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07.05.2015 - Land
Finanzminister Dr. Thomas Schäfer: Zahl der Selbstanzeigen stark zurück gegangen

„Steuerbetrüger fürchten harte Strafen, wollen wohl auf Nummer sicher gehen und erst gestehen, wenn sie alle Unterlagen für eine umfassende Selbstanzeige zusammen haben. Diese Vermutung legen die aktuellen Zahlen zu den Selbstanzeigen nahe. Den Fall Hoeneß vor Augen befürchtet sicher mancher, dass eine unvollständige Selbstanzeige diese in sich zusammenbrechen lässt. Wer nicht komplett auspackt, der entgeht zu Recht der Strafe für Steuerhinterziehung nicht.“ So kommentierte Hessens Finanzminister Dr. Thomas Schäfer heute die Zahl der im April in Hessen eingegangenen Selbstanzeigen zu Kapitalanlagen in der Schweiz: Auf 76 Selbstanzeigen wurden vorläufig 6,6 Mio. Euro Mehrsteuern festgesetzt.

Niedrigster Stand seit Dezember 2012

Die Zahl der Selbstanzeigen ging damit auf den niedrigsten Stand seit Dezember 2012 zurück. Angesichts der zum Jahresbeginn eingeführten verschärften Regelungen zur strafbefreienden Selbstanzeige war mit einem deutlichen Rückgang der Selbstanzeigen gerechnet worden. Die Summe der Mehrsteuern ist mit 6,6 Mio. Euro allerdings weiter auf einem hohen Niveau. Die durchschnittliche Summe je Anzeige ist sogar die höchste seit Mai des vergangenen Jahres.

„Wer sich selbst anzeigt, teilt uns seine Motivation dafür nicht mit. Daher sind wir für Erklärungen auf Vermutungen angewiesen. Plausibel aber scheint: Wer sich wegen hoher Beträge hinterzogener Steuern anzeigt, braucht länger, um alle Karten auf den Tisch zu legen, um alle Unterlagen präsentieren zu können. Gründlichkeit geht dabei offenbar vor Schnelligkeit. Da sind 2014 wohl nicht mehr alle mit fertig geworden“, so der Finanzminister. Das könne die insgesamt unerwartet hohen Zahlen auch nach der Verschärfung erklären. Insgesamt gingen 2015 in Hessen 751 Selbstanzeigen ein. Auf sie wurden 32 Mio. Euro Mehrsteuern festgesetzt.

Themengebiet: Finanzen und Steuern