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16.09.2015 - Land
Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten Lucia Puttrich: Am Bürgerfest zum 25. Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt wird Geschichte lebendig

Die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten, Lucia Puttrich, hat gemeinsam mit Roland Jahn, dem Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen (BStU), die historisch-politischen Angebote während des Bürgerfestes zum Tag der Deutschen Einheit in Frankfurt vorgestellt. „Den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung  wollen wir dazu nutzen, Geschichte lebendig werden lassen. Wir wollen sie interessant und anschaulich vermitteln, um letztlich für die Zukunft zu lernen. Hier auf dem Liebfrauenberg wird beim Bürgerfest der ‚Platz der Geschichte‘ sein, mit vielen Informationen rund um Erinnerung, Aufarbeitung und Geschichtsvermittlung“, so Ministerin Puttrich. „Das Engagement der Hessischen Landesregierung zur Erinnerung an die Geschichte der deutschen Teilung ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung unseres Demokratiebewusstseins. Es ist eine lebendige Erinnerung an den Wert der Menschenrechte. Je klarer wir Unfreiheit vor Augen haben, desto besser können wir Freiheit schützen und schätzen“, sagte Bundesbeauftragter Roland Jahn.

Während der Feierlichkeiten zum Tag der Deutschen Einheit vom 2. bis 4. Oktober in Frankfurt wird der Liebfrauenberg zum „Platz der Geschichte“. Dort präsentieren Institutionen wie die Bundesstiftung Aufarbeitung, die Behörde des Bundesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes, die Bundes- und Landeszentrale für politische Bildung und verschiedene Erinnerungsinitiativen ihre Arbeit und Informationsangebote. Auch das Ausstellungs- und Infomobil „25 Jahre Freiheit und Einheit“ der Bundesregierung und der Bus „Gedächtnis der Nation“ machen auf dem Liebfrauenberg halt. „Ein Besuch auf dem Platz der Geschichte zeigt die Facetten der lebendigen Erinnerungskultur in Deutschland und regt an, sich intensiv mit unserer eigenen Vergangenheit auseinanderzusetzen und für Freiheit und Demokratie aktiv einzutreten.      In diesem Sinne ist Geschichte kein Blick zurück, sondern ein Blick in die Zukunft“, sagte Puttrich. Die Ministerin verwies in diesem Zusammenhang auf eine Reihe von Projekten zur praktischen, anschaulichen und innovativen Aufarbeitung und Vermittlung von Geschichte, die das Land Hessen im Rahmen der Bundesratspräsidentschaft unter dem Motto „Grenzen überwinden“ gestartet hat. So gebe es ein umfassendes Zeitzeugenprogramm in den hessischen Schulen, die Zeit von 1990 bis 2015 werde durch Jahresringe wieder lebendig, auf denen interessante Ereignisse aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft in jeweils einem Jahr beschrieben werden und auch die Ausstellung „Grenzen überwinden“ (Mauerausstellung) erinnere anschaulich an die jahrzehntelange Unterdrückung durch die SED-Diktatur und den Weg hin zu Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie. Über diese Aktivitäten und Projekte hinaus und unabhängig von der Ausrichtung des Tages der Deutschen Einheit hat die Landesregierung jedoch seit vielen Jahren kontinuierlich die Erinnerungs- und Aufarbeitungsarbeit über die SED-Diktatur ausgeweitet. So gebe es beispielsweise ein Schwerpunktprojekt zur „Politisch-historischen SED-Aufarbeitung“ bei der Landeszentrale für politische Bildung. Auch betonte Puttrich die Förderung der beiden hessischen Grenzmuseen Point Alpha und Schifflersgrund. „Die Erinnerung an die eigene Geschichte ist eine Aufgabe, die dauerhaft geführt werden muss. Dafür machen wir seit Jahren sehr viel in Hessen und auch mit dem Bundesbeauftragten für die Unterlagen der ehemaligen DDR-Staatssicherheit“, hob Puttrich hervor.

Mit einer Reihe an Aktivitäten stellt sich auch der Bundesbeauftragte für die Stasi-Unterlagen auf dem Platz der Geschichte vor. „Wir wollen ein Schaufenster in unser einzigartiges Archiv bieten. An unserem Stand gibt es dazu Dokumentenhefte, die einzelne historische Ereignisse entlang der Stasi-Unterlagen erzählen, so auch eine kleine Handreichung über das Wirken der Stasi in Hessen. Und ein neues Lesebuch zur Staatssicherheit stellen wir am Stand zum 3. Oktober vor. Ich persönlich freue mich auch auf diverse Podiumsgespräche mit Schülern sowie dem Ministerpräsidenten Volker Bouffier am 3.Oktober abends im Hessen-Pavillon“, sagte Roland Jahn.

Übersicht der ausstellenden Institutionen auf dem Liebfrauenberg / Platz der Geschichte:

 

1. Bundesbeauftragter für Stasi-Unterlagen

Die Ausstellung auf dem Bürgerfest wird zum einen über die Arbeit und Auftrag der Behörde, ihre Informations- und Unterrichtsangebote sowie die Antragsmöglichkeiten auf Akteneinsicht informieren. Zum anderen bietet der BStU mit einer kleinen Ausstellung einen regionalspezifischen Einblick in das Stasi-Unterlagen-Archiv. Erstmals werden am Infostand auch das Lesebuch "Die Staatssicherheit" sowie das Länderheft "Hessen und die Stasi" erhältlich sein.

Roland Jahn wird auch im Pavillon des Landes Hessen als Gesprächspartner und Zeitzeuge zur Verfügung stehen. Unter dem Titel "Grenzen überwunden? 25 Jahre gelebte Einheit in Deutschland" wird er am 3. Oktober um 18:00 Uhr mit dem Ministerpräsidenten über die Fortschritte des Einigungsprozesses sprechen. Außerdem wird er auf der Bühne der Bundesregierung Einblick in "25 Jahre Umgang mit den Stasi-Akten" geben und auf der Bühne des Bundesrates mit Jugendlichen diskutieren.

2. Landesbeauftragte für Stasi-Unterlagen

Die Landesbeauftragten für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes bzw. zur Aufarbeitung der SED-Diktatur aus den fünf ostdeutschen Ländern sind auf dem Bürgerfest in einem gemeinsamen Zelt präsent. In dem Zelt wird über die Arbeit der Landesbeauftragten und ihre Bildungs- und Beratungsangebote informiert. Auch können Bürger dort direkt mit den Bürgerberatern über Fragen der Akteneinsicht und das Antragsverfahren sprechen oder Anträge stellen.

3. Bundesstiftung Aufarbeitung, zusammen mit der Gedenkstätte Berliner Mauer

Die Ausstellung der Stiftung informiert über das breite Informationsspektrum und die Bildungsmaterialien sowie die Ausstellungen. Integriert wird insbesondere auch eine gemeinsam mit dem Auswärtigen Amt produzierte Ausstellung, die den Weg zur Deutschen Einheit von der Friedlichen Revolution im Herbst 1989 bis zur Wiedervereinigung am 3. Oktober 1990 nachzeichnet. Im Zelt integriert werden soll auch die Gedenkstätte Berliner Mauer. Sie ist der zentrale Erinnerungsort an die deutsche Teilung im Zentrum Berlins.

4. Bundeszentrale für politische Bildung

Die Bundeszentrale für politische Bildung präsentiert sich mit ihrem umfangreichen Publikationsangebot auf dem Tag der Deutschen Einheit. Schwerpunkt des Angebots ist die deutsch-deutsche Gesichte, der Mauerfall und die Deutsche Einheit.

5. Stiftung Erinnerung-Verantwortung-Zukunft

In Erinnerung an die Opfer nationalsozialistischen Unrechts engagiert sich die Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) für die Überlebenden und setzt sich für Menschenrechte und Völkerverständigung ein. Aus den Erträgen fördert die Stiftung EVZ mit jährlich ca. 7,5 Millionen Euro internationale Projekte in den Bereichen „Auseinandersetzung mit der Geschichte“, „Handeln für Menschenrechte“ und „Engagement für Opfer des Nationalsozialismus“. Über ihren Auftrag und die laufenden Bildungsprojekte wird die Stiftung auf der Ausstellungsfläche informieren.

6. Deutschlandreise „25 Freiheit & Einheit“ des Bundespresseamtes

Die Bundesregierung macht mit einem multimedialen Informationsangebot (Videowand und Info-Container) Station auf dem Bürgerfest. Unter dem Titel „Deutschlandreise“ wird an den 25. Jahrestag der Wiedervereinigung Deutschlands in Frieden und Freiheit erinnert. Die Ausstellung ist deutschlandweit in 21 Städten zu sehen. Dazu wurde ein Seecontainer zum „Sehcontainer“ umgebaut, in dem auf Monitoren Ausschnitte aus Originalfilmen und Fotos zu sehen sind. Die Bilder veranschaulichen in vier Stationen die deutsche Geschichte seit 1949. Die ersten Sequenzen zeichnen die Entwicklung der beiden deutschen Staaten nach. Der zweite Film zeigt Bilder der Friedlichen Revolution, des Mauerfalls und der deutschen Einheit, der dritte die jüngste Geschichte des wiedervereinigten Deutschlands. Der vierte Bildschirm schließlich veranschaulicht wichtige Stationen des „Aufbaus Ost“. Auf dem Bürgerfest finden außerdem Zeitzeugengespräche auf der Bühne der Bundesregierung statt.

7. Jahrhundertbus der Aktion „Gedächtnis der Nation“

Der Jahrhundertbus ist ein rollendes Aufnahmestudio und eine einzigartige Sonderanfertigung. Ausgestattet mit modernster Technik bietet er Bürgerinnen und Bürger – auch auf dem Bürgerfest und an vielen anderen Stationen seiner Tour durch Deutschland – Gelegenheit, als Zeitzeugen erlebte Vergangenheit festzuhalten. Im Bus wird über das Projekt berichtet und eingeladen, künftig selbst einmal als Zeitzeugen vor der Kamera zu sitzen. Auf der Webseite des „Gedächtnisses der Nation“ ist so seit Jahren eine umfangreiche Datenbank mit Zeitzeugenberichten, sowohl von Prominenten wie von Bürgerinnen und Bürgern, entstanden.

8. Gedenkstätte Berlin-Hohenschönhausen

Auf dem Gelände der früheren zentralen Untersuchungshaftanstalt des Ministeriums für Staatssicherheit im Berliner Stadtteil Hohenschönhausen befindet sich seit 1994 eine Gedenkstätte. Die Gedenkstätte wird sowohl mit einer Präsentationsfläche zur Geschichte des Gefängnisses und seinen Ausstellungen informieren, wie auch mit einem Lernmobil (ein umgebauter Barkas-Gefangenentransporter) über die Unterrichtsangebote zum Unterdrückungsapparat und –mechanismen der Staatssicherheit vor Ort sein. Außerdem sind Zeitzeugengespräche im Zelt geplant.

9. Hessische Landeszentrale für pol. Bildung, zsm. mit Grenzmuseen Point Alpha & Schifflersgrund

Die Hessische Landeszentrale für politische Bildung (HLZ) präsentiert sich auf dem Bürgerfest in einem Zelt mit den beiden hessisch-thüringischen Grenzmuseen Point Alpha und Schifflersgrund. Dabei wird die HLZ ihr umfangreiches Publikationsangebot präsentieren mit einem besonderen Schwerpunkt auf die Publikationen zur DDR-Geschichte und deutschen Einheit. Die beiden Grenzmuseen stellen im Zelt ebenfalls mit je einem eigenen Stand ihre Einrichtungen vor.

10. Gedenkstätte Deutsche Teilung Marienborn

Die ehemalige Grenzübergangsstelle Marienborn liegt an der Bundesautobahn 2 zwischen Helmstedt und der Ausfahrt Alleringersleben. Dieser Ort war bis 1989 das Nadelöhr zwischen Ost und West und für viele Westdeutsche das Synonym für die deutsch-deutsche Grenze. Die am 1. Juli 1945 errichtete alliierte Kontrollstelle entwickelte sich im Verlauf des Kalten Krieges zur größten und bedeutendsten Grenzübergangsstelle an der ehemaligen innerdeutschen Grenze. Über die Angebote der Gedenkstätte soll bei dem Stand informiert werden. 

Geschichtsangebote auf der Ländermeile:

Auch auf der Ländermeile haben einige Staatskanzleien Geschichtsangebote integriert. So präsentiert sich zwischen den Ländern Bayern und Thüringen das Deutsch-Deutsche Museum Mödlareuth. Das Land Niedersachsen hat das Wilhelm Busch Museum Hannover mit Karikaturen aus Ost und West sowie das Grenzlandmuseum Eichsfeld / Teistungen einbezogen. Das Land Sachsen präsentiert unter anderem eine Ausstellung zum Thema Friedliche Revolution und im Berlin-Zelt ist eine Ausstellung zum Thema „25 Jahre Wiedervereinigung“ geplant mit Stelen, die Berlin vor und nach der Wiedervereinigung zeigen, sowie Stelen in Kooperation mit der Fotografen-Agentur Ostkreuz, die ein ganz besonderes Lebensgefühl (früher und aktuell) in Berlin darstellen.

Themengebiet: Geschichte