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24.07.2015 - Land
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Lernen auf der Reise - Erstmals Real- und Hauptschulabschlüsse in Hessen

Erstmals haben in Hessen zwei Kinder beruflich Reisender einen Realschulabschluss und acht weitere ihren qualifizierenden Hauptschulabschluss erlangt.

So bietet Hessen seit fünf Jahren Kindern, die mit den elterlichen Unternehmen, z. B. in Zirkusunternehmen unterwegs sind, im Rahmen des Pilotprojektes „Schule für Kinder beruflich Reisender“ (SfKbR) die Möglichkeit, eine mobile Schule zu besuchen und einen Schulabschluss zu erlangen. „Ich freue mich, dass unsere Anstrengungen, ein kontinuierliches Bildungsangebot für mitreisende Kinder zu entwickeln und ihnen somit Unterricht und feste Bezugspersonen anstelle eines ständigen Schulwechsels zu bieten, nun erstmals Früchte tragen. Die positive Entwicklung bestätigt uns in der vor rund fünf Jahren getroffenen Entscheidung, dieser in vielen bildungspolitischen Entscheidungen oft unbeachteten Gruppe von Schülerinnen und Schülern die Aufmerksamkeit zu widmen, die sie zweifelsfrei verdient haben“, so der Hessische Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz. Vor der Entscheidung des Kultusministeriums, das Pilotprojekt zu initiieren, mussten reisende Kinder bis zu 35 Schulwechsel im Jahr absolvieren.

Unterricht in „fahrenden Klassenzimmern“ 

Organisiert wird das schulische Angebot im Rahmen des Projektes „Schule für Kinder beruflich Reisender“ (SfKbR) vom Evangelischen Verein für Innere Mission in Nassau. Seit dem Start zum Schuljahr 2010/2011 konnten so rund 80 Kinder aus reisenden Unternehmen aus Hessen aufgenommen werden. Mit durchreisenden Kindern aus anderen Bundesländern betreut die Schule rund 145 Kinder.

In acht sogenannten „fahrenden Klassenzimmern“ (Lernmobile) erhalten die Schüler nach dem Konzept der aufsuchenden Pädagogik hessenweit Unterricht auf der Reise. Die Eltern verpflichten sich in einem Vertrag, ihre jeweiligen Standortwechsel mitzuteilen, damit die hier eingesetzten Lehrer ihren Kindern kontinuierlich folgen können.

Den erreichten Lernstand im Schultagebuch festhalten

Grundlage der Unterrichtsarbeit der eingesetzten Bereichslehrkräfte bildet das bundesweit einheitliche Schultagebuch. Damit auf das bereits Gelernte aufgebaut werden kann, wird der erreichte Lernstand im Schultagebuch festgehalten. Klassenwiederholungen entfallen somit. Hessische Kinder, die an „mobilen Schulen“ angemeldet sind, werden sowohl in Lernmobilen auf den Festplätzen in Hessen als auch online länderübergreifend regelmäßig unterrichtet. Die zu beschulende Gruppe der Kinder beruflich Reisender bewegt sich im Alter zwischen 5 und 20 Jahren. Neben diesem Altersunterschied birgt noch ein weitere Faktor enorme Herausforderungen für alle Beteiligten: Kaum sind die Schüler da, sind sie schon wieder weg. Die wenigsten von ihnen haben auf der Reise die Möglichkeit, eine vorschulische Einrichtung zu besuchen.

Links: 

Schule für Kinder beruflich Reisender

Themengebiet: Bildung, Schule