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24.08.2015 - Land
Justizstaatssekretär Thomas Metz: Funktionierende Kommunikation rettet im Krisenfall Leben

Im Rahmen der Themenwoche „LOEWE“ besuchte Justizstaatssekretär Thomas Metz heute das Forschungsprojekt „NICER“ an der Technischen Universität Darmstadt. Das Projekt beschäftigt sich unter anderem mit Lösungsstrategien, um die Kommunikation der Bevölkerung in Krisensituationen aufrecht zu erhalten.

„Naturkatastrophen, aber auch großflächige Schadensereignisse wie aktuell die Explosionen in der chinesischen Stadt Tianjin, führen oftmals dazu, dass die bestehenden Kommunikationssysteme massiv überlastet sind oder gar die Kommunikations- und Energieversorgungsinfrastrukturen langfristig ausfallen. Im Ergebnis ist eine flächendeckende Kommunikation genau dort nicht mehr gewährleistet, wo im Krisenfall der größte Bedarf besteht: Bei den Ersthelfern und den unmittelbar Betroffenen, die versuchen eine humanitäre Katastrophe abzumildern oder zu verhindern. Hier können oft wenige Stunden viele Menschenleben retten“, so Prof. Dr.-Ing. Matthias Hollick, Fachbereich Informatik der TU Darmstadt, der als Koordinator von NICER Herrn Justizstaatssekretär Thomas Metz empfing.

Auf Krisenfälle vorbereitet sein

„Wir setzen mit unserer Forschung dort an, wo herkömmliche Kommunikationssysteme aufgrund von äußeren Einflüssen versagen. Das ist nicht nur eine technische Herausforderung, sondern uns spornt insbesondere auch der gesellschaftliche Nutzen der Forschung an“, führt Matthias Hollick weiter aus.

„Naturkatastrophen und andere Krisensituationen sind keine Ereignisse, die wir bloß in den Abendnachrichten verfolgen und die uns nichts angehen. Auch wir in Deutschland sind direkt davon betroffen. Eine schnelle Hilfe durch funktionierende Kommunikation kann dabei Leben retten“, so der Justizstaatssekretär, der in diesem Zusammenhang an die Oderflut 1996 und die Elbehochwasser in den Jahren 2002 und 2013 erinnerte.

„Gerade in einem so hochentwickelten Land wie Deutschland, verlassen wir uns tagtäglich auf unsere Kommunikation. Ob Telefon, Fax, Email, Smartphone oder auch Leitsysteme zur Katastrophenabwehr. Wenn diese Kommunikationsfäden im Krisenfall abreißen, potenziert sich der Schaden. Das Projekt „NICER“ ist deshalb ein wichtiger Beitrag um bestmöglich auf Krisenfälle vorbereitet zu sein“, so Thomas Metz weiter.

Matthias Hollick ergänzt: „Wir sind über die Förderung im Rahmen von LOEWE durch das Land Hessen sehr dankbar - entsprechende Förderprogramme geben uns in Hessen eine ausgezeichnete Grundlage für unsere Arbeit. Das ermöglicht uns mit unseren Partnern wie der Universität Kassel und der Philipps-Universität Marburg auf einem sehr hohen Niveau zusammenzuarbeiten. Dabei arbeiten wir an Lösungen, die auch praktikabel sind und daher mittelfristig der ganzen Gesellschaft zugutekommen.“

Zum Projekt NICER

NICER (Networked Infrastructureless Cooperation for Emergency Response) gehört zu dem hessischen Forschungsförderprogramm LOEWE (Landes-Offensive zur Entwicklung Wissenschaftlich-ökonomischer Exzellenz). Das Projekt startete am 1. Januar 2015 und wird voraussichtlich bis zum 31.12.2017 gefördert. Das Land Hessen unterstützt das Projekt mit insgesamt 4.498.840 Euro.

Ziel von NICER ist die Erforschung wissenschaftlicher und technologischer Grundlagen, die eine robuste Vernetzung von IT-Systemen mittels infrastrukturloser Kommunikationsnetze ermöglichen. Diese Netze müssen dabei auch unter extremen Bedingungen zuverlässig arbeiten: Eine Kommunikation soll trotz eingetretener Schäden und für großflächige und komplexe Schadensfälle möglich sein. Trotz eines Ausfalls bestehender Kommunikationssysteme wird damit die Kooperation zwischen den betroffenen Menschen, sowie zwischen diesen und Rettungskräften und auch technischen Rettungs- und Hilfssystemen aufrechterhalten.

Zu den Forschungsthemen in NICER zählt die Integration von Rettungsrobotern in die Krisenbewältigung. Erdbeben oder Überschwemmungen können ganze Landstriche verwüsten. Für die Rettungskräfte ist es ohne Gefahr für Leib und Leben in diesen komplexen Schadenslagen daher oftmals nicht möglich, Verschüttete zu lokalisieren und zu bergen. Rettungsroboter können unter diesen extremen Randbedingungen die menschlichen Helfer unterstützen.

Themengebiet: Forschung und Innovation, Kommunikation