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10.09.2015 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Pflegemedaille des Landes für 19 hessische Bürgerinnen und Bürger

Der Hessische Minister für Soziales und Integration Stefan Grüttner hat heute bei einem Festakt im Schloss Biebrich an 19 hessische Bürgerinnen und Bürger die Pflegemedaille des Landes Hessen verliehen. Mit der Pflegemedaille des Landes Hessen - eine vom Hessischen Ministerpräsidenten gestiftete Auszeichnung - wird auf den Einsatz pflegender Angehöriger aufmerksam gemacht. „Das Land Hessen will hiermit seinen Dank und seine Anerkennung für herausragendes Wirken von Personen ausdrücken, die über lange Jahre die unentgeltliche Pflege eines nahe stehenden Menschen im persönlichen Umfeld pflegen. Die zu Ehrenden haben sich große persönliche Verdienste erworben und einen wesentlichen gesellschaftlichen Beitrag geleistet“, erklärte der Sozialminister.

In der vertrauten Umgebung des eigenen Zuhauses alt werden

Die Geehrten stünden stellvertretend für die große Zahl von pflegenden Angehörigen, die sich täglich für ihre Mitmenschen engagieren, lobte Sozialminister Grüttner. Vor dem Hintergrund der Zunahme älterer Menschen müsse insgesamt mit einem wachsenden Hilfebedarf gerechnet werden. Daher sei das Ziel der Seniorenpolitik, den älteren Menschen die im Verlauf des Alterns erforderlichen Hilfen, Dienste und Einrichtungen allgemein erreichbar zur Verfügung zu stellen. „Zur Versorgung einer steigenden Zahl pflegebedürftiger Menschen ist die häusliche Pflege unverzichtbar. Die Mehrzahl von Seniorinnen und Senioren wünscht sich, möglichst in der vertrauten Umgebung des eigenen Zuhauses alt zu werden. Dies kann meist nur durch das hohe Engagement von Familienangehörigen in der Pflege ermöglicht werden“, so Grüttner.

Nach der Pflegestatistik des Hessischen Statistischen Landesamts ist die Zahl der Pflegebedürftigen in Hessen innerhalb von zwei Jahren um rund 5.471 Personen und damit um fast 2,8 Prozent gestiegen. Wurden 2011 noch 199.655 Pflegebedürftige gezählt, so hat sich die Zahl auf 205.126 zum Stichtag 15. Dezember 2013 erhöht. 154.310 Pflegebedürftige und damit gut drei Viertel (75,2 Prozent) der Fälle werden zu Hause versorgt. Von diesen 199.655 Pflegebedürftigen wird der Großteil - nämlich 109.705 Menschen - ausschließlich durch Angehörige gepflegt. In 44.605 Fällen sind ambulante Pflegedienste unterstützend im Einsatz. In Pflegeheimen leben 24,8 Prozent der Pflegebedürftigen (50.816).

Hilfenetze und Dienstleistungsangebote

Das Land Hessen verfüge über sehr gut ausgebaute Hilfenetze und Dienstleistungsangebote. Darauf können Pflegende zurückgreifen, um die individuell erforderliche Unterstützung und Entlastung zu erhalten. „Die Seniorenpolitik im Land Hessen ist grundsätzlich darauf ausgerichtet, ältere und pflegebedürftige Menschen in ihrer eigenständigen Lebensführung zu unterstützen und ihnen dabei zu helfen, die größtmögliche Selbständigkeit wiederzugewinnen, wenn sie z.B. durch gesundheitliche oder soziale Umstände beeinträchtigt oder bedroht ist“, sagte der Sozialminister.

Um pflegende Angehörige zu unterstützen und zu entlasten, sei ein differenziertes und wohnortnahes Angebot an Pflegedienstleistungen erforderlich, das neben ambulanten auch teilstationäre Angebote sowie Beratungsmöglichkeiten umfasst. Auch für eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Pflege müssen verstärkt Anstrengungen unternommen werden.

Pflegemedaille des Landes Hessen:

Mit der vom Hessischen Ministerpräsidenten gestifteten Pflegemedaille des Landes Hessen wird der Einsatz pflegender Angehöriger geehrt. Sie wird seit 2004 an Bürgerinnen und Bürger verliehen, die einen pflegebedürftigen, kranken oder behinderten Menschen weitgehend unentgeltlich zu Hause mindestens fünf Jahre gepflegt oder betreut haben.

Mit der Pflegemedaille des Landes Hessen wurden geehrt:

  • Gerhild Bähre aus Bad Hersfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg): Pflegt seit fünf Jahren ihren schwerstbehinderten Ehemann Hans.
  • Peter Bardenheier aus Niedernhausen (Rheingau-Taunus-Kreis): Pflegt seit mehr als 25 Jahren seine schwerstbehinderte Ehefrau Waltraud.
  • Helmut Bernhardt aus Aßlar (Lahn-Dill Kreis): Pflegt seit mehr als 20 Jahren seine schwerstbehinderte Ehefrau Hiltrud.
  • Elfriede Dorgathen aus Oberursel (Hochtaunuskreis): Pflegt seit fast 16 Jahren ihren schwerstbehinderten Ehemann Werner.
  • Eheleute Irene und Günther Große aus Staufenberg (Landkreis Gießen): Pflegen seit rund 44 Jahren ihren schwerstbehinderten Sohn Markus.
  • Elke Guschwa aus Lampertheim (Bergstraße): Pflegt seit über 50 Jahren den schwerstbehinderten Sohn Thomas.
  • Eheleute Alexandra und Hans-Jürgen Huber aus Rockenberg (Wetteraukreis): Pflegen seit mehr als 17 Jahren ihren schwerstbehinderten Sohn Christopher.
  • Helga Kistner aus Bad Emstal (Landkreis Kassel): Pflegt seit 23 Jahren ihren mehrfach behinderten Sohn Lars. Darüber hinaus pflegte sie neun Jahre parallel ihren Ehemann Herbert bis zu dessen Tod.
  • Ursula Krahle aus Sinntal-Sterbfritz (Main-Kinzig-Kreis): Pflegte mehr als 40 Jahre ihre schwerstbehinderte Tochter Stefanie bis zum Lebensende.
  • Sven Meißner-Salzmann aus Melsungen (Schwalm-Eder Kreis): Pflegt seit  zwölf Jahren seine schwerstbehinderte Ehefrau Daniela.
  • Roswitha Müller aus Offenbach: Pflegt ihren schwerstbehinderten Sohn Patrick seit mehr als 33 Jahren.
  • Gustav Schmidt  aus Rotenburg an der Fulda (Landkreis Hersfeld-Rotenburg): Pflegt seit fast 15 Jahren seine schwerstbehinderten Ehefrau Elfriede.
  • Inge Schneider aus Limeshain (Wetteraukreis): Pflegte über einen Zeitraum von 32 Jahren ihren schwerstbehinderten Ehemann Eberhard.
  • Liselotte Selber aus Büdingen (Wetteraukreis): Pflegt seit 23 Jahren ihren schwerstbehinderten Ehemann Gerhard.
  • Christel Werth-Heuser aus Birstein (Main-Kinzig Kreis): Pflegt seit mehr als elf Jahren ihren schwerstbehinderten Vater Otto Werth.
  • Monika Woitge aus Lindenfels (Landkreis Bergstraße): Pflegte mehr als 51 Jahre ihre schwerstbehinderte Tochter Anja Kristina bis zu deren Tod.
  • Renate Zentner aus Walluf (Rheingau-Taunus Kreis): Pflegte und pflegt seit mehr als elf Jahren drei Familienangehörige, ihre inzwischen verstorbenen Schwiegereltern Katharina und Anton Zentner, sowie ihre Mutter Brigitte Rang.

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Themengebiet: Hessen, Auszeichnung