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25.08.2015 - Land
Kultusminister Alexander Lorz informiert sich über Forschungsprojekt Wünschenswerte Lernerschwernisse

Bei einem Besuch der Universität Kassel hat sich der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz heute über das Forschungsprojekt „Wünschenswerte Lernerschwernisse“ informiert.

Der Besuch der Universität fand im Rahmen der „LOEWE-Woche“ statt, bei der zahlreiche Mitglieder der Hessischen Landesregierung bedeutende Forschungseinrichtungen in ganz Hessen besuchen. „Wünschenswerte Lernerschwernisse“ ist ein Schwerpunkt des hessischen Forschungsförde­rungsprogramms LOEWE. Es beschäftigt sich auf Grundlage zahlreicher kognitionspsychologischer Untersuchungen mit der Erkenntnis, dass Lernen, anders als weit verbreitet, dann besonders erfolgreich ist, wenn Lernprozesse gezielt erschwert werden. „Ich freue mich, heute diesen hochinteressanten LOEWE-Schwerpunkt besuchen zu können. Insbesondere aus meiner Perspektive als Hessischer Kultusminister bin ich von der hier geleisteten Arbeit der Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sehr beeindruckt, da sie mit ihrer Forschung einen überaus wertvollen und praktischen Beitrag leisten, Lernprozesse an Grundschulen und weiterführenden Schulen effektiver und nachhaltiger zu gestalten“, erklärte Lorz.

Wertvolle Hinweise auf die Gestaltung von Lehrplänen

Kultusminister Lorz: „Das Projekt ‚Wünschenswerte Lernerschwernisse‘ verknüpft Perspektiven der Psychologie, der Erziehungswissenschaften und der Fachdidaktiken miteinander und gibt uns damit wertvolle Hinweise auf die zukünftige Gestaltung von Lehrplänen. Ich bin fest davon überzeugt, dass sich jeder Euro, den wir als Land in ein solches Projekt investieren, früher oder später auszahlt.“

Der LOEWE-Schwerpunkt wird im Förderzeitraum von 2015 – 2017 mit rund 2.360.000 Mio. Euro, davon in diesem Jahr rund 814.000 Euro, vom Land unterstützt.

Worum genau geht es?

Einer weit verbreiteten Annahme zufolge ist Lernen dann besonders erfolgreich, wenn es uns leicht fällt. Zahlreiche kognitionspsychologische Untersuchungen konnten jedoch zeigen, dass der Lernerfolg größer und nachhaltiger ist, wenn Lernprozesse gezielt erschwert werden. Im LOEWE-Schwerpunkt „Wünschenswerte Lernerschwernisse“ an der Universität Kassel untersucht ein Team von Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus Psychologie und Erziehungswissenschaften die Rolle dieser sogenannten wünschenswerten Erschwernisse beim Lernen. Wünschenswerte Erschwernisse sind didaktische Maßnahmen, die das Lernen subjektiv erschweren, aber objektiv zu einem besseren und nachhaltigeren Lernerfolg führen. Dazu gehört unter anderem die Verteilung der Lerninhalte auf mehrere Lerneinheiten, die abwechselnde Bearbeitung unterschiedlicher Themen beim Lernen, das eigenständige Generieren neuer Informationen und das Abrufen gelernter Inhalte in Testsituationen.

Im LOEWE-Forschungsschwerpunkt wird am Beispiel mathematisch-naturwissenschaftlicher Lerninhalte untersucht, welche kognitiven Mechanismen und Entwicklungsvoraussetzungen der Wirksamkeit solcher Lernerschwernisse zugrunde liegen und wie diese nutzbringend im mathematisch-naturwissenschaftlichen Unterricht eingesetzt werden können, um Lernprozesse effektiver und nachhaltiger zu gestalten.

Zum LOEWE-Programm

Basierend auf der Überzeugung, dass Investitionen in die Forschung und damit verlässliche Rahmenbedingungen für Hochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen die Zukunftsfähigkeit Hessens sichern, hat die Landesregierung 2008 das Forschungsförderprogramm „LOEWE - Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz“ aufgelegt. LOEWE ist aufgrund seiner Konzeption und seines Finanzvolumens bundesweit im Ländervergleich einzigartig. Im Zeitraum 2008 bis 2014 stellte das Land  rund 520 Mio. Euro für elf LOEWE-Zentren und 38 LOEWE-Schwerpunkte bereit. Im Jahr 2015 beträgt das LOEWE-Budget rund 84 Mio. Euro.

LOEWE ist ein unbefristetes Landesprogramm außerhalb des Hochschulpakts und außerhalb der institutionellen Förderung von außeruniversitären Forschungseinrichtungen in Hessen. Gemäß dem Koalitionsvertrag für die Legislaturperiode 2014 – 2019 ist das Forschungsförderprogramm LOEWE ein zentrales Instrument der hessischen Forschungspolitik. Mehr als 1.500 Menschen hatten Stand März 2015 aufgrund des LOEWE-Programms einen Arbeitsplatz, darunter waren 65 Professorinnen und Professoren.

Themengebiet: Bildung, Forschung und Innovation