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Aktuelles

04.09.2015 - Land
Kultusminister Alexander Lorz begrüßt das neue Schuljahr
  • Lehrer-Schüler-Relation so gut wie noch nie in Hessen
  • Start für den Pakt für den Nachmittag in sechs Pilotregionen
  • Praxis und Schule (PuSch): gezielte Förderung für abschlussgefährdete Schüler

„Die Beschulung von Kindern und Jugendlichen, die als Zuwanderer oder Flüchtlinge in unser Land kommen, wird im kommenden Schuljahr ganz sicher die größte Herausforderung, die unsere Schulen und auch die Schulverwaltung zu bewältigen haben.“ Diese Einschätzung gab Hessens Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute im Rahmen der traditionellen Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn. Hessen bereite sich darauf aber so gut wie möglich vor, indem schon zu Beginn des neuen Schuljahres mehr als 100 neue Intensivklassen eingerichtet werden, erläuterte Lorz. „Wir sind uns als Land unserer gesellschaftlichen wie politischen Verantwortung bewusst, für die in Hessen ankommenden begleiteten und unbegleiteten Flüchtlingskinder die bestmöglichen Aufnahmebedingungen und Bildungsmöglichkeiten zu schaffen. Ich bin der festen Überzeugung, dass insbesondere dem Erlernen der deutschen Sprache als Schlüssel zur Integration in diesem Zusammenhang eine herausragende Bedeutung beigemessen werden muss.“

Insgesamt gebe es zum Schuljahr 2015/16 an den allgemeinbildenden Schulen nach derzeitigem Stand 399 Intensivklassen, in denen vorrangig deutsche Sprachkenntnisse erworben werden können. Damit stehen weit über 6.000 Intensivklassenplätze allein an den allgemeinbildenden Schulen zur Verfügung – über 1.600 Plätze mehr als vor den Sommerferien. Die Zahl der Intensivkurse, in denen deutsche Sprachförderung ergänzend zum Regelunterricht angeboten wird, wird flexibel über die Staatlichen Schulämter verteilt, sodass hier derzeit keine genauen Angaben gemacht werden können. In den bestehenden Intensivmaßnahmen des Schuljahres 2014/15 waren mit Stand vom Frühjahr Ressourcen für rund 10.000 Seiteneinsteiger bereitgestellt worden. Für die Umsetzung des schulischen Gesamtsprachförderkonzepts stehen im kommenden Schuljahr insgesamt 1.280 Stellen zur Verfügung. Das sind 210 Stellen mehr als im Vorjahr, von denen ca. 150 für Intensivmaßnahmen an beruflichen Schulen zur Umsetzung des Programms InteA (Integration und Abschluss) vorgesehen sind.

Wie sieht die Sprachförderung konkret aus? Das Land stellt im nun beginnenden Schuljahr 2015/16 für die Beschulung von Seiteneinsteigern ohne Deutschkenntnisse 22 Stunden für die reine Deutschförderung im sprachsensiblen Fachunterricht im Bereich der Sekundarstufe I zur Verfügung, im Bereich der Grundschulen sind es 18 Stunden. „Darüber hinaus streben wir eine schnelle Integration in den Regelunterricht – z.B. in Sport, Kunst, Musik – an.“

53.000 Erstklässler werden in Hessen eingeschult

Auch wenn die Herausforderung durch den anhaltenden Zuzug von Flüchtlingen und Zuwanderern groß ist, so werden in der kommenden Woche zunächst einmal die neuen Erstklässler im Mittelpunkt stehen: Rund 53.000 Jungen und Mädchen werden im Schuljahr 2015/16 in Hessen eingeschult. „Nach vielen Jahren des Rückgangs können wir nun das zweite Jahr in Folge leicht steigende Zahlen bei den Erstklässlern verzeichnen“, erläuterte der Kultusminister. Diese Tendenz gilt jedoch noch nicht für die Gesamtschülerzahl an den 1.694 öffentlichen allgemeinbildenden, 118 beruflichen und 19 Schulen für Erwachsene, die voraussichtlich bei rund 760.000 Schülerinnen und Schülern liegen wird. Im Vergleich zum Vorjahr sinkt die Gesamtschülerzahl also noch einmal um rund 7.000. „Da wir trotz der in Summe nach wie vor zurückgehenden Schülerzahlen die Zahl der Lehrkräfte auf gleich hohem Niveau halten, erzielen wir eine nochmals verbesserte Lehrer-Schüler-Relation.“ Der Stellenplan für das Kultusministerium weist insgesamt rund 50.000 Lehrerstellen aus.

Prioritäten in der Stellenzuweisung

Die Zahlen belegen: Die Lehrerversorgung in Hessen ist insgesamt auf einem sehr hohen Niveau, denn die Ausstattung der Schulen mit ausreichend personellen Ressourcen genießt hierzulande einen besonders hohen Stellenwert. Dennoch wird auch im kommenden Jahr nicht alles so bleiben, wie es ist. So hat die Hessische Landesregierung im Bereich der Schulen vier Schwerpunktbereiche für eine zusätzliche Ausstattung mit personellen Ressourcen definiert: Neben der eingangs ausführlich dargestellten Sprachförderung sind dies:

  • der Ganztagsschulbereich,
  • die sozialindizierte Lehrerzuweisung (Sozialindex),
  • die Inklusion.

Da die demografische Rendite allein für die Bedarfe in diesen vier Schwerpunktbereichen nicht ausreichen wird, ist eine besonders effiziente und gerechte Verteilung der begrenzten Ressourcen erforderlich,, die v.a. auch den Aspekt der Bildungsgerechtigkeit berücksichtigt. Daher hat sich das Kultusministerium für eine behutsame Umlenkung von Stellenressourcen über mehrere Jahre entschieden. Die Identifizierung dieser Stellen erfolgt aus rein fachlichen Aspekten und setzt insbesondere in den Bereichen an, die bisher entweder deutlich über das (im Vergleich. bspw. mit Vorgaben der Kultusministerkonferenz) geforderte Maß hinaus bedacht werden, oder in Bereichen, in denen eine Überprüfung der Stellenzuweisung ergeben hat, dass frühere inhaltliche Schwerpunktsetzungen heute anders bewertet werden bzw. Aufgaben an anderen Stellen wahrgenommen werden (können).

Drei Programme starten neu im Schuljahr 2015/16:

  1. Der Pakt für den Nachmittag
  2. Integration und Abschluss (InteA)
  3. Praxis und Schule (PuSch)

Der Pakt für den Nachmittag – Wir bauen den Ganztagsschulbereich aus
Mit der Einführung des „Pakts für den Nachmittag” will die Hessische Landesregierung dem Bedürfnis vieler Eltern nach einem verlässlichen Bildungs- und Betreuungsangebot von 7:30 bis 17:00 Uhr Rechnung tragen. Der Pakt für den Nachmittag war ursprünglich ausschließlich auf eine flächendeckende Bildungs- und Betreuungsgarantie für alle hessischen Grundschulkinder angelegt. „Aus den vielen wertvollen Impulsen auch von Eltern-, Schüler- und Lehrervertretungen, die wir im vergangenen Schuljahr im Rahmen des Bildungsgipfels erhalten haben, werden wir jedoch zwei Anregungen aufgreifen und im weiteren Ausbau des Pakts sowohl die Einrichtung teilgebundener oder gebundener Ganztagsschulen im Grundschulbereich als auch die Einbeziehung weiterführender Schulen ermöglichen“, erklärte Kultusminister Lorz. „Wir sehen den Bedarf an qualitativ hochwertigen Bildungs- und Betreuungsangeboten, mit denen mehr Zeit für die individuelle Förderung der Kinder sowie eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf erreicht werden solle.“

Mit insgesamt 57 Grundschulen startet der Pakt in diesem Schuljahr in den Landkreisen Darmstadt-Dieburg, Gießen und Bergstraße sowie in den Städten Darmstadt, Frankfurt und Kassel. Parallel dazu ermöglicht die Hessische Landesregierung den Schulträgern, die noch nicht am Pakt für den Nachmittag teilnehmen, durch die Zuweisung weiterer Lehrerstellen – im Umfang der jährlichen Zuweisung des bisherigen Ganztagsschulprogramms – eine planbare Ausweitung auch an ihren Schulen. Beim Ausbau der Ganztagsangebote handelt es sich um das größte Investitionsprogramm in der hessischen Bildungsgeschichte. „Wir haben uns aus diesen Gründen dafür entschieden, im Schuljahr 2015/16 einen doppelt so hohen Zuwachs an Stellen im Ganztagsprogramm bereitzustellen“, hob der Kultusminister hervor. Bisher hatte die Landesregierung jährlich 115 zusätzliche Lehrerstellen in den Ausbau der Ganztagsangebote an Schulen investiert.

Letzter Baustein im Gesamtsprachförderkonzept: Integration und Abschluss (InteA)
Insbesondere im Hinblick auf die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge rückt die Altersgruppe der jugendlichen Flüchtlinge und Zuwanderer im Alter von 16 bis 18 Jahren immer mehr in den Fokus. Diese älteren Jugendlichen bzw. jungen Erwachsenen wurden bislang hessenweit mehrheitlich in den Bildungsgängen zur Berufsvorbereitung bzw. im Programm zur Eingliederung in die Berufs- und Arbeitswelt (EIBE) an den Beruflichen Schulen beschult. Im Schuljahr 2014/2015 ist das Programm EIBE letztmalig mit den Mitteln des Europäischen Sozialfonds aus der Förderperiode 2007 bis 2013 durchgeführt worden.

Um den steigenden Zahlen dieser jugendlichen unbegleiteten und begleiteten Flüchtlinge und Zuwanderer ohne Deutschkenntnisse in Hessen Rechnung zu tragen und die Angebote stärker an den Bedarfen dieser Gruppe auszurichten, hat das Hessische Kultusministerium in Kooperation mit dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration ein Konzept erstellt, das die Einführung von Intensivmaßnahmen nach dem Vorbild des allgemeinbildenden Bereichs an den beruflichen Schulen zum Schuljahresbeginn vorsieht. Das Sprachförderkonzept InteA ergänzt damit die bisherigen Angebote für schulpflichtige Schüler (6-16) an den allgemeinbildenden Schulen.

Individuelle Förderung durch Praxis und Schule (PuSch)
Individuelle Förderung findet auch in dem neuen, aus Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) kofinanzierten Programm ‚Praxis und Schule‘ (PuSch) statt: Denn trotz der in den vergangenen Jahren erreichten drittbesten Reduktion der entsprechenden Zahlen verlassen immer noch zu viele hessische Jugendliche die Schule ohne Abschluss. „Durch die individuelle Förderung mit PuSch kann es gelingen, dieser Zielgruppe das Erreichen des Hauptschulabschlusses zu ermöglichen und somit Zugänge zu neuen Bildungswegen zu eröffnen“, erklärte Kultusminister Lorz. PuSch folgt in der aktuellen ESF-Förderperiode 2014-2020 den bisherigen ESF-finanzierten Programmen SchuB und EIBE nach. „Jugendlichen, die im regulären Schulsystem bisher keine Chance hatten, den Hauptschulabschluss zu erwerben, wollen wir mit PuSch diesen Abschluss ermöglichen und gleichzeitig ihre Ausbildungsreife fördern“, betonte Lorz.

Das neue Programm greift in seinen Förderinhalten auf bewährte Elemente der Programme SchuB und EIBE und auf langjährige Erfahrungen der Schulen mit beiden Programmen zurück und stärkt in besonderem Maße den präventiven Ansatz. PuSch gibt abschlussgefährdeten Schülerinnen und Schülern einerseits die Zeit, die sie für ihren individuellen Erfolg brauchen. Praxisorientierte Bestandteile der Förderung haben darüber hinaus zum Ziel, die Jugendlichen aktiv auf ihre Rolle im Berufsleben vorzubereiten, sie unterstützen die Jugendlichen darin, sich für ihre Entwicklung verantwortlich zu fühlen und sich selbst für eigene Ziele einzusetzen.

„Für die gesamte Förderperiode stehen rund 18 Millionen Euro aus dem ESF zur Verfügung, die wir komplett zur Finanzierung der begleitenden sozialpädagogischen Förderung investieren“, erläuterte der Kultusminister. Das neue Programm startet erfolgversprechend mit 46 PuSch-Standorten (62 Lerngruppen) an allgemeinbildenden Schulen und weiteren 81 Projektgruppen an 46 PuSch-Standorten an beruflichen Schulen. „Somit erhalten über 1.800 Schülerinnen und Schüler mit erheblichen Lern- und Leistungsrückständen im Schuljahr 2015/16 die Chance, ihren Hauptschulabschluss zu erreichen“, zeigt sich Lorz zufrieden.

420 Stellen für den Sozialindex – für Lehrkräfte oder Sozialpädagogen

Einige unserer Schulen arbeiten unter besonders schwierigen sozialen Bedingungen. Um alle Schülerinnen und Schüler bestmöglich zu fördern, werden diesen Schulen zusätzliche Lehrerstellen zur Verfügung gestellt, um beispielsweise kleinere Klassen oder besondere Förderangebote zu ermöglichen. Gegenwärtig sind dies 420 Stellen. Diese Anzahl soll bis 2019 auf insgesamt 600 erhöht werden. Im Rahmen der Richtlinie für eine unterrichtsunterstützende sozialpädagogische Förderung (USF) können diese Stellen nicht nur für Lehrkräfte, sondern auch vollständig für die Einstellung sozialpädagogischer Kräfte verwendet werden.

Fünf neue Modellregionen Inklusive Bildung

Wir packen die Aufgabe der Inklusion an: Zum Schuljahr 2015/2016 gehen weitere fünf Modellregionen Inklusive Bildung mit sieben beteiligten Schulträgern an den Start:

  • die Stadt Frankfurt am Main,
  • der Landkreis Groß-Gerau zusammen mit der Stadt Rüsselsheim und der Stadt Kelsterbach,
  • die Stadt Hanau,
  • der Main-Kinzig-Kreis und
  • die Stadt Kassel.

Erstmalig schließen sich dabei also auch mehrere Schulträger zusammen und dokumentieren dies durch eine gemeinsame Kooperationsvereinbarung mit dem Land Hessen. Dabei können sie auf Erfahrungswerte der bisherigen Modellregionen Inklusive Bildung zurückgreifen. Die Schulträger und das Land Hessen stellen Mittel für die systematische Unterstützung und Qualifizierung von Lehrkräften, anderem pädagogischen Personal und Schulleitungen bereit.

Ziel ist für ganz Hessen eine behutsame und schrittweise Umsetzung des inklusiven Unterrichts. Dabei ist es wichtig, dass alle Akteure (Eltern, Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler, Schulträger und außerschulische Partner) eingebunden sind. In allen Regionen Hessens soll es die Möglichkeit geben, ein Kind inklusiv zu beschulen, wenn die allgemeine Schule als der optimale persönliche Lernort des jeweiligen Kindes festgestellt wurde. Dies heißt allerdings nicht, dass in einer Region jede Schule inklusiv arbeitet, bzw. dass eine inklusiv arbeitende Schule alle Förderschwerpunkte bedient.

Die allgemeinen Schulen werden in diesem Prozess nicht alleine gelassen. Sie erhalten sonderpädagogische Unterstützung durch den Einsatz von Förderschullehrkräften. Im kommenden Schuljahr stehen dafür rund 2.000 Förderschullehrerstellen zur Verfügung.

Mehr als 2.000 Schülerinnen und Schüler im Islamischen Religionsunterricht

Der bekenntnisorientierte Islamische Religionsunterricht startet am Montag in sein drittes Schuljahr. Im Vergleich mit den anderen Bundesländern ist Hessen dabei einen besonderen Weg gegangen, indem die Vorgaben des Grundgesetzes (Art. 7 Abs. 3) zum Ausgangspunkt genommen worden sind. Dabei sind DITIB Landesverband Hessen und Ahmadiyya Muslim Jamaat K.d.ö.R. die verfassungsrechtlich legitimierten Kooperationspartner des Landes Hessen.

Beginnend mit 27 Schulen 2013/14, nahmen im vergangenen Schuljahr 38 Schulen am islamischen Religionsunterricht teil. Im Schuljahr 2015/16 werden es nun 46 Schulen sein.  Die Zahl der teilnehmenden Schülerinnen und Schüler hat sich von 1.180 auf mehr als 2.000 erhöht. Sie werden in den Jahrgangsstufen 1, 2 und 3 unterrichtet. Der Kultusminister hob den Beitrag des Islamischen Religionsunterrichts zur Werterziehung hervor: „Den Schülerinnen und Schülern muslimischen Glaubens wird ihr Glaube in einem regulären Unterrichtsfach nahegebracht und sie werden zur Reflexion und Argumentation befähigt. Der bekenntnisorientierte islamische Religionsunterricht dient damit im hohen Maße der Identitätsbildung und leistet einen Beitrag zur Integration in unsere freiheitlich-demokratische Gesellschaft.“

Erlass zum Tragen eines islamischen Kopftuchs in öffentlichen Schulen

Und schließlich tritt zum Schuljahresbeginn ein Erlass in Kraft, der auf den Beschluss des Bundesverfassungsgerichts (BVerfG) vom 27. Januar 2015, veröffentlicht am 13. März 2015, zurückgeht: Tragen eines islamischen Kopftuchs in öffentlichen Schulen. Auch wenn sich der Beschluss auf eine Regelung im nordrhein-westfälischen Schulgesetz bezieht, so waren doch die Auswirkungen auf die Rechtslage in Hessen zu bedenken, da sich im Hessischen Schulgesetz (§ 86, Abs. 3 HSchG) eine vergleichbare Regelung findet. Das BVerfG betont in seinem Beschluss noch einmal den Schutz des Grundrechts auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit (Art. 4 Abs. 1 und 2 GG), nach dem auch den Pädagoginnen und Pädagogen in der öffentlichen bekenntnisoffenen Gemeinschaftsschule die Freiheit gewährleistet werden muss, den Regeln ihres Glaubens gemäß einem subjektiv als solchem erkannten religiösen Bedeckungsgebot zu genügen.

Als legitim anerkannt hat das Bundesverfassungsgericht dabei die Ziele des Gesetzes, „den Schulfrieden und die staatliche Neutralität zu wahren, so den staatlichen Erziehungsauftrag abzusichern, gegenläufige Grundrechte von Schülern und Eltern zu schützen und damit Konflikten in dem von ihm in Vorsorge genommenen Bereich der öffentlichen Schule von vornherein vorzubeugen“. Um diese verfassungslegitimen Ziele ebenso wie der Schutz der individuellen Grundrechte auf Glaubens- und Bekenntnisfreiheit zu wahren, soll § 86 Abs. 3 des Hessischen Schulgesetzes künftig entsprechend den Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts verfassungskonform ausgelegt werden. Das bedeutet, dass für seine Anwendung der jeweilige Einzelfall geprüft und dazu folgende Erwägungen des Bundesverfassungsgerichts zugrunde gelegt werden müssen:

  1. Vorliegen einer konkreten Gefahr
  2. Grundsatz der Verhältnismäßigkeit
  3. Verbot der Beeinflussung/ Grundsatz der negativen Glaubensfreiheit
  4. Keine Störung des Schulfriedens oder Beeinträchtigung der Erfüllung des staatlichen Erziehungsauftrags
  5. Charakter der öffentlichen Schule als Gemeinschaftsschule

Zum Abschluss wünschte Kultusminister Alexander Lorz allen Schülerinnen und Schülern sowie ihren Lehrerinnen und Lehrern einen erfolgreichen Start in das neue Schuljahr!

Themengebiet: Schule