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16.06.2015 - Land
Staatssekretär Michael Bußer: Vorstellung der Ausstellung Grenzen überwinden - Von der Diktatur zur Demokratie

„Geschichte und Geschichten zur Teilung und Wiedervereinigung zum Anfassen und Erleben“

Staatssekretär Michael Bußer, Sprecher der Hessischen Landesregierung, hat heute die Ausstellung „Grenzen überwinden: Von der Diktatur zur Demokratie“ in Hanau eröffnet. „Die Mauer zementierte die Teilung Deutschlands für 28 Jahre und sie ist mit ihrem Fall am 9. November 1989 zum Symbol für Freiheit geworden. Mit der Ausstellung zeigen wir Geschichte und Geschichten rund um die deutsche Teilung und den politischen Prozess bis hin zur Wiedervereinigung“, sagte Bußer in Hanau. Es sei wichtig, dass die jüngste deutsche Geschichte lebendig in den Herzen bleibe und der Tag der Deutschen Einheit nicht nur ein Feiertag, sondern ein Freiheitstag für Deutschland sei.

„Deshalb ist die Mauerausstellung zum Anfassen und Erleben konzipiert“, so Bußer. Die Präsentation finde nicht auf klassischen Schautafeln, sondern auf nachgebildeten, wetterfesten und portablen Mauerstücken statt. „Die Ausstellung soll auffallen und zum Diskutieren animieren“.

Weg zu Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie

Die Ausstellung reiht sich ein in das umfangreiche Veranstaltungs- und Aktionsprogramm der Landesregierung vor dem Fest zum Jahrestag der Deutschen Einheit im Oktober in Frankfurt am Main. Ihre Zielsetzung ist es, an die jahrzehntelange Unterdrückung durch die SED-Diktatur zu erinnern und den Weg hin zu Freiheit, Rechtsstaatlichkeit und Demokratie zu beschreiben. Um ein möglichst breites Publikum altersgruppenübergreifend zu erreichen, wird sie auf öffentlichen, möglichst stark frequentierten Plätzen präsentiert werden.

Die Ausstellung, die von Dr. Johann Zilien, wissenschaftlicher Archivar und Historiker im Hessischen Hauptstaatsarchiv Wiesbaden zusammengestellt wurde, ist in drei Teile gegliedert. Der erste Teil besteht aus neun in Reihe zusammen stehenden Mauersegmenten, die die Entwicklung der DDR von ihrer Gründung bis hin zu ihrem Beitritt zur Bundesrepublik beschreiben. In ihrem zweiten Abschnitt besteht die Ausstellung aus zehn Mauersegmenten, die jeweils eine Person hervorheben, die diesen Weg von der Diktatur zur Demokratie miterlebt und teilweise auch mitgestaltet hat. Dazu gehören beispielsweise John F. Kennedy, aber auch Willy Brandt, Michail Gorbatschow und Dr. Helmut Kohl. Fünf Mauerstücke aus diesem zweiten Abschnitt beziehen sich auf Zeitzeugen, die die SED-Diktatur in unterschiedlicher Weise miterlebt haben. Der dritte Ausstellungsabschnitt hat die Funktion eines Gedenksteins für die Toten an Mauer und Grenze – ihrer wird auf diesem Wege in würdiger Weise gedacht.

Ausstellung für interessierte Bürger

„Die Erinnerungs- und Aufklärungsarbeit ist wichtig, weil bei vielen Bürgern der heutigen Bundesrepublik das Wissen und die Erinnerung an diesen Aspekt der deutschen Geschichte teilweise unbekannt oder verloren gegangen sind. Deshalb  richtet sich die Ausstellung ausdrücklich nicht an ein vorgebildetes Fachpublikum, sondern an interessierte Bürger ohne spezifische Vorbildung“, so Bußer.

Die Ausstellung wird außerdem durch eine Theaterproduktion ergänzt. Dank der finanziellen Förderung durch den Kulturfonds Frankfurt RheinMain konnte das FTF-Theater aus Fulda für dieses Projekt gewonnen werden. Die Schauspielerin Jessica Stukenberg hat gemeinsam mit Barbara Gottwald die 75-minütige Performance „Grenzland – Ost-West Geschichte(n) aus dem Herbst 1989“ produziert.

Die Tourenplanung für die Ausstellung ist auf insgesamt 20 Stationen ausgelegt. Nach der Eröffnung in Wiesbaden und den Stationen in Frankenberg, Darmstadt, Oestrich-Winkel, Limburg, Marburg, Korbach und dem Hessentag in Hofgeismar wird die Ausstellung unter anderem auch in Rüsselsheim, Wetzlar und Wiesbaden gezeigt. Die Ausstellung ist für das große Bürgerfest anlässlich des Tages der Deutschen Einheit zwischen dem 3. Mai und 4. Oktober fest eingeplant.

Hintergrund zu „Grenzen überwinden“

Die Landesregierung gibt unter dem Motto „Grenzen überwinden“ Bürgerinnen und Bürgern Gelegenheit, sich zu erinnern und Erfahrungen aus der Zeit zwischen dem Mauerfall im November 1989 und der Wiedervereinigung im Oktober 1990 zu teilen. Dazu gehören neben der Mauerausstellung auch das laufende Zeitzeugenprogramm sowie Vieles andere. Hessen richtet im Rahmen der Bundesratspräsidentschaft von Ministerpräsident Volker Bouffier die Feierlichkeiten zum Jahrestag der Deutschen Einheit aus. Bürgerinnen und Bürger aus allen Bundesländern sind eingeladen, in Frankfurt am Main den 25. Jahrestag mit einem großen Fest zu feiern. Die Hessische Landesregierung hat ein umfangreiches Informations- und Veranstaltungsprogramm aufgestellt, um wichtige Meilensteine deutscher Geschichte bis hin zum 25. Jahrestag der Deutschen Einheit im Oktober 2015 hervorzuheben.

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Themenseite: "Grenzen überwinden"

Themengebiet: Geschichte, Deutschland