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16.07.2015 - Europa
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Neues Förderprogramm ist wichtiger Baustein zur Umsetzung der Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland

„Ich freue mich sehr, dass wir mit dem Startschuss zur neuen Förderrichtlinie des europäischen Sozialfonds einen weiteren wichtigen Beitrag zur Unterstützung von Menschen leisten, die nicht ausreichend lesen und schreiben können“, teilte Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz anlässlich der Veröffentlichung der Förderrichtlinie mit. Das Förderprogramm sei ein wichtiger Baustein zur Umsetzung der Nationalen Strategie für Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener in Deutschland, in der sich das Land Hessen gemeinsam mit allen anderen Bundesländern und dem Bund sowie zahlreichen weiteren Partnern  zusammengeschlossen hat.

7,5 Millionen Menschen können nur sehr schlecht lesen

Fördergegenstand ist der Auf- und Ausbau einer regional ausdifferenzierten Unterstützungsstruktur zur Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener auf Basis regionaler Grundbildungszentren mit jeweils profilbildendem Schwerpunkt. Die regionalen Grundbildungszentren sollen mit einer Vielzahl geeigneter Maßnahmen zum Abbau des funktionalen Analphabetismus beitragen. Dazu gehören Angebote und neue Lernformen für Menschen, die nicht ausreichend lesen und schreiben können wie auch die Beratung und Information von Multiplikatoren und anderen Interessierten („Schlüsselpersonen“ und sog. „Mitwisser“) und die Schulung ehrenamtlicher Lernpatinnen und -paten. Unerlässlich ist auch die systematische Vernetzung aller wichtigen Akteure und gesellschaftlichen Gruppen, die dazu beitragen können, dass die betroffenen Menschen den Weg zur Alphabetisierung finden und einschlagen.

Eine repräsentative wissenschaftliche „leo. – Level-One“ Studie belegt, dass ca. 7,5 Millionen Menschen in Deutschland (14,5 % der Gesamtbevölkerung zwischen 18 und 64 Jahren) nur sehr schlecht lesen und schreiben können. Diese vom sog. funktionalen Analphabetismus betroffenen Menschen sind zwar in der Lage, einzelne Sätze zu lesen und zu schreiben, zusammenhängende – auch kürzere – Texte wie sie bspw. auf Hinweisschildern, Formularen beim Arzt und Arbeitsanweisungen können sie jedoch nicht lesen. In der Folge können sie deshalb nur eingeschränkt am gesellschaftlichen, sozialen und beruflichen Leben teilhaben und unterliegen einem hohen Risiko der Arbeitslosigkeit und der Armutsgefährdung. „14,5 % der Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter sind eine Größe, die niemand von uns ignorieren kann“, so Lorz, „aus Gründen mangelnder gesellschaftlicher Teilhabe als auch im Hinblick auf den demografischen Wandel und den damit einhergehenden Fachkräftemangel, der die Erschließung aller vorhandenen Potenziale erfordert.“

Insgesamt 3,6 Mio. Euro Förderung

Für den gesamten Förderzeitraum sind insgesamt 3,6 Mio. Euro vorgesehen, davon die Hälfte aus Landesmitteln. Das Förderprogramm richtet sich an kompetente, im Handlungsfeld Alphabetisierung und Grundbildung Erwachsener, erfahrene Träger.

Das Hessische Kultusministerium bietet zur Förderrichtlinie des Programms am 23. und am 24. Juli 2015 (jeweils 10 – 12 Uhr) in Wiesbaden Informationsveranstaltungen an. Frist für die Vorlage von Projektskizzen ist der 10. September 2015.

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Themengebiet: Bildung, Förderung