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17.08.2015 - Land
Sozialminister Stefan Grüttner: Dank eines starken Netzwerks erhalten auch Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen echte Perspektiven

Im September beginnt Alya Aboudi ihre Ausbildung als Restaurantfachfrau. Fast hat die 20-Jährige nicht mehr daran geglaubt. 2009 hat sie ihren Hauptschulabschluss gemacht, eine erste schulische Ausbildung abgebrochen, von Zeit zu Zeit in Aushilfstätigkeiten gejobbt. „Irgendwann habe ich einfach den Anschluss verpasst“, sagt Alya Aboudi. „Alleine hätte ich es nicht geschafft.“

„Als Gesellschaft können und dürfen wir es uns nicht leisten, junge Menschen zurückzulassen und auf ihr Potential zu verzichten. Dank eines starken Netzwerks erhalten auch Jugendliche mit schwierigen Startbedingungen echte Perspektiven“, lobte Stefan Grüttner, Hessischer Minister für Soziales und Integration, die Arbeit der JOBLINGE und zeichnete Alya Aboudi als 500. vermittelte Teilnehmerin aus. Bei der Ehrung im Bildungszentrum Kalle-Albert dankte der Minister allen Beteiligten für ihr Engagement. Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration hat seit dem Jahr 2012 bislang rund 1,1 Millionen Euro an Landes- und ESF-Mitteln zur Förderung der Joblinge zur Verfügung gestellt.

Junge Menschen auf ihrem Weg in das Berufsleben unterstützen

Bei JOBLINGE hat Alya die Chance bekommen, ihre Fähigkeiten in der Praxis zu beweisen – unabhängig von Zeugnissen und klassischen Bewerbungsgesprächen. Wirtschaft, Staat und Zivilgesellschaft engagieren sich gemeinsam, um benachteiligte junge Menschen auf ihrem Weg in das Berufsleben zu unterstützen. In einem sechsmonatigen, intensiven Programm erlernen die „Joblinge“ zunächst in Gruppenprojekten wichtige soziale und berufliche Kompetenzen, erhalten Orientierung über die eigenen Stärken und passenden Berufe, bevor sie in Partnerunternehmen Praxiserfahrung sammeln. Im Rhein-Main-Gebiet haben bisher 640 Jugendliche an dem Programm teilgenommen. 80 % gelingt der Sprung in den ersten Arbeitsmarkt.

In Deutschland haben derzeit etwa 500.000 junge Menschen keinen Anschluss an den Arbeitsmarkt, sind arbeitslos oder befinden sich in Maßnahmen des Übergangssystems. Auf dem hessischen Ausbildungsmarkt stehen aktuell rund 13.000 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber knapp 11.000 noch unbesetzten Ausbildungsstellen gegenüber. In wirtschaftsstarken Regionen wie dem Rhein-Main-Gebiet ist vor allem die Passung ein Problem. Um Jugendliche und Arbeitgeber nachhaltig zusammenzubringen, verbindet das JOBLINGE-Konzept Qualifizierung in der Praxis, ehrenamtliches Mentoring und professionelle Begleitung auch während der Ausbildung.

Verantwortung für die Jugendlichen in der Region übernehmen

„Für uns ist die Unterstützung der JOBLINGE-Initiative eine ideale Möglichkeit, uns zu engagieren und Verantwortung für die Jugendlichen in der Region zu übernehmen – gleichzeitig gewinnen wir gut vorbereitete, motivierte Nachwuchskräfte“, so Peter Bartholomäus, Geschäftsführer von InfraServ Wiesbaden. Im Industriepark Kalle-Albert gibt es mit dem Projekt StartPlus eine besondere Kooperation, die Teilnehmer des JOBLINGE-Programms gezielt auf Berufe in der Chemiebranche vorbereitet. Auch Nico Wagenbach beginnt im September seine Ausbildung als Fachkraft für Schutz und Sicherheit bei InfraServ. Arbeitsminister Grüttner ehrte den 22-Jährigen ebenso wie Peter Bartholomäus als Vertreter der Partnerunternehmen und Sabine Scholz, ehrenamtliche Mentorin von Alya Aboudi und Leiterin der Stabsstelle Recht/Versicherungen bei der FES Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH.              

Im März 2011 eröffnete der Frankfurter Standort der bundesweiten JOBLINGE-Initiative. Seitdem hat die Joblinge gAG FrankfurtRheinMain ihr Wirken auf Wiesbaden, Offenbach, Darmstadt und die Region Bergstraße ausgedehnt. Mehr als 450 Unternehmen, ehrenamtliche Mentoren und Trainer sowie zwölf Institutionen der öffentlichen Hand unterstützen im Rhein-Main-Gebiet die Initiative. „Unser Ziel ist die nachhaltige gesellschaftliche Integration“, so Kadim Tas, Regionalleiter der Joblinge gAG FrankfurtRheinMain. „Mit den Jugendlichen arbeiten wir von Anfang an auf Augenhöhe und nehmen sie mit in die Verantwortung für ihr Leben. Dabei fokussieren wir uns nicht auf die Probleme, sondern suchen gemeinsam nach Lösungen.“ Die Nachhaltigkeitsquote des JOBLINGE-Programms liegt bei 80 %.

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Themengebiet: Kinder und Jugend, Arbeitsmarkt