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15.09.2015 - Land
Familienminister Stefan Grüttner: Der zweite Runde Tisch Kinderbetreuung ist ein wichtiger Beitrag zur Förderung unserer Kinder

Hessischer Familienminister Stefan Grüttner: „Konstruktive Atmosphäre und guter Austausch beim Gespräch mit den Verbänden und Trägern“ - „Finanzielle Erleichterungen für weiteren Ausbau und Anschubfinanzierung und ein eigenes Konzept zur sprachlichen Bildung“

Der Hessische Familienminister Stefan Grüttner nannte im Anschluss an den Zweiten Runden Tisch Kinderbetreuung die Veranstaltung einen "wichtigen Beitrag zur Förderung unserer Kinder.“ Der Familienminister sagte, das Treffen sei wieder von einem konstruktiven Klima und einem kompetenten und wertvollen Austausch mit allen relevanten Akteuren im Bereich der Kinderbetreuung gekennzeichnet gewesen. „Damit wurde nahtlos an die im letzten Jahr begonnenen Gespräche angeknüpft. Der Minister bedankte sich bei allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern für die im Vorfeld eingebrachten Antworten auf die Fragebögen und die rege Diskussion im Plenum.

"Erfahrungen aus allen Bereichen einfließen lassen"

Auf Einladung des Familienministers waren zum Zweiten Runden Tisch Kinderbetreuung am Montag Vertreter der kommunalen Spitzenverbände, der Kirchen, der Liga der Freien Wohlfahrtspflege in Hessen, von Elterninitiativen, Gewerkschaften, Unternehmerverbänden, Landeselternbeirat sowie Interessenvertreter der Kindertagespflege und von Kindern mit Behinderungen in Wiesbaden zusammengekommen. „Wir wollten wieder mit einem breiten Spektrum an Trägern, Verbänden und Interessensvertretungen reden, um Erfahrungen aus allen Bereichen einfließen lassen zu können. Es war erneut ein sehr konzentrierter Austausch zu den verschiedensten Themen rund um die Kinderbetreuung. Moderiert wurde die Veranstaltung wieder von Werner D’Inka, Mitherausgeber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung.

Das Programm bestand aus der Diskussion von sechs Themenfeldern der Kinderbetreuung in Hessen: Stand und Bedarf beim Ausbau der Betreuung für unter Dreijährige, die Evaluation des Hessischen Kinderförderungsgesetzes, der Bildungs- und Erziehungsplan, die sprachliche Bildung, die Kindertagespflege sowie die Fachkräftesicherung in der Kinderbetreuung. Aus aktuellem Anlass wurde auch das Thema Flüchtlingskinder in Kinderbetreuungseinrichtungen kurz angesprochen.

Wie im letzten Jahr hatten die teilnehmenden Institutionen zu verschiedenen Themenbereichen Fragebögen erhalten. "Die Rückmeldungen sind für unsere Arbeit  wichtig und wertvoll, denn die Rückmeldungen geben Aufschluss darüber, was gut läuft, wo Unterstützung durch das Land gewünscht wird und wo nachgesteuert werden sollte." Nach wie vor ist erkennbar, dass es bei der Kinderbetreuung kein einheitliches Bild für Hessen gibt. Hier bedarf es Lösungen, die regionale Besonderheiten berücksichtigen oder auch auf die Unterschiedlichkeit der Träger zugeschnitten sind.

Die Themen im Überblick:

Ausbau von Betreuungsangeboten für Kinder unter drei Jahren Es gibt  nach wie vor einen regional unterschiedlich ausgeprägten Bedarf an Plätzen für unter 3jährige. Um diesen zu decken stehen dem Land Hessen - neben einem Rest an Landesmitteln in Höhe von 3,7 Mio. € - aus einem neuen Investitionsprogramm des Bundes zur Kinderbetreuung in den Jahren 2015-2018 Mittel in Höhe von gut 42 Mio. € zur Verfügung. Die entsprechende Förderrichtlinie ist veröffentlicht und Anträge können in Kürze gestellt werden.  Wichtig war uns in diesem Zusammenhang, dass wir auch ermöglichen, dass bestehende U-3-Plätze mit diesen Mitteln gesichert werden können.

Weitere finanzielle Unterstützung des Landes - Anschubfinanzierung

Das Land hat im Anschluss an den Runden Tisch im letzten Jahr übergangsweise eine Anschubfinanzierung  für Träger eingeführt, die ihre Betreuungsangebote für unter Dreijährige erst nach dem im Gesetz vorgesehenen Stichtag am 1. März ausweiten und deswegen betreute Plätze erst später melden können. Für die Zahlung der Förderpauschalen an diese Träger ist der 15. September als zusätzlicher Stichtag maßgebend. Die im letzten Jahr einmalig eingeführte Anschubfinanzierung wurde in der Trägerlandschaft sehr begrüßt und wird daher bis zum Jahre 2017 verlängert. Voraussetzung für die Anschubfinanzierung ist, dass hierdurch zusätzliche Gruppen oder neue Einrichtungen geschaffen werden.

Evaluation des Hessischen Kinderförderungsgesetzes

Bis Ende 2016 wird das Hessische Kinderförderungsgesetz wissenschaftlich ausgewertet. Das damit beauftragte wissenschaftliches Institut ISS aus Frankfurt hat einen Zwischenstand der Evaluation und die weiteren Arbeitsschritte  vorgestellt. Die Evaluation wird durch einen Fachbeirat begleitet. Mit dem 1. September 2015 sind die Übergangsvorschriften des Gesetzes ausgelaufen, so dass jetzt alle Einrichtungen nach dem Hessischen Kinderförderungsgesetz arbeiten. Hieraus werden sich sicherlich noch weitere Erkenntnisse im Rahmen der Evaluation ergeben und die Datenbasis wird größer und repräsentativer. Nach der Evaluation wird die Einführung eines weiteren Stichtags erörtert.

Nachdem im letzten Jahr die Rahmenvereinbarung Integration von allen Partnern unterzeichnet wurde, hat das Land zusätzliche 10 Mio. € an die Träger von Kitas für die gemeinsame Betreuung von Kindern mit und ohne Behinderung ausgezahlt. In diesem Jahr haben wir eine gesetzliche Grundlage für die jährliche Auszahlung in gleicher Höhe entworfen, die derzeit noch im parlamentarischen Verfahren ist. "Mir war es ein wichtiges Anliegen, hier gute Bedingungen für die gemeinsame Betreuung zu schaffen und die Anhörung hat uns in diesem Vorhaben bestätigt."

Bildungs- und Erziehungsplan (BEP)

Die positiven Rückmeldungen zum Thema Hessischer Bildungs- und Erziehungsplan für Kinder von 0 bis 10 Jahren zeigen, dass der damit für die Träger geschaffene Rahmen für Qualitätsstandards in Kindertagesstätten und der Kindertagespflege nach wie vor anerkannt und geschätzt wird. Die Fortbildungen werden - wie im letzten Jahr angekündigt - neu konzipiert und das Land wird diese – wie bisher – auch weiterhin kostenlos für alle Interessierten anbieten. Im Kinderförderungsgesetz wird die Arbeit nach dem BEP in den Einrichtungen mit einer gesonderten Pauschale honoriert. Um Träger, Fachkräfte aber auch Eltern künftig kontinuierlich über die Arbeit mit dem BEP zu informieren, werden wir einen BEP-Newsletter an die Praxis verteilen. Damit entsprechen wir auch einem Wunsch, der sich aus den Rückmeldungen der Teilnehmer ergeben hat.

Sprachförderung

Eindrucksvoll hat der Fachvortrag von Frau Prof. Sachse von der Pädagogischen Hochschule Heidelberg demonstriert, welche Bedeutung die Sprache im Bereich der frühen Förderung von Kindern hat. Grundlage für die sprachliche Bildung in den Kindertageseinrichtungen ist in Hessen zum großen Teil das Konzept der so genannten alltagsintegrierten sprachlichen Bildung, die auf gezielte Sprachförderung durch natürliche Interaktion im Alltag ausgelegt ist. „Diesem Bereich messen wir eine große Bedeutung bei und haben heute gemeinsam mit dem Hessischen Kultusministerium ein Gesamtkonzept zur sprachlichen Bildung und Förderung im Elementar- und Primarbereich vorgelegt." Dieses wird im weiteren mit der Fachlandschaft diskutiert.

Kindertagespflege

Aus den Rückmeldungen ergibt sich, dass teilweise die Kindertagespflege zwar wahrgenommen wird aber eher ergänzend zu Kindertageseinrichtungen. Um hier Kooperationen zu verstärken haben wir mit dem Institut für Kinder- und Jugendhilfe in Mainz Hessischen Kindertagespflegebüro Projekt TaKKt II aufgesetzt. An vier hessischen Standorten werden künftig Tagespflegepersonen, Fachkräfte aus Kitas, Fachdienste für  Kindertagespflege und Kitas gemeinsam zum Thema alltagsintegrierte sprachliche Bildung zusammen arbeiten. Daraus lassen sich anschliessen Erkenntnisse für andere Standorte gewinnen und weiter verbreiten.

Fachkräfte

Da die Gewinnung ausländischer Fachkräfte grundsätzlich positiv gesehen wird, wird in Hessen, um die Beschäftigung von ausländischen Erziehern zu erleichtern, die Gleichwertigkeitsprüfung für den Erzieherberuf so gestaltet, dass ausschließlich die fachliche Qualifikation bewertet wird. Unabhängig davon bedarf es deutscher Sprachkenntnisse, um erfolgreich in einer Kindertageseinrichtung tätig sein zu können. Ein Sprachnachweis eines bestimmten Niveaus muss nicht vorgelegt werden. Dies kann die Anwerbung von Fachkräften aus dem Ausland erleichtern. Mit der seit dem 1. August 2014 im Hessischen Ministerium für Soziales und Integration angesiedelten Stabstelle Fachkräfte steht  außerdem allen Interessierten eine kompetente Anlaufstelle zu Verfügung.

Hessen legt einen Schwerpunkt auf die Gewinnung von Quereinsteigerinnen und Quereinsteiger für eine berufliche Weiterbildung zur Erzieherin / zum Erzieher. Wir haben mithilfe des ESF-Bundesmodellprogramms "Quereinstieg" an drei Standorten dualorientierte Angebote geschaffen, die sukzessive starten.

Abschließend betonte Grüttner, er freue ihn, dass auch der zweite Runde Tisch Kinderbetreuung von einer konstruktiven Atmosphäre getragen war und es allen Beteiligten um die Sache gegangen sei. Es habe sich wieder gezeigt, dass die Landesmittel von durchschnittlich 435 Mio. € gut angelegtes Geld in die Zukunft unseres Landes seien, nämlich in die Förderung der Kinder.

Themengebiet: Bildung, Kinder und Jugend