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10.09.2015 - Land
Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: Tag des offenen Denkmals

Zehntscheune des Klosters Lorsch öffnet ihre Pforten als Schaudepot

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein informierte heute über den „Tag des offenen Denkmals“, der am kommenden Sonntag zum 22. Mal in ganz Deutschland und zum 25. Mal in Hessen stattfindet. In diesem Jahr präsentieren sich rund 500 hessische Denkmale unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“. Gleichzeitig eröffnete er die zum Schaudepot umgebaute Zehntscheune des Klosters Lorsch, die Besucherinnen und Besucher ab dem 13. September besichtigen können.

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Mit der Eröffnung der Zehntscheune ist die Umgestaltung des Welterbe Areals Kloster Lorsch nun komplett. Zum ersten Mal können die Lorscher Grabungsobjekte, die bisher an verschiedenen Orten aufbewahrt oder ausgestellt wurden, dauerhaft an ihrem originalen Fundort besichtigt werden. Der Wissensspeicher ist also nicht mehr und nicht weniger als ein herausragendes neues Museum der Verwaltung der Staatlichen Schlösser und Gärten Hessen. Dafür hat das Land viel Geld in die Hand genommen, nämlich gut 1,2 Millionen Euro, hinzukommen knapp 600.000 Euro vom Bund.“

Eine der bedeutendsten Klosteranlagen des Abendlandes

Der Umbau der Zehntscheune zum Wissensspeicher ist eines von insgesamt sechs Teilprojekten der Umgestaltung des UNESCO-Welterbes Kloster Lorsch, die das Investitionsprogramm nationale Welterbestätten seit 2009 schrittweise verwirklicht hat. Auf diese Weise haben Land, Bund und die Stadt Lorsch insgesamt rund 12,5 Millionen Euro aufgewendet, um eine der bedeutendsten Klosteranlagen des Abendlandes wieder erlebbar zu machen.

„Im Mittelpunkt des Mottos ‚Handwerk, Technik, Industrie‘ steht der Mensch“, sagte Dr. Markus Harzenetter, Präsident des Landesamtes für Denkmalpflege Hessen. Schon seit jeher habe er sich durch die Errichtung von Gebäuden und Siedlungen vor Feinden und Witterungsverhältnissen geschützt. Er habe Geräte entwickelt, um sich das Leben durch immer weiter verfeinerte Errungenschaften zu erleichtern. Industriedenkmäler zeugen - so Harzenetter - von komplexen technologischen, wirtschaftlichen und gesellschaftspolitischen Entwicklungen: „Eine der wichtigsten Aufgaben ist es heute, mit unseren Ressourcen – und dazu gehören auch die baukulturellen - schonend umzugehen und Lösungen zu entwickeln, die die nächsten Generationen mitbedenken. “

Der Sarkophag König Ludwigs des Deutschen

Eines der bekanntesten Exponate der Zehntscheune ist zweifellos der so genannte Sarkophag König Ludwigs des Deutschen aus dem 9. Jahrhundert, dessen Relief an den Fassadenschmuck der Tor- oder Königshalle erinnert – und dessen Bild Generationen von Schülern aus ihren Geschichtsbüchern vor Augen stehen dürfte.

Der Tag des Offenen Denkmals in Deutschland zählt zu den European Heritage Days, die seit 1991 auf Initiative des Europarates begründet und seither jedes Jahr europaweit durchgeführt werden. Das Ziel dieser Tage ist es, die Öffentlichkeit für die Bedeutung des kulturellen Erbes zu sensibilisieren und Interesse für die Belange der Denkmalpflege zu wecken. Deshalb sind dann auch viele historische Bauten und Stätten, die sonst nicht oder nur teilweise für das Publikum zugänglich sind, geöffnet.

Das historische Erbe schützen und erhalten

Kunst- und Kulturminister Boris Rhein: „Wir haben die Aufgabe, unsere Kulturdenkmale als unser historisches Erbe zu schützen und für die nachfolgenden Generationen zu erhalten. Die Denkmale sind Quellen und Zeugnisse unserer Geschichte und Entwicklung, mehr noch – sie sind identitätsstiftend für alle Hessinnen und Hessen. Damit unser schützenswertes Kulturgut auch für die Zukunft erhalten werden kann, stellt die Landesregierung für die Denkmalpflege in diesem Jahr rund acht Millionen Euro zur Verfügung.“

Diese Gelder erhalten die Eigentümer denkmalgeschützter Gebäude als Zuschüsse für notwendige Sanierungen. Darüber hinaus investiert das Land zusätzlich in den Erhalt seiner eigenen historischen Liegenschaften: rund 50 Burgen, Schlösser und Parks wie beispielsweise das einzigartige Rokokoschloss Wilhelmsthal in Kassel-Calden.

Insgesamt sind in Hessen rund 60.000 Einzeldenkmäler registriert, dazu kommen etwa 3.000 Gesamtanlagen.

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Themengebiet: Kunst und Kultur, Geschichte