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26.05.2015 - Land
Kultusminister Prof. Dr. R. Alexander Lorz: Blücherschule Wiesbaden kann Vorbild für Ganztagsausbau sein

Kultusminister Lorz und der Vorsitzende des Ganztagsschulverbandes Hessen, Seelmann-Eggebert, informieren sich über Konzept der teilgebundenen Schule.

Bei einem gemeinsamen Besuch der Blücherschule Wiesbaden erklärten Hessens Kultus­minister Prof. Dr. R. Alexander Lorz und der Vorsitzende des Ganztags­schul­verbandes Hessen, Guido Seelmann-Eggebert, dass der weitere Ausbau von Ganztagsschulen und Ganztagsangeboten insgesamt in Hessen weiter vorangetrieben werden müsse. „Wir sind uns in der Erkenntnis einig, dass Ganztagsschulen genauso wie Schulen mit Ganztagsangeboten ein großes Potenzial für mehr Bildungsqualität und Partizipationsgerechtigkeit bergen. Und sie leisten darüber hinaus einen wichtigen Beitrag für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf“, so Lorz und Seelmann-Eggebert. Das Kultusministerium hatte vor Wochen bekanntgegeben, dass dem Antrag der Wiesbadener Blücherschule, ab dem kommenden Schuljahr teilgebundene Ganztagsschule zu werden, stattgegeben wurde.

Die größte Grundschule der Stadt arbeitet bislang im sogenannten Profil 2 als Schule mit Ganztagsangeboten an fünf Tagen. Sie hat im laufenden Schuljahr 427 Schülerinnen und Schüler und ist mit fünf Parallelklassen pro Jahrgang organisiert. Mit Unterstützung von Stadt und Land möchte die Blücherschule sich weiterentwickeln und plant den Aufbau von Ganztagsklassen, so dass ab dem Schuljahr 2015/16 vier von sechs Parallelklassen als gebundene Ganztagsklassen organisiert sein sollen. Zwei Parallelklassen arbeiten dann nach wie vor als Klassen mit offenem Ganztagsangebot. Damit können Eltern für ihre Kinder wählen, ob diese den verpflichtenden Ganztagsschulzweig oder ein offenes Angebot besuchen sollen. Kultusminister Lorz hatte bei der Gelegenheit auch erklärt, dass die Hessische Landesregierung auch über ihre bisherigen Pläne für den Ausbau von Ganztagsangeboten im Rahmen des „Pakts für den Nachmittag“ hinaus, offen sei auch für einen deutlichen Ausbau gebundener Ganztagsschulen in Hessen. „Die Blücherschule mit ihrem teilgebundenen Konzept kann hier Vorbild für weitere Schulen sein“, so Lorz.

Ein Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit

„Die Einführung der rhythmisierten Ganztagsschule in gebundener Konzeption ist ein Beitrag für mehr Chancengerechtigkeit im Bildungssystem, denn sie ermöglicht Lernen in längeren Zeiträumen“, betonte Seelmann-Eggebert. Die rhythmisierte Ganztagsschule stehe daher für mehr Individualisierung des schulischen Lernens und die Förderung sowohl von leistungsschwachen als auch leistungsstarken Kindern. „Der Ganztagsschulverband HESSEN begrüßt daher den Ausbau der Blücherschule zu einer teilgebundenen Ganztagsgrundschule im kommenden Schuljahr. Endlich erhält auch die Landeshauptstadt eine echte und rhythmisierte Ganztagsgrundschule.“ Allerdings könne das für Wiesbaden angesichts der hohen Nachfrage nach Ganztagsschulplätzen nur ein Anfang sein.

„Der Ganztagsschulverband begrüßt aber auch die Öffnung der ganztägig arbeitenden Schulen  in HESSEN für das Profil 3. Dies ist ein Baustein für einen möglichen  Erfolg des  Bildungsgipfels in dieser Frage. Wir sehen uns in unseren Erwartungen zur Weiterentwicklung von Ganztagsschulen weitgehend bestätigt, wobei die Frage der Ressourcen sicher noch geklärt werden muss“, so der Vorsitzende. Kultusminister Lorz betonte, dass sich bei den großen Fragen, die beim Bildungsgipfel noch beantwortet werden sollen – nach der Schulstruktur, nach dem Ganztagsausbau und nach dem Fortgang der Inklusion – alle Seiten nun bewegen müssten. Die Landesregierung habe dahingehend Angebote gemacht. „Wenn alle Seiten auf ihren Maximalforderungen bestehen, lässt sich ein Kompromiss nur schwer finden.“ Bei allen Fragen gebe es nicht nur eine richtige Antwort und nicht nur eine allein seligmachende Lösung, so Lorz. „Das Beispiel Ganztagsschulen ist dafür typisch: Klar ist, dass die Nachfrage und der Bedarf nach mehr Ganztagsangeboten da ist. Dazu gehören sowohl offene als auch gebundene Angebote.“ Viele, aber bei weitem nicht alle Eltern wollten für ihre Kinder eine gebundene Ganztagsschule. Deshalb habe die Wahlfreiheit hier oberste Priorität.

Die Interessen der Eltern stärker berücksichtigen

Dem schloss sich auch Seelmann-Eggebert an: „Der Ganztagsschulverband ist der Meinung, dass die Weiterentwicklung zur rhythmisierten Ganztagsgrundschule in den Schulen gemeinsam mit Eltern und in Absprache mit den Kommunen erfolgen sollte. Dabei sollte die freie Wahlmöglichkeit der Eltern erhalten bleiben. Dies kann durch ein teilgebundenes Modell oder durch Absprachen mit benachbarten Schulen gewahrt werden. 30% der hessischen Eltern wünschen für ihr Kind eine gebundene Ganztagsschule. Die Interessen dieser Eltern müssen künftig deutlich stärker berücksichtigt werden.

Lorz und Seelmann-Eggebert betonten abschließend, dass Land und Ganztagsschulverband deshalb künftig verstärkt und vertrauensvoll zusammenarbeiten wollten.

Themengebiet: Schule