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26.08.2015 - Land
Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel: Besuch des LOEWE-Schwerpunkts Fundierung linguistischer Basiskategorien

Bei einem Besuch der Philipps-Universität Marburg hat sich der Hessische Kultusstaatssekretär Dr. Manuel Lösel heute über das Forschungsprojekt „Fundierung linguistischer Basiskategorien“, kurz „LingBas“, informiert. Der Besuch der Marburger Universität fand im Rahmen der „LOEWE-Woche“ statt, bei der sich alle Mitglieder der Hessischen Landesregierung über bedeutende Forschungseinrichtungen in ganz Hessen informieren. „Fundierung linguistischer Basiskategorien“ ist ein Schwerpunkt des hessischen Forschungsförderungsprogramms LOEWE und beschäftigt sich mit der spannenden Frage, welche vergleichbaren Elemente unterschiedlichste Sprachen in Form sogenannter Basiskategorien aufweisen. Staatssekretär Lösel zeigte sich beeindruckt: „Mit ihrer Arbeit legen die Marburger Sprachforscherinnen und Sprachforscher die Basis für neue praktische Anwendungsmöglichkeiten u.a. im Bereich der Sprachförderung. Besonders spannend sind aus Sicht des Kultusministeriums beispielsweise die Möglichkeiten, Therapieansätze für Schülerinnen und Schüler mit Sprachstörungen zu entwickeln.“

Hilfe für Kinder mit ernsthaften Problemen beim Sprachlernen

Christina Kauschke, Professorin für Klinische Linguistik und im LOEWE-Schwerpunkt LingBas für die Forschungsthemen Spracherwerb und Sprachförderung zuständig, erläutert: „Wenn wir rechtzeitig erkennen, welche Kinder ernsthafte Probleme beim Sprachlernen haben, können wir früh und gezielt Maßnahmen anbieten, um deren Sprachentwicklung voranzubringen. Unsere Studien im Rahmen des LOEWE-Schwerpunkts geben dazu wertvolle Anstöße.“

Das Projekt „Fundierung linguistischer Basiskategorien“ wurde zwischen 2012 - 2015 mit insgesamt rund 3,8 Mio. Euro, davon alleine 820.000 Euro in diesem Jahr, vom Land gefördert. Staatssekretär Dr. Lösel: „Diese Zahlen zeigen eindrucksvoll den Stellenwert, den wir als Hessische Landesregierung den Bereichen Bildung und Wissenschaft beimessen. Die bisherigen Ergebnisse bestätigen uns zudem darin, die in den hessischen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen vorhandene Kompetenz weiter zu fördern und auszubauen. Somit stärken wir zum einen die Wettbewerbssituation hessischer Wissenschaftseinrichtungen im internationalen Vergleich und können zum anderen die darin liegende Innovationskraft u.a. für wichtige Entscheidungen im schulpädagogischen Bereich mit heranziehen.“

Worum geht es bei „Fundierung linguistischer Basiskategorien“?

Sprache ist eine zentrale kognitive Fähigkeit des Menschen und wesentlich für die Kommunikation. Es gab und gibt tausende verschiedene Sprachen, die sich zudem ständig wandeln. Was ist in dieser Verschiedenheit gleich? Welches sind die Basiskategorien – etwa Silben oder Wörter – die sich überall und zu jeder Zeit nachweisen lassen? Indem die Marburger Forscherinnen und Forscher Sprachwandel über lange Zeiträume untersuchen sowie die Struktur und Dynamik deutscher Regionalsprachen analysieren, wollen sie „Linguistische Basiskategorien“ identifizieren und empirisch nachweisen. Sie erforschen außerdem den Zusammenhang zwischen Sprache und Gehirn. „Unsere Forschung zielt damit auf die Klärung von Grundfragen der linguistischen Beschreibung und Theoriebildung“, erklärt Prof. Dr. Jürgen Schmidt, Sprecher des LOEWE-Schwerpunkts LingBas. Im Forschungsschwerpunkt gebündelt sind einerseits Disziplinen, die eine Direktbeobachtung der Sprachkognition erlauben (Neuro- und Psycholinguistik, Klinische Linguistik, Spracherwerbsforschung) und andererseits die Sprachdynamikforschung (Regionalsprachenforschung und Sprachhistorie).

Die Philipps-Universität Marburg bündelt im LOEWE-Schwerpunkt „Fundierung linguistischer Basiskategorien“ ihre umfangreichen sprachwissenschaftlichen Kompetenzen. Ebenfalls dort angesiedelt ist auch das „Forschungszentrum Deutscher Sprachatlas“. Der gesamte LOEWE-Schwerpunkt ist eingebettet in das langfristige Marburger Forschungsprogramm „Theorie und Empirie der Sprachdynamik und Sprachkognition“.

Zum LOEWE-Programm

Basierend auf der Überzeugung, dass Investitionen in die Forschung und damit verlässliche Rahmenbedingungen für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen die Zukunftsfähigkeit Hessens sichern, hat die Landesregierung 2008 das Forschungsförderprogramm „LOEWE - Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ aufgelegt. LOEWE ist aufgrund seiner Konzeption und seines Finanzvolumens bundesweit im Ländervergleich einzigartig. Im Zeitraum 2008 bis 2014 stellte das Land insgesamt rd. 520 Mio. Euro in elf LOEWE-Zentren und 38 LOEWE-Schwerpunkten bereit. Im Jahr 2015 beträgt das LOEWE-Budget rund 84 Mio. Euro. Mehr als 1.500 Menschen hatten – Stand März 2015 – aufgrund des LOEWE-Programms einen Arbeitsplatz, darunter waren 65 Professorinnen und Professoren.

Es handelt sich hierbei um ein  unbefristetes Landesprogramm außerhalb des Hochschulpakts und der institutionellen Förderung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Hessen. Gemäß dem Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode 2014 – 2019 ist das Forschungsförderprogramm LOEWE ein zentrales Instrument der hessischen Forschungspolitik.

Themengebiet: Forschung und Innovation, Wissenschaft