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22.05.2015 - Bund
Europaministerin Lucia Puttrich: Besuch der ehemaligen Stasi-Zentrale

„Das Archiv der ehemaligen DDR-Staatssicherheit muss auch in Zukunft seinen besonderen Stellenwert behalten. Es ist weltweit einzigartig, dass die Unterlagen und damit Quellen eines Überwachungsstaates den Opfern zugänglich gemacht werden und gleichzeitig für Forschung und Bildung dienen. Unter dieser Aufarbeitung von Unrecht darf kein Schlussstrich gezogen werden.", so die Hessische Ministerin für Bundes- und Europaangelegenheiten und Bevollmächtigte des Landes beim Bund, Staatsministerin Lucia Puttrich, bei einem Informationsbesuch in der ehemaligen Stasi-Zentrale in Berlin.

Mit Blick auf die vom Deutschen Bundestag im vergangenen Jahr eingerichtete Expertenkommission zur Zukunft der Stasi-Unterlagenbehörde bezeichnete die Ministerin diese Arbeit als ein gesamtdeutsche Aufgabe von Ost und West: „Für dieses Anliegen brauchen wir auch in Zukunft eine herausgehobene Präsentation."

Ein Beitrag für Freiheit und Demokratie

Beim Rundgang in Archiv und dem benachbarten Stasi-Museum unterstrich der Bundesbeauftragte für die ehemaligen Stasi-Unterlagen und frühere DDR-Bürgerrechtler Roland Jahn: „Die Nachfrage aus dem In- und Ausland ist enorm. Es sind nicht zuletzt junge Menschen aus allen Teilen Deutschlands, die an diesem authentischen Ort nach der Vergangenheit fragen, vor allem aber sensibilisiert werden, wie sie mit ihrem eigenen Engagement für Freiheit und Demokratie beitragen können."

Dazu dienten auch die Überlegungen, an diesem Ort der Repression einen lebendigen Lern- und Erinnerungsort, einen ‚Campus für Demokratie‘, zu etablieren. „Wir wollen mit der Geschichte den Blick schärfen für Gegenwart und Zukunft", so Jahn.

Beeindruckt zeigte sich Puttrich von der nach wie vor hohen Anzahl von Anträgen auf Einsicht in die ehemaligen Stasi-Akten – rund 5.000 Anträge von Bürgerinnen und Bürgern liefen monatlich ein. Ebenso würdigte sie die vielseitigen Forschungs- und Dokumentationstätigkeiten vor Ort und dem hochprofessionell-technischen Aufwand, um die nach wie vor bestehenden Tausenden von Akten-Schnipsel wieder zusammenzuführen und zu digitalisieren. „Hier kommen quasi täglich immer mehr Wahrheiten ans Licht. Das ist noch eine Herkulesaufgabe", so Puttrich.

Aufarbeitung der SED-Diktatur

Roland Jahn dankte der Ministerin für das umfassende Engagement der Hessischen Landesregierung bei der Aufarbeitung der SED-Diktatur – angefangen von der Förderung von Schulklassenbesuchen in der Stasi-Untersuchungshaftanstalt Berlin-Hohenschönhausen über Zeitzeugenvermittlung in Schulen bis hin zu einem Schwerpunktprojekt zur politisch-historischen Aufarbeitung bei der Landeszentrale für politische Bildung.

„Wir haben in den letzten fünf Jahren damit vor allem viele Tausend junge Menschen erreicht. Wir freuen uns, dass mit Roland Jahn ein engagierter Bürgerrechtler bei unserem Zeitzeugenprogramm für Schülerinnen und Schüler mitmacht und im Oktober bei der Einheits-Jubiläumsfeier in Frankfurt mit dabei sein wird", so die Staatsministerin abschließend.

Als Anerkennung für seine Arbeit überreichte Ministerin Puttrich Jahn einen Einheitsmann. „Roland Jahn ist ein und Grenzen-Überwinder in doppeltem Sinn. Als Oppositioneller wurde er aus der ehemaligen DDR ausgebürgert und überwand die Grenze aus Stacheldraht gegen seinen Willen. Heute leistet er einen entscheidenden Beitrag dafür, dass Menschen auch in Köpfen Grenzen überwinden und sich mit dem Unrecht der Stasi auseinandersetzen", so die Ministerin.

Hintergrund:

Aus Anlass der im Oktober stattfindenden Feierlichkeiten zum 25. Jahrestag der deutschen Wiedervereinigung in Frankfurt hat die Hessische Staatskanzlei den international renommierten Konzeptkünstler Prof. Ottmar Hörl gewonnen, ein neues Kunstprojekt zu entwickeln.

Am 15. April 2015 wurden aus der hessischen Staatskanzlei in Wiesbaden tausende Skulpturen des von ihm gestalteten Einheitsmännchens als Botschafter auf Deutschlandreise geschickt.

Die Einheitsmännchen-Skulpturen werden auf dem Hessentag in Hofgeismar zu Gast sein. Weitere Stationen der Installation sind Schwerin (Juni), Bremen (Juli) und Stuttgart (August) sowie das Einheitsfest in Frankfurt (Oktober). Geplant sind außerdem weitere, auch spontane und kurze Aktionen in ganz Deutschland.

Themengebiet: Deutschland