für die Informations- und Telekommunikationsbranche in Deutschland und Europa zu sein. „Mehr als 122.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind in unserem Land in rund 10.000 IKT-relevanten Unternehmen beschäftigt. Sie erzielen gemeinsam einen jährlichen Umsatz von rund 40 Milliarden Euro. Das ist ein Siebtel des bundesweiten IKT-Umsatzes“, so Lucia Puttrich.

Gemeinsamer Binnenmarkt und Verbraucherschutz

Die Ministerin betonte auch die Chancen, die ein gemeinsamer digitaler Binnenmarkt bietet, auf dem alle beteiligten Akteure ihre Dienstleistungen nach gemeinsam festgelegten Regeln anbieten, Kreativschaffende die Verfügungsgewalt über ihr geistiges Eigentum behaupten können, auf dem sich digitaler Verbraucherschutz nach hohen Standards richtet und die Wahrung der Privatsphäre sichergestellt ist.

Neben den Themen, die derzeit die Medien beherrschen, sei Europa auch für andere gesellschafts- und wirtschaftspolitisch zentrale Fragen in der Verantwortung „zu liefern“. „Die Zukunft Europas hängt auch von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit ab. Eine herausragende Rolle in den nächsten Jahren wird der Bereich Digitales spielen“, zeigte sich die Europaministerin überzeugt. Denn „wir alle sind uns bewusst, dass die digitale Technologie große Chancen bietet, den gesellschaftlichen Wohlstand zu steigern. Hessen, Deutschland und Europa haben den Ehrgeiz, in diesem Bereich nicht nur den Anschluss nicht zu verlieren, sondern vielmehr eine weltweite Spitzenposition einzunehmen“.

„Als derzeitiges Vorsitzland der Europaministerkonferenz wird Hessen die in der „Strategie für einen digitalen Binnenmarkt in Europa“ der Kommission angekündigten gesetzgeberischen Schritte konstruktiv begleiten und mitgestalten“ erklärte Europaministerin Puttrich abschließend.

Weitere Netzwerk-Veranstaltungen:

Am 17.11.2015 findet in der Kongresshalle Gießen eine Veranstaltung des Netzwerk Europainfo Hessen zum Thema „Brüsseler Fördertöpfe für Hessen“ statt. Hier haben Interessierte die Möglichkeit sich u.a. in Fachforen über EU-Förderprogramme zu informieren.

Am 03.12.2015 veranstalten die Europe direct relais in Hessen in Kooperation mit der Europaabteilung der Hessischen Staatskanzlei und der Regionalvertretung der Europäischen Kommission in Bonn im Landgrafen-Schloss Marburg eine Podiumsdiskussion zum Thema „EU – Was passiert mitten in Hessen?“. Der Einfluss der EU auf die Region Mittelhessen steht im Fokus.

Themengebiet: Europa