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13.07.2015 - Land
Innenminister Peter Beuth: Wir müssen keine Angst haben, aber wir müssen wachsam sein

Das Landesamt für Verfassungsschutz geht in Hessen derzeit von rund1600 Salafisten aus. Die stärksten Gruppen sind im Rhein-Main-Gebiet und in Nordhessen zu finden. „Das liegt an der Bevölkerungsstruktur in Frankfurt und Kassel. Von Salafisten-Hochburgen würde ich deshalb nicht sprechen“, erklärte der Innenminister.

Die Zahl der gewaltbereiten Islamisten, die aus Hessen in die Kampfgebiete nach Syrien und den Irak ausgereist sind, liegt nach Angaben von Beuth bei etwa 120. Etwa ein Viertel dieser Personen befinde sich mittlerweile wieder in Hessen. Gegen die meisten Rückkehrer lägen aber keine belastbaren Informationen vor, dass sie sich aktiv an Kampfhandlungen beteiligt und dabei der Terrormiliz Islamischer Staat angeschlossen haben. Bundesweit wird von rund 700 Personen ausgegangen. Damit kommt etwa jeder sechste dieser Islamisten aus Hessen.

„Der radikale Islamismus betrifft nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa“, betonte Beuth. Hessen versuche zwar mit allen Mitteln der Strafverfolgung sowie mit seiner Präventionsarbeit dagegen vorzugehen. „Wir brauchen aber die Wachsamkeit aller Bürger, Hinweise von Lehrern und Jugendbetreuern“, erklärte der Innenminister. „Auch die Moschee-Gemeinden spielen eine ganz wichtige Rolle bei der Prävention.“

„Die Moschee-Gemeinden öffnen sich, weil sie selber kein Interesse daran haben, dass ihre Gemeinschaft durch radikale Gruppen diskreditiert wird“, sagte Beuth. „Wir stoßen zunehmend auf offene Ohren.“ Die hessischen Behörden haben derzeit Kontakt zu 71 Personen, bei denen es eine Radikalisierung ihrer Familienmitglieder gibt. Dazu kommen 41 Jugendliche, die selber an der Schwelle stehen.

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Themengebiet: Extremismus, Innere Sicherheit