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30.06.2015 - Land
Wissenschaftsminister Boris Rhein: 12 Millionen Euro für drei neue LOEWE-Forschungsprojekte

Wissenschaftsminister Boris Rhein hat heute die drei neuen LOEWE-Schwerpunkte der 8. Förderstaffel bekannt gegeben, die nach Prüfung externer Gutachtergruppen die Voraussetzungen für eine Förderung erfüllen. Ab 1. Januar 2016 erhalten die Forschungsprojekte „CompuGene“, „iNAPO – Ionenleitende Nanoporen“ (beide TU Darmstadt) und „Prähistorische Konfliktforschung“ (Goethe-Universität Frankfurt) Landesmittel in Höhe von insgesamt rund 12 Millionen Euro für die Laufzeit von drei Jahren.

Auswahlverfahren im Sinne einer Bestenauslese

Wissenschaftsminister Boris Rhein: „Mit unserem bundesweit einmaligen Forschungsförderungsprogramm LOEWE unterstützen wir vielversprechende Top-Projekte mit Millionenbeträgen. Wir legen dabei besonderen Wert auf das wettbewerbliche Auswahlverfahren im Sinne einer Bestenauslese. Deshalb bedanke ich mich insbesondere beim LOEWE-Programmbeirat für die Abgabe der wissenschaftlichen Empfehlung auf Basis externer Fachgutachten und bei der LOEWE-Verwaltungskommission, die über die Förderung der neu beantragten LOEWE-Schwerpunkte entschieden hat.“

LOEWE fördert herausragende wissenschaftliche Verbundvorhaben, insbesondere auch eine intensive Vernetzung von Wissenschaft, außeruniversitärer Forschung und Wirtschaft. Zudem soll in Zusammenarbeit und Abstimmung mit den großen Forschungsorganisationen der Boden für die Ansiedlung weiterer, gemeinsam von Bund und Ländern finanzierter Forschungseinrichtungen bereitet werden.

Beschreibungen der beantragten LOEWE-Schwerpunkte der 8. Förderstaffel:

CompuGene    

  • Federführende Einrichtung: Technische Universität Darmstadt    
  • Fördersumme: 4.422.738 Euro
  • Förderzeitraum: 2016 – 2018

Kann die Natur von den Ingenieuren lernen?

Die Synthetische Biologie hat zum Inhalt, biologische Systeme mit neuartigen, teilweise in der Natur nicht vorkommenden Eigenschaften auszustatten und diese gezielt zu nutzen. Dies birgt ein enormes wissenschaftliches, aber auch wirtschaftliches Potential. So können zum Beispiel biotechnologisch wichtige Stoffklassen kostengünstig produziert oder Werkzeuge zur Tumordiagnostik entwickelt werden. Zur Realisierung benötigt man sogenannte genetische Schaltkreise, also eine clevere Kombination von Genen und der dazugehörenden Regulationseinheiten. Diese sind derzeit jedoch nur über mühsame trial-and error Verfahren implementierbar. Der Forschungsverbund CompuGene hat sich zum Ziel gesetzt, durch die enge Verknüpfung von Natur-und Ingenieurswissenschaften eine Methode zu entwickeln, mit welcher komplexe genetische Schaltkreise durch die Anwendung ingenieurswissenschaftlicher Prinzipien und computergestützter Verfahren robust entwickelt werden können.

Prähistorische Konfliktforschung

  • Federführende Einrichtung: Goethe-Universität Frankfurt am Main, Partner: Römisch Germanische Kommission des Deutschen Archäologischen Instituts in Frankfurt
  • Fördersumme: 3.696.768 Euro
  • Förderzeitraum: 2016 – 2018

„Wie hängen die Herausbildung und die Struktur neuartiger politische Mächte mit der Entstehung neuer Formen militärischer Gewalt zusammen?“

„Burgen stellen im mitteleuropäischen Raum zwischen Karpaten und Vogesen in der Frühbronzezeit um 2000 v. Chr. ein neues Phänomen dar. An der Wende vom 17. zum 16. vorchristlichen Jahrhundert manifestieren die mit starken Mauern befestigten Siedlungen ein eminentes Schutzbedürfnis. Zugleich sind sie Machtbasen, von denen aus Territorien und Verkehrswege kontrolliert werden konnten. Diese befestigten Höhensiedlungen spielen in Mitteleuropa bis zur römischen Zeit eine wichtige Rolle. Trotz ihrer offenkundigen Bedeutung ist die Erforschung der bronzezeitlichen Burgen nur ansatzweise erfolgt. Das gilt insbesondere für archäologische Ausgrabungen größeren Stils, die nicht nur punktuelle Aufschlüsse, sondern Einblick in die Struktur der Besiedlung und in die Architektur der Befestigung ermöglichen würden. Ziel des beantragten Schwerpunkts ist die nachhaltige Verbesserung des Forschungsstands zu den bronzezeitlichen Burgen. Hierzu sollen sowohl theoretische Grundla gen zu H errschaft und Krieg in der Bronzezeit erarbeitet werden als auch exemplarische archäologische Ausgrabungen erfolgen.

iNAPO – Ionenleitende Nanoporen

  • Federführende Einrichtung: Technische Universität Darmstadt, Partner: GSI Helmholzzentrum für Schwerionenforschung
  • Fördersumme: 3.875.616 Euro
  • Förderzeitraum: 2016 – 2018

„Eigenen sich biologische Vorbilder, um robuste aber dennoch zuverlässige und sensitive Sensoren im Nano-Maßstab zu bauen?"

Die Membranen von Zellen enthalten Proteine, sogenannte Ionenkanäle, die sehr selektiv physikalische und chemische Signale wahrnehmen und in messbare Stromsignale umwandeln. Das LOEWE-Vorhaben „Ionenleitende Nanoporen (iNAPO)“ versucht die Bau- und Funktionsprinzipien der effizienten biologischen Sensoren, die das Produkt der Evolution sind, zu verstehen und in der Konstruktion von stromleitenden Nanoporen in Festkörpermaterialien nachzuahmen. Als Endprodukt sollten dabei sensitive, und gleichzeitig robuste Sensoren im Nano-Maßstab entstehen, die gekoppelt über Mikro-elektronik, Einsatz in der Analytik und der Biomedizin finden werden.

„Die exzellente Forschung der hessischen Wissenschaftseinrichtungen sichert die Zukunftsfähigkeit unseres Landes. Deshalb setzt das hessische Wissenschaftsministerium die Erfolgsgeschichte unseres Forschungsförderungsprogramms LOEWE konsequent fort. Bis Ende 2015 wird das Land für herausragende Forschungsvorhaben insgesamt rund 577 Millionen Euro bereitgestellt haben. Das ist einmalig in Deutschland“, so Wissenschaftsminister Boris Rhein abschließend.

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Themengebiet: Hochschule und Wissenschaft, Förderung